6.5.2010

2008

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30.12.2008: Big Blind Brother

In Großbritannien gibt es viele Millionen Überwachungskameras. In abgedunkelten Räumen sitzen viele Millionen Beobachter und sehen alles. Das kostet viele Millionen Pfund. Inzwischen ist das Geld so knapp, daß in vielen abgedunkelten Räumen niemand mehr sitzt.

 

30.12.2008: Moderner Straßenraub

    GEZ Inflation
2004 193,80    
2005 201.72 + 4.09% p.a. + 1.5% p.a.
2006 204,36 + 1.31% p.a. + 1.6% p.a
2007 204,36   + 2.3% p.a.
2008 215.76 + 2.75% p.a.  

Quellen: Inflationsrate: destatis.de GEZ: das jährliche Überweisungsformular

Ich selbst arbeite noch zu den Preisen von 1994, mehr läßt sich derzeit nicht durchsetzen, bei ehrlicher Arbeit.

 

29.12.2008: Selbstmordbomber töten Helfer und Kinder

Nummer eins parkte vor einem Wahllokal, täuschte eine Panne vor und bat die Leute, ihn anzuschieben. Als sie zu schieben begannen, ließ er das Auto explodieren.

Nummer zwei wartete, bis eine Gruppe von 14 Schulkindern nahe genug war und ließ dann das Auto explodieren.

Überflüssig zu erwähnen, daß beide Selbstmordbomber Moslems waren. Damals die Mohammed-Karikatur mit der Bombe im Turban hat nämlich die Moslems nur deshalb so wütend gemacht, weil soviel Wahrheit darin steckte. Die Wahrheit scheuen sie wie der Teufel das Weihwasser (oder der Vampir das Sonnenlicht). Jetzt wissen wir auch, welches die beste Waffe ist, den Islamismus zu bekämpfen.

Überflüssig auch zu erwähnen, daß sich nach solchen Aktionen keine einzige islamische Organisation irgendwie kritisch zu Wort meldet, höchstens noch lobend. Die "Pharisäer und Schriftgelehrten" und die Anderen, die damals Jesus tot sehen wollten, waren die reinsten Unschuldsengel gegen die heutigen Selbstmordbomber. So sieht es aus, wenn Leute den Teufel anbeten.

 

27.12.2008: Forscher tief beeindruckt von computergenerierter "Forschungsarbeit"

Sie wollten dem vermeintlichen Wissenschaftler sogar die Leitung einer Arbeitsgruppe anvertrauen. Das Programm, das automatisch Publikationen nach Stichworten und Phrasen durchsucht und selbständig eine Nonsensarbeit generiert, war vom MIT entwickelt worden, um das niedrige Niveau genau solcher Veranstaltungen bloßzustellen. Mission accomplished.

Abstract:   Recent advances in cooperative technology and classical communication are based entirely on the assumption that the Internet and active networks are not in conflict with object-oriented languages. In fact, few information theorists would disagree with the visualization of DHTs that made refining and possibly simulating 8 bitarchitectures a reality, which embodies the compelling principles of electrical engineering. In this work we better understand how digital-to-analog converters can be applied to the development of e-commerce.

 

25.12.2008: USA: Arbeitslosigkeit in Colorado bei 100 Prozent

Colorado hat 4.86 Mio. Einwohner. Die Zahl, die bei uns "Erwerbspersonen" heißt, schätze ich (mit einer Quote wie bei uns: 44 von 82 Mio., der Rest sind Kinder, Rentner, Studenten und Dauerkranke) also auf 2.61 Mio. 2.61 Mio. beträgt auch die aktuelle Arbeitslosenzahl in Colorado.

Wie die tatsächliche Erwerbsquote auch immer aussehen mag: 2.61 Mio. Arbeitslose von 4.86 Mio. sind 53 Prozent der Bevölkerung.

 

25.12.2008: Rauchen und Übergewicht

In Großbritannien herrscht so ein kleiner Bürgerkrieg: "A" (Angreifer), Regierung/Medien/Gesundheitsapostel gegen "B" (Bevölkerung), die Raucher/die Dicken. A wird nicht müde zu behaupten, wie notwendig und wie erfolgreich der Kampf gegen das Rauchen und das ungesunde Essen sind. Unglücklicherweise verweigern B (und die Realität) jede Kooperation.

Anders als A behauptet, hängt die Zahl der Übergewichtigen nicht mit den Eßgewohnheiten zusammen, sondern mit der körperlichen Aktivität.

Und - natürlich, wie auch sonst - anders als A behauptet, ist die Zahl der Raucher nach den Verboten nicht gesunken. Im Gegenteil: Immer mehr britische junge Leute rauchen gerade wegen der Verbote.

 

22.4.2008: 90 Jahre und kein Krebs

Altbundeskanzler Schmidt wird 90. Er und seine Frau rauchen wie die Schlote und sind schon in der Öffentlichkeit durch unbelehrbares Rauchen aufgefallen. Was die Grünen wohl denken, "na, warte, Helmut, du stirbst auch noch"?

 

22.4.2008: Auch die Schweiz schützt ihre Schiffe gegen Piraten

"Auch die Schweiz will ihre Schiffe mit Soldaten vor Piraten am Horn von Afrika schützen." heißt es im Spiegel. "Die Schweizer Hochseeflotte zählt etwa 35 Frachter und Tanker mit rund 600 Seeleuten." Ist schon eine alte Seefahrernation, diese Schweiz.

 

22.12.2008: Kinder aus dem Zug werfen war gestern

Nun behält die Bahn die Kinder im Zug und wirft die Mutter hinaus. Ich kann mich noch erinnern, wer diese Art Familientrennung bis zur Perfektion beherrschte: die DDR.

 

22.12.2008: Gräfin über Sex

"Sex ist heilig, er dient der Fortpflanzung, nicht dem Vergnügen", sagte [die 50jährige] Maya Gräfin von Schönburg-Glauchau, laut dem Spiegel. Ungefähr so habe ich es auch mal gesehen - mit 15.

 

20.12.2008: Internetkabel wieder kaputt

Dieselben drei Internetkabel, die in diesem Jahr schon einmal plötzlich durchschnitten waren, sind nun wieder kaputt.

 

19.12.2008: Sicherheitstheater am Flughafen

Ich mußte kürzlich einen Inlandsflug absolvieren. Die Kontrollen in Hamburg sind einfach demütigend. Der Metalldetektor ist so empfindlich eingestellt, daß er auf jede Zahnplombe anspricht. Man muß den Hosengürtel öffnen. Man muß den Inhalt seiner Taschen in eine Schale legen, die man dann mehrere Minuten lang aus den Augen verliert. Es ist, als würde man in ein Gefängnis eingeliefert oder wäre einer Räuberbande in die Hände gefallen. Ich rechnete schon damit, daß mein Portemonnaie oder zumindest Geld fehlen würde.

Bei Bruce Schneier spricht ein Klempner über seine Arbeit in Restaurants am Flughafen. Er wird mit seiner Ausrüstung (die im Leben nicht durch die Kontrollen käme) von einem Angestellten über einen Fahrstuhl und über das Flugfeld an den Kontrollen vorbeigeschleust und macht seine Reparatur. Auf dem Rückweg geht er direkt vorbei an der Kontrolle, aber von denen wundert sich keiner, wie die schwere Ausrüstung überhaupt in den "gesicherten Bereich" gelangen konnte.

Man braucht also zum Überwinden der Sicherheitskontrollen am Flughafen nur jemand, der in einem Restaurant arbeitet. Da läßt sich sicher jemand finden, der auch dafür sorgt, daß etwas kaputtgeht, so daß der Klempner gerufen wird.

In den Kommentaren ist ein Link zu einem Artikel, über eine Untersuchung, die in Canada 58 kriminelle Banden fand, die auf den Flughäfen des Landes operieren.

Beim Rückflug in Stuttgart hat übrigens der Metalldetektor nicht gepiept. Polizeiwillkür.

 

18.12.2008: "Deutsche Anpassungsstrategie gegen den Klimawandel"

Die Regierung erwartet: bis 2021 mehr davon:

  • Temperaturanstieg 0.5 bis 1.5 Grad
  • Wassermangel
  • Dürre
  • Hochwasser
  • Stürme
  • Zecken
  • verdorbene Lebensmittel
  • Allergien
  • Kühlanlagen
  • Energiepreise
  • Mißernten

 

15.12.2008: Schulleiter dümmer als die Polizei erlaubt

"'Kaum hatte ich das Verbot ausgesprochen, war der Trend mit einem Mal vorbei', sagt Schulleiter Jeske." So steht's im Spiegel. So viel Naivität hätte ich nun doch nicht erwartet, lieber Kollege. Die Kids gehen nämlich einfach da hin, wo kein Lehrer guckt. Das sind die Aufsichtsbereiche, die unter Lehrern so unbeliebt sind, daß sie stillschweigend geschwänzt werden. Und das merkt auch kein Schulleiter. Der geht da nämlich auch nie hin. Hinter der Turnhalle zum Beispiel.

 

15.12.2008: Ärzte beklagen Unehrlichkeit der Patienten

Der Patient betritt den Behandlungsraum, der Arzt stellt ihm Fragen, er beantwortet sie. Wieder zu Hause, hält ihm seine Frau vor: Schatz, du hast beim Arzt 30 Zigaretten zugegeben, also wirklich, du mußt unbedingt weniger rauchen. Wäre das Ihnen passiert, hätten Sie den Arzt gewechselt und sich scheiden lassen?

Mir ist es - ganz ähnlich - tatsächlich passiert. Meine Mutter arbeitete beim "Sozialärztlichen Dienst" und riet mir, doch mal einen Zucker-Belastungstest zu machen. Der Sozialarzt diagnostizierte bei mir einen "latenten Diabetes" und gab mir strenge Diätvorschriften. Außerdem stellte er mir Fragen zu meinem Lebenswandel und besprach meine Antworten anschließend mit meiner Mutter.

Ich war damals Ende zwanzig, und er hätte den Inhalt des Gesprächs nicht ohne meine Einwilligung weitergeben dürfen, auch nicht an enge Verwandte, und auch dann nicht, wenn diese engen Verwandten zufällig entfernte Kollegen waren. Dieser Hund kümmerte sich einfach nicht darum, was er durfte. Das war vor 35 Jahren. Meine regelmäßigen Zuckertests fallen immer noch negativ aus.

Heute beklagen sich Ärzte bei Umfragen, Patienten würden ihnen nicht die volle Wahrheit sagen. Ärzte glauben, daß 70 Prozent ihrer Patienten unehrlich zu ihnen sind. Der Artikel kommentiert unkritisch: Die Patienten verstehen einfach nicht, daß sie sich mit ihrer Unehrlichkeit selbst schaden.

Das Problem ist hier aber gar nicht die Unehrlichkeit der Patienten, das Problem ist die Arroganz der Ärzte. Ich zum Beispiel war damals rückhaltlos ehrlich gewesen, aber der Arzt hatte aus meinen "so ungefähr 25 bis 30 Zigaretten" gemacht: "Er hat 30 Zigaretten zugegeben." Der automatische Übergang zur Obergrenze und das Wort "zugegeben" verraten seine innere Einstellung: Aus seiner subjektiven Sicht hatte nicht ein Arzt mit einem Patienten gesprochen, sondern ein Gesundheitspolizist hatte einen Verdächtigen verhört und ein Geständnis erwirkt.

Ich will hier jetzt gar nicht über die vielen anderen Fehldiagnosen und unwirksamen Therapien reden, die das Ärztepack inzwischen an mir begangen hat. Es gibt schließlich auch gute Ärzte, wenn es auch nur eine kleine Minderheit ist. Aber die gegenwärtige Krise der Schulmedizin ist nicht die Schuld der Pharmaindustrie, es ist die Schuld der überwältigenden Mehrheit der schlechten Ärzte, ihrer Arroganz und nicht zuletzt ihrer Habgier. Die Pharmaindustrie hätte nicht den Hauch einer Chance, überteuerte Produkte in den Markt zu drücken, wenn nicht die Mehrheit der Ärzte so unehrlich und so habgierig wäre.

Wer hätte vor 35 Jahren gedacht, daß die "Halbgötter in Weiß" in Wirklichkeit zu 70 Prozent Pfuscher und Ganoven sind? Die genwärtige Krise zieht sich durch alle Berufsgruppen und Bevölkerungsschichten. Es ist keine Finanzkrise und keine Wirtschaftskrise. Es ist eine Krise der gesamten Gesellschaft.

 

13.12.2008: Cisco verstößt gegen die GPL

Laut der "Free Software Foundation" sollen sie in mehreren "Linksys"-Produkten Software eingesetzt haben, die unter der GPL steht, ohne die Lizenzbedingungen einzuhalten. Seit 2003 stellen sie sich einfach stur und machen nur Sprüche. Jetzt hat die FSF Klage eingereicht. Darauf reagiert die Weltfirma Cisco beleidigt und selbstgerecht wie ein kleines Kind.

In a statement, Cisco said it was disappointed by the lawsuit, saying it takes its open source software obligations and responsibilities seriously.

Das Positive an der Affäre ist: Cisco benutzt Open-Source-Software. Sie schreiben keine eigene Systemsoftware, etwa weil sie es besser könnten, sondern sie vertrauen auf Open-Source. Braucht jemand mehr Beweise dafür, daß Open-Source der richtige Weg ist?

Auf groklaw.net ist ein Leitfaden für den Umgang mit "GPL-Violations".

 

13.12.2008: "Die können mich nicht abgehört haben. Ich habe doch immer die Rufnummer unterdrückt."

So blöd kann man gar nicht sein? Lawblog ist anderer Meinung. Als Drei- und Vierjährige haben wir uns die Augen zugehalten und gedacht, jetzt sind wir unsichtbar. Allmählich dämmert mir, warum Leute kriminell werden: weil sie blöd sind.

 

12.12.2008: Kinderarmut: Es geht nicht um Markenkleidung

freitag.de:

Armut unter Kindern und Jugendlichen wird immer wieder mit dem Hinweis relativiert, den Jugendlichen fehlte nur das Geld für Markenkleidung. Was halten Sie davon?

Es geht überhaupt nicht um Markenkleidung. Kinderarmut bedeutet in Deutschland zum Beispiel, dass Kinder nicht zum Fußballverein können, wegen der regelmäßig notwendigen Sportschuhe, es gibt kein angemessenes Taschengeld, Kinder nehmen Geburtstagseinladungen nicht an, weil das Geld für ein Geschenk fehlt und man sich schämt, mit leeren Händen zu kommen. Nachhilfeunterricht kann nicht bezahlt werden. Die Kosten für Schulausflüge müssen an anderer Stelle mühsam eingespart werden. Die Familien können auch keine gemeinsamen Ausflüge und Unternehmungen machen. Oder es kann zum Beispiel ein Interesse an Musik oder eine Begabung nicht gefördert werden. Viele kostenlose Angebote wie Schul-AGs sind meistens auch mit indirekten Kosten verbunden, wie zum Beispiel Notenkauf oder einem Übungsinstrument. Dazu reicht der Regelsatz nicht.

 

12.12.2008: Karen the Teacher

Eine Lehrerin hat Linux-CDs "beschlagnahmt" und eine E-Mail geschrieben. Haarsträubend:

  • 1. Linux-CDs darf man nicht verschenken
  • 2. Freie Software gibt es nicht
  • 3. Freie Software ist ein schädliches Konzept
  • 4. Die Versprechungen von Linux sind übertrieben und basieren auf falschen Tatsachen
  • 5. Auf praktisch jedem Computer läuft Windows
  • 6. Werbung für ein anderes Betriebssystem schadet den Kindern
  • 7. Microsoft würde Kindern ältere Windowsversionen schenken, wenn man sie bittet

Blog of Helios: At this point, I am not sure what you are doing is legal. No software is free and spreading that misconception is harmful. These children look up to adults for guidance and discipline. I will research this as time allows and I want to assure you, if you are doing anything illegal, I will pursue charges as the law allows. Mr. Starks, I along with many others tried Linux during college and I assure you, the claims you make are grossly over-stated and hinge on falsehoods. I admire your attempts in getting computers in the hands of disadvantaged people but putting linux on these machines is holding our kids back.At this point, I am not sure what you are doing is legal. No software is free and spreading that misconception is harmful. These children look up to adults for guidance and discipline. I will research this as time allows and I want to assure you, if you are doing anything illegal, I will pursue charges as the law allows. Mr. Starks, I along with many others tried Linux during college and I assure you, the claims you make are grossly over-stated and hinge on falsehoods. I admire your attempts in getting computers in the hands of disadvantaged people but putting linux on these machines is holding our kids back.

Das ist alles nicht wahr. Jeder einzelne Punkt ist das Gegenteil der Wahrheit. Eine Lehrerin lügt das Blaue vom Himmel herunter. Wieso ist die immer noch Lehrerin, müßte sie nicht sofort gefeuert worden sein?

1. Linux steht unter einer Lizenz, der GPL, und solange man die beachtet, handelt man legal.

2. Linux und die meiste andere Open-Source-Software ist frei Sinne von "kostenlos" und frei im Sinne von "Freiheit". Was die Distributionsmacher tun, ist: sie laden von Tausenden von Webservern einzelne Programme herunter und packen alles zusammen auf CDs. Diese CDs zu kopieren und zu verbreiten ist nicht nur erlaubt, sondern erwünscht. Kaufen muß man höchstens den Support.

3. Heutige Software ist komplizierter und umfangreicher als früher. Die Unzulänglichkeiten nicht quelloffener Software werden immer deutlicher. Eine Entwicklerfirma ohne Unterstützung durch eine Open-Source-Gemeinschaft ist immer weniger in der Lage, mit der Entwicklung Schritt zu halten.

4. Das Fraunhofer-Institut hat eine Vergleichsstudie durchgeführt. Fazit:

Open Source ist nicht frei im Sinne von kostenlos, sondern frei im Sinne der freien Meinungsäusserung.

Die Verwendung von OSS wird in Lizenzen geregelt, die sich an Standards halten müssen, damit sie von der Open Source Intiative anerkannt werden.

Open Source ist reif für den Einsatz, auch in geschäftskritischen Bereichen. Open Source wird auch bereits sehr breit eingesetzt.

Open Source bietet die Möglichkeit, mit entsprechenden Geschäftsmodellen auch kommerziellen Erfolg zu erzielen. Als Geschäftsmodelle mit Open Source sind nur Dienstleistungen und Appliances als reine Modelle wirklich tragbar. Mischformen mit Dienstleistungen sind jedoch immer möglich. Dadurch wird der Druck auf reine Dienstleister erhöht.

Der rechtliche Rahmen von Open Source ist durch die jeweils verwendete Lizenz gegeben. Diese Lizenzen sind rechtlich verbindlich, wenn auch die Rechtspraxis noch nicht im vollen Masse gegeben ist.

Solange eine Software nur intern verwendet wird und nicht in irgend einer Form weitergegeben wird, kann OSS beliebig eingesetzt werden.

Der als fehlend empfundene Support bremst das Vertrauen in OSS derzeit noch und verhindert in vielen Firmen den Einsatz in geschäftskritischen Bereichen.

5. Google hat mal gezählt, wie groß der Anteil jedes Betriebssystems war, von dem die Google-Anfragen kamen. Ungefähr 2004 wurde der Service eingestellt. Da war der Anteil von Linux bei 1 Prozent und schnell steigend. Ich glaube nicht, daß er seitdem etwa gesunken ist.

6. Werbung für ein anderes Produkt schadet nicht dem Verbraucher, sondern dem Monopolisten.

7. Microsoft verschenkt nichts, insbesondere nicht Windows. Sie verkaufen es, und zwar teuer. Das Windows, das auf einem gekauften PC bereits installiert ist, ist nicht kostenlos, sondern im Kaufpreis enthalten. Ein PC ohne Betriebssystem und Software ist ein paar hundert Euro billiger.

 

5.12.2008: Canon: Keine Handbücher mehr im Internet

Canon wehrt sich gegen "Grauimporte" (seiner echten Produkte, wohlgemerkt), indem sie u.a. ihre Manuals nicht mehr im Internet anbieten. Alles klar? Nie wieder Canon. So einfach ist das.

 

5.12.2008: Hartz-IV: Wenn der Lohn nicht zum Leben reicht

Die Zahl der "Aufstocker", die voll arbeiten, aber trotzdem zuwenig zum Leben haben, beträgt 628.000. Die Zuwachsrate beträgt 9.1 Prozent pro Jahr. Davon kann der Rest der Wirtschaft nur träumen.

 

4.12.2008: Melamin in Hirschhornsalz aus China

In Deutschland wurde in mehreren Probem eines Backtriebmittels aus China Melamin entdeckt. Natürlich heißt es sofort: "Für den Verbraucher besteht keine Gefahr." Hirschhornsalz wird für Lebkuchen verwendet.

 

4.12.2008: Star Wars: Das Imperium schlägt zurück

George Lucas hat ein beliebtes Fanprojekt löschen lassen. Nach "Clone Wars" ist das nun schon mindestens der zweite schmerzhafte Schlag ins Gesicht der Fans. Die Macher werden enden wie der Evil Emperor.

 

4.12.2008: Wintereinbruch - völlig überraschend

Wie in jedem Jahr, so kam auch diesmal der Winter völlig überraschend für alle Verkehrsteilnehmer.

 

4.12.2008: Tagesmütter: "Leistungsgerechte Vergütung"

Drei Euro pro Kind und Stunde zahlt das Jugendamt Kiel einer Tagesmutter. Davon soll sie Essen und Pflegemittel für das Kind kaufen und außer Steuern, Sozial- und Rentenversicherung zahlen.

Den Beamten im Jugendamt zahlt die Stadt ungefähr das Sechsfache. Da gehen dann aber nur Steuern ab, alles andere zahlt der Staat. Und leisten brauchen sie auch nichts.

 

4.12.2008: Finanzkrise: Banken machen einfach weiter

Der Kunde wünscht sich "Kapitalsicherheit", die Bank verkauft "Unsicherheit". Banker sind halt Gauner.

 

4.12.2008: Vorratsdaten: Kaum eingeführt - schon mißbraucht

2200-mal allein im ersten Halbjahr griffen Ermittler auf die gespeicherten Verbindungsdaten der Bundesbürger zu. Es ist ja auch so bequem. Es war nie wirklich geplant, das zur Bekämpfung von Terroristen einzusetzen. Politiker, Beamte und Funktionäre lügen, was das Zeug hält. Und sie sind auch noch stolz drauf.

Lieber Gott, ich bitte dich, mach sie alle tot. Laß eine Flut kommen, daß alle ersaufen. Ich will gerne auch sterben, wenn nur diese Teufelsbrut umkommt.

 

3.12.2008: "Admin" ist eingetragenes Markenzeichen

"Bundesrepublik Deutschland" läßt sich das Wort "Admin" als Marke eintragen.

  • Markentext: ADMIN
  • Markenform: Wortmarke
  • Inhaber: Bundesrepublik Deutschland, vertr. d. Bun[...] Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, vertr.[...] 30169 Hannover
  • Leitklasse: 37
  • Klassen: 09; 37; 42
  • Letzter Verfahrensstand: Marke eingetragen

 

  • Registernummer: 30041082
  • Nizzaklasse 09, 37, 42
  • Waren & Dienstleistungen
  • 09 Gespeicherte Programme für die elektronische Datenverarbeitung;
  • 37 Bauwesen; Reparaturwesen im Bereich Bauwesen;
  • 42 Erstellen von Programmen für die elektronische Datenverarbeitung.

Das Land ist krank. Es hat Bürokratie. Das ist eine Krebsart, die sich in alle Organisationen hineinfrißt. Eine Chance auf Genesung besteht erst, wenn alle Beamten und Funktionäre gestorben sind. Sie ernähren sich von Steuern und Gebühren. Ein radikaler Geldentzug würde helfen. Der bereitet sich gerade vor.

 

3.12.2008: Was ich so alles habe

Ein halbes Auto, ein dreiviertel Handy, ein fast komplettes Fahrrad, wow.

 

3.12.2008: Kanzlerin Merkel: Deutsch in Deutschland? Wieso das denn?

Die CDU will ein Bekenntnis zur deutschen Sprache ins Grundgesetz aufnehmen lassen. SPD und Grüne protestieren, die Türkische Gemeinde reagiert mit Unverständnis - ebenso wie Angela Merkel.

Die Türken denken wahrscheinlich, sie dürften dann nicht mehr türkisch sprechen. Und Merkel weiß gar nicht, daß es außer "einen Türken bauen" noch andere Türken gibt.

 

2.12.2008: Schlägerbande "Polizei": 234 Fußballfans verhaftet

Ganze vier Strafanzeigen kamen dabei heraus. Einsatzleiter Hans-Jürgen Pusch ließ die Insassen von sechs Bussen in Bremen festnehmen und den ganzen Tag lang festhalten.

 

2.12.2008: Schlägerbande "Polizei": Schlagverstärkende Handschuhe

Sie sind keine Ausnahme. Ein Beamter schätzt: Jeder Fünfte in den Einsatzhundertschaften hat sie. "Ein Beamter schätzt: Jeder Fünfte in den Einsatzhundertschaften hat sie."

 

28.11.2008: Airbus abgestürzt

Gestern bin ich noch mit einem geflogen. Die Dinger machen immer noch abartige Geräusche mit dem Fahrwerksantrieb, wirklich abartig. Das machen die seit über 15 Jahren.

 

28.11.2008: Menschenrechte: EU will Einschränkungen

Die EU hat beschlossen: Der Käufer einer vorausbezahlten SIM-Karte muß identifiziert werden können.

Die Menschenrechtskonvention sagt: Kommunikation ohne staatliche Einmischung ist ein Menschenrecht. Die EU sagt: Anonyme Kommunikation schränkt das Recht des Staates auf Strafverfolgung ein. Das ist schon wieder eine (ich weiß nicht, die wievielte) Kriegserklärung staatlicher Stellen gegen Menschen- und Bürgerrechte.

 

28.11.2008: Finanzkrise: Markt für US-Schatzbriefe bricht zusammen

Die Händler haben aufgehört zu liefern. Wer jetzt die bis dahin sichersten Papiere überhaupt kauft, bekommt nichts mehr. Das Ende der Fahnenstange ist erreicht. Das US-Finanzsystem bricht zusammen. Es kann sich nur noch um Tage handeln. Naja, vielleicht auch Wochen.

 

27.11.2008: Finanzkrise: Wachowia-Manager bekommen 98 Mio. Dollar Abfindung

Als kleines Trostpflaster für das schmähliche Ende der Karriere als Bankmanager erwarten die Superbanker, die die US-Bank Wachowia in den Boden gerammt haben ein paar Millionen US-Dollar. Alle haben Verständnis.

 

25.11.2008: Finanzkrise: Jetzt 7400 Milliarden Dollar

Vor ein paar Wochen gab es noch einen Riesenaufstand im Kongreß um 700 Milliarden, jetzt sind wir eine Null weiter. Hatte ich schon erwähnt, daß auch das nicht annähernd reichen wird? Wir sehen immer noch nicht mehr als eine kleine Spitze des Eisbergs.

 

23.11.2008: Polizei: "Wir haben gelogen"

Nach 25 Jahren gibt er es zu.

 

22.11.2008: Finanzkrise: Citibank wackelt

Die ehemals größte Bank der Welt erlebt Abstürze bei Börsenkurs, eigenem Wert, Kapitalausstattung. Bislang 60 Milliarden Abschreibungen, 20 Milliarden Jahresverlust, 1.200 Milliarden "Risikopositionen", "ausgelagerte" 1.200 Milliarden, 780 Milliarden Kundeneinlagen, das ist wahrscheinlich alles schon nicht mehr real vorhanden. Das sieht aus wie "Lehman-Brothers II, neu, jetzt noch katastrophaler".

Zwanzig Jahre lang haben sie Geld aus dem Nichts erschaffen und davon gelebt in Saus und Braus. Nun kommt die Rechnung: eine Zwei mit zwölf Nullen dran. Und das ist erst der Anfang. Meiner Meinung nach ist es am Schluß sowas Ähnliches wie eine Vier mit vierzehn Nullen dran. Das sind so zirka 14 Jahre Welt-Produktion. Seit meinen letzten Zahlen sind die Derivate aber noch stark angestiegen. Es können auch inzwischen 28 Jahre Weltproduktion sein, die da verbraten wurden. Die USA sind hoffnungslos überschuldet, nur noch nicht zahlungsunfähig. Großbritannien wahrscheinlich auch.

Update: 24.11.2008: Bankrott der Citigroup steht bevor.

 

22.11.2008: Michael Jackson konvertiert zum Islam

Kaum zu glauben.

 

22.11.2008: Banken: Betrug mit Geldautomaten existiert nicht

Im ersten Halbjahr 2008 gab es bereits 1300 Angriffe durch manipulierte Geldautomaten und Schäden von 50 Millionen. Die Steigerungsraten sind astronomisch. Wie reagieren die Banken: "Wir sehen keinen Handlungsbedarf".

Die Banken wollen nicht im Zusammenhang mit "Betrug" gesehen werden. Das kommt daher, daß sie selbst die größten Betrüger von allen sind. Sie regeln das Problem mit Geld und denken, solange das geht, ist alles in Ordnung. Sie lassen die Betrüger in Ruhe und denken, solange das geht, kommen sie selbst nicht in Verdacht. Da kommt schon "Mittäterschaft", wenn nicht "Beihilfe" in Frage. Machen wir uns nichts vor: Banker sind von Natur aus Ganoven.

 

21.11.2008: US-Geheimdienst prophezeit Niedergang

Laut Spiegel sagt der "National Intelligenc Council" der US-Geheimdienste voraus, daß die Weltordnung nach dem Zweiten Weltkrieg 2025 nicht mehr existieren wird. Da hätten sie auch einfach mich anrufen können, die Voraussage erfordert keine Geheiminformationen.

Es handelt sich übrigens um denselben US-Geheimdienst, der die Anschläge vom 11. September 2001 nicht vorhergesehen hatte. Folgerichtig heißt es auch in politischer Korrektheit: "Die globale Erwärmung wird um diese Zeit bereits fühlbar sein." Hätten sie mich angerufen, hätte ich ihnen gesagt: "Die globale Erwärmung" wird spätestens in fünf Jahren von niemandem mehr erwähnt werden. Die Themen werden sein:

  • kleine Eiszeit
  • Mißernten, Hungersnöte
  • Naturalwirtschaft
  • Zerfall der Nationalstaaten
  • Räuberbanden
  • eine neue Religion

 

19.11.2008: Wer nichts zu verbergen hat

konnte das Bundesamt für Verfassungsschutz bisher nicht plausibel darlegen "weshalb die geheimdienstliche Beobachtung [...] über einen Zeitraum von 38 Jahren zum Schutz der Verfassung notwendig gewesen sein soll".

"Die EU greift mit ihrer Terrorliste im ,Kampf gegen den Terror' gewissermaßen selbst zu einem Terrorinstrument aus dem Arsenal des sogenannten Feindstrafrechts - eines menschenrechtswidrigen Sonderrechts gegen angebliche ,Staatsfeinde', die praktisch rechtlos gestellt und gesellschaftlich ausgegrenzt werden"

 

18.11.2008: Lutz Heilmann: Was die Stasi-Personenschützer zu tun hatten

"Ich bin diesen durchtrainierten jungen Männern begegnet, wenn ich im Stasigefängnis Hohenschönhausen zum Verhör geführt wurde. [...] Auf den Gängen im Vernehmertrakt standen in etwa 10m Abstand voneinander diese Stasi-'Personenschützer'". Quelle: Die Achse des Guten

 

18.11.2008: Kinder aus dem Zug werfen - die Busfahrer machen jetzt auch mit

Was dem Bahn-Schaffner recht ist, ist dem Busfahrer billig. Fünf 16- und 17-jährige Mädchen wurden in Geesthacht aus dem Bus nach Hamburg gewiesen, weil ihnen 3.40 Euro Zuschlag fehlten. Eine Möglichkeit, das Geld nachzuzahlen, gab es nicht. Von Geesthacht bis Hamburg, das sind mal eben so 25 Kilometer Fußmarsch. Ok, es ist bild.de, da ist etwas Skepsis nicht fehl am Platz.

Trotzdem: Es ist Zeit für private Initiativen. Wenn sich genügend Leute zusammentun und jeweils einen regionalen Verein gründen, der ein paar private Kleinbusse betreibt, können solche Probleme nicht mehr auftreten. Dann wird es vielleicht ein Problem sein, daß der Vereinsbus nur alle ein, zwei Stunden fährt, oder daß die Mitgliedschaft plus Einzelfahrten letztlich teurer wird als der HVV. Aber das ist alles viel erträglicher als das Risiko, plötzlich mitten in der Nacht 25 Kilometer zu Fuß gehen zu müssen. Man zeigt seinen Mitgliedausweis, und der Betrag wird vom Konto abgebucht, fertig. Der HVV wird toben und Armeen von Anwälten schicken, aber die können nichts machen. "Diese Leistung ist nur für Vereinsmitglieder", sowas ist unangreifbar. Man kann sogar einen bundesweiten "Verkehrsverbund der privaten Regionalvereine" bilden. Da werden der HVV und die Bahn aber dumm aus der Wäsche gucken.

 

18.11.2008: G20-Gipfel: Zentralismus ist keine Lösung

Die "20 führenden Wirtschaftsnationen" haben sich am Wochenende geeinigt, und zwar auf "gemeinsame Prinzipien, [...] konkrete Maßnahmen und einen Zeitplan". Wow. Die "Zeit" meint weiter, "gemeinsames Handeln" bedeute, "staatliche Souveränität aufzugeben".

Meiner bescheidenen Meinung nach ist das genau die falsche Richtung. Nicht in Richtung Zentralisierung, sondern in Richtung Dezentralisierung liegt die Lösung der Finanzkrise. Die Welt weiß ja nun schon aus Erfahrung: zentral gelenkte Planwirtschaft führt zum Bankrott. Warum: weil der Einzelne, die einzelne Institution sich nicht mehr wirklich bemühen, sich nicht mehr "einbringen", sondern sich auf die Position zurückziehen: "Wir machen genau das, was vorgeschrieben ist, am besten noch ein kleines bißchen weniger." (Ich habe das persönlich erlebt und zu spüren bekommen, an der Arbeitsmentalität in der ehemaligen DDR kurz nach der "Wende".)

Die Welt braucht mehr Unabhängigkeit, kleinere Einheiten, mehr Verantwortung unten, weniger Macht oben. Die Bevölkerung von Hamburg-Eimsbüttel-Nord kriegt man vielleicht gerade noch unter einen Hut, wenn es darum geht, gemeinsam die Ärmel aufzukrempeln und den Karren aus der Sch... zu ziehen. Schon bei "ganz Hamburg" habe ich meine Zweifel. Eine Welt-Finanzregierung halte ich für völlig losgelöst von jeder Realität.

Meiner Meinung nach wird genau das in jedem Falle passieren - so oder so. Staaten werden zusammenbrechen und von größeren Staaten geschluckt, größere Blöcke werden gebildet, "Regierung Eurasien" (so in der Art), aber niemand wird sie zur Kenntnis nehmen. Wenn sie mit Militär kommen, werden sie wie Räuberbanden behandelt. Und regional werden sich die Menschen zusammentun und sich einigen. Sei es auf Regionalgeld, auf Tauschhandel, auf eine Parallelwirtschaft. Menschen einigen sich, wenn es hart auf hart geht, aber nur innerhalb überschaubarer Gruppen. Machthaber dagegen neigen zur Überschätzung der eigenen Kräfte und tendieren zum Krieg.

Deshalb hat auch niemand das Gefühl, das in der "Zeit" beschrieben ist: "Kein Zweifel: Die Welt ist enger zusammengerückt an diesem Wochenende in Washington." Daß ich nicht lache. Die Journalisten in der Kneipe wahrscheinlich.

 

16.11.2008: Prügel-Polizisten freigesprochen

Beim G8-Gipfel in Genua 2001 waren Polizisten nachts in eine Schule eingedrungen und hatten dort schlafenden Gipfelgegnern Knochen gebrochen und Zähne ausgeschlagen. Sie wurden nun zumeist freigesprochen. Kommentar

http://www

Meine Rede: Die sogenannte "Polizei" ist nur noch eine bewaffnete Schlägerbande.

 

16.11.2008: Erdwärme: Risse in den Häusern

Im südbadischen Staufen wollte man besonders umwelt- und klimafreundlich sein. Man bohrte nach Erdwärme - und durchstieß eine Erdschicht, die Gips von Wasser trennt. Der Gips unter der Stadt quillt nun auf - in den Gebäuden darüber reißen die Wände. Nun will keiner die Verantwortung tragen. Quelle: Spiegel

 

16.11.2008: USA: Das Jobangebot war eine Falle

Ein deutscher Hacker war in das Netz eines amerikanischen Spieleherstellers eingedrungen. Er wurde angeklagt, den Quellcode eines noch nicht veröffentlichten Spiels gestohlen zu haben und von einem deutschen Gericht zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Der Spielehersteller und das FBI versuchten, ihn in die USA zu locken, um ihn ein zweites Mal vor Gericht zu stellen. Der Spielehersteller bot ihm deshalb zum Schein einen gutbezahlten Job an. Warum er nicht hingefahren ist, ist noch unklar. Quelle: golem.de

Nun kann man den USA selbst bei Jobangeboten nicht mehr trauen. Wer weiß heute schon, ob er nicht längst auf einer Fahnungs- oder Terrorliste steht, und sei es nur wegen eines Schreibfehlers? Im besten Fall wird einem bei der Einreise nur das Eigentum konsfisziert, im schlimmsten Fall verschwindet man für immer in Guantanamo. USA - nein danke. Ich glaube, über kurz oder lang werden die USA ebenso gemieden wie heute die Türkei nach Marco.

 

16.11.2008: Interessantes kleines Video aus der Gastronomie

Unter dem schlichten Titel "KFC" sieht man einen - offenbar heimlich aufgenommen - Griff in den Abfalleimer in einer Filiale von KFC.

 

15.11.2008: "Der Katastrophen-Management" bei "Die Bahn"

Der Lokführer des Rettungszuges war betrunken. Der nächste konnte die Technik nicht bedienen. Die Tür zum Tunnel war abgeschlossen. Die Bahn rückt die Schlüssel nicht raus. Und es gibt kein Löschwasser im Tunnel. Die Bahn ist eine einzige Katastrophe.

 

14.11.2008: Die Sommerzeit, der amtliche Unfug

Einer Untersuchung in Indiana zufolge kostet die Sommerzeit deutlich mehr Energie, als sie einsparen soll.

Our main finding is that - contrary to the policy's intent - D.S.T. increases residential electricity demand. Estimates of the overall increase are approximately 1 percent

 

14.11.2008: Kontrolleur Kinderschreck

In München wurde eine Zwölfjährige aus dem Zug geworfen, in Münsterland gab es "mindestens zwei Fälle", in Greven wieder zwei, ein Fall in Gütersloh konnte "nach langem Zureden" verhindert werden.

Google-News liefert im Augenblick "ungefähr 244 Treffer" für "aus dem zug".

 

14.11.2008: Finanzkrise: Sarrazin kaufte Schrottanleihen

Der öffentlich-rechtliche Nahverkehrsbetreiber "Berliner Verkehrsgesellschaft" muß zum Abdecken unerwarteter Risiken ein bißchen Kleingeld beiseite legen: 157 Millionen.

Berliner Morgenpost: "Damals war die Welt noch eine andere", sagte der Finanzsenator. Aus der Vorlage für den Aufsichtsrat seien die wahren Risiken nicht ersichtlich gewesen. \u201eDamals war die Welt noch eine andere\u201c, sagte der Finanzsenator. Aus der Vorlage für den Aufsichtsrat seien die wahren Risiken nicht ersichtlich gewesen. [...] Der Grünen-Finanzexperte Joche Esser sagte, er frage sich, wie sich die BVG und ihr Aufsichtsratsvorsitzender Sarrazin ein Päckchen andrehen lassen konnten, dessen Inhalt sie nicht verstanden haben."

 

14.11.2008: Schweden: Lidl vergiftet Obdachlose

Lidl-Mitarbeiter werfen abgelaufene Lebensmittel weg und schütten dann Putzmittel darüber, damit Obdachlose nicht davon essen. Das nenne ich mal pflichtbewußt.

 

12.11.2008: Die Bahn wirft Kinder aus dem Zug

Schon wieder. Alle paar Tage schmeißen sie ein Kind aus dem Zug, 40 Kilometer von zu Hause, ohne Geld, ohne Handy. Ganz fröhlich. Der Kölner Stadt-Anzeiger fragt: "Könnte es sein, dass wir hier etwas erleben, was viele Jahre Praxis war und nur deshalb nicht weiter aufgefallen ist, weil das Geschehen nicht den Weg in die Nachrichten fand?"

 

11.11.2008: Finanzkrise: "Die Beraterbank" macht Milliardenverlust

Die "ZEIT" berichtet über Verluste der Allianz durch die Dresdner Bank. Mich hat die Dresdner ungefähr 1995 erst zwanzig Minuten stehenlassen und dann hinauskomplimentiert, um nicht zu sagen: achtkantig rausgeschmissen, als ich damals eine Bank suchte, die mir helfen sollte, so ungefähr 25 Goldmünzen zu kaufen. Sie hatten zuviel zu tun, sie waren nicht interessiert an Kunden unter einer Million auf dem Konto. Hoffentlich werden ein paar dieser arroganten W... arbeitslos. Wenn ich einen von denen auf einer Parkbank sehe, kriegt er einen kräftigen Tritt.

 

9.11.2008: Finanzkrise: Staatshilfe frei von Zinsen

Wollen Sie einen Kredit? Dann zahlen Sie satte Zinsen. Zehn Prozent sind gar nichts. Was sagt die Postbank: "Geduldete Überziehung 18,5 Prozent". Zack, bumm. Was zahlt die Commerzbank für ein paar Milliarden vom Steuerzahler: null Prozent. Verluste trägt der Steuerzahler, Gewinne streicht der Aktionär ein. Und was kriegen unsere Politiker dafür? Schmiergeld. Das ist Sozialismus.

 

9.11.2008: Trend bei der Bahn: Kinder aussetzen

Die Bahn hat schon wieder ein Kind (13) ausgesetzt, diesmal 40 Kilometer von zu Hause entfernt. Die Bahn hat sich, heißt es, "in aller Form entschuldigt".

Es besteht ein Widerspruch zwischen dem, was die Bahn jedesmal behauptet und dem, was die Schaffner tun. Die Bahn sagt: Die Vorschriften sind klar, Minderjährige dürfen nicht aus dem Zug geworfen werden. Aber die Schaffner werfen Minderjährige aus dem Zug. Entweder, die Vorschriften sind doch nicht ganz so klar, wie die Bahn behauptet, sondern es gibt vielleicht mehrere, einander widersprechende Vorschriften. Oder die Bahn lügt ganz bewußt. Das Letztere halte ich für wahrscheinlicher.

Es heißt, das Kind sei in der Ortschaft "umhergeirrt". Das paßt zum Alter: 13 Jahre. Mit 13 Jahren hat man kein nennenswertes Selbstwertgefühl. Die Persönlichkeit des Kindes, das man nicht mehr ist, und die Persönlichkeit des Erwachsenen, der man noch nicht ist, spenden in dem Alter keine Sicherheit. In einer Gruppe mit Gleichaltrigen fühlt man sich schon besser. Aber allein in einer fremden Stadt, abends wenn die Läden schon geschlossen sind, und dann auch noch ohne Geld und ohne Handy. Das ist genau das, was mit einer "hilflosen Situation" gemeint ist. Man kann auch nicht klar denken in so einer Situation.

Meiner Meinung nach hat sich die Schaffnerin (und möglicherweise die Bahn durch falsche Schulungen oder gar das Versprechen von Kopfprämien für Schwarzfahrer) strafbar gemacht. Einen Menschen in eine hilflose Situation zu bringen, ist keine Ordnungwidrigkeit. Es ist ein Verbrechen. Ich denke, die Bahn hat ihre Schaffner - in bester Absicht, zur Bekämpfung des Schwarzfahrens - zu Verbrechen angestiftet.

Ich weiß natürlich: Wenn ein Schaffner tagtäglich Gruppen von 13-jährigen Schülern ertragen muß, mit ihren Sprüchen, ihren typischen Frechheiten, ihrer Disziplinlosigkeit, das setzt ihm zu. Er kann nicht viel machen, aber er schwört innerlich Rache. Menschen sind halt schwach. Und dann, eines Tages, wenn jemand dann tatsächlich keine Fahrkarte hat, sieht der geplagte Schaffner seine Stunde gekommen. Dann kriegt der "Schwarzfahrer" all das ab, was sich in dem Schaffner über Monate angestaut hat. Aber genau wie jeder Andere hat auch ein Bahnschaffner kein Recht auf Rache, kein Recht darauf, für die Schmach, die er ertragen mußte, irgendjemanden büßen zu lassen. Es gibt halt kein Recht auf Selbstjustiz bei uns, und das ist auch besser so.

Ich glaube, die Bahn weiß ganz genau, daß sie sich - wahrscheinlich - strafbar gemacht hat. Nur deshalb beeilen sie sich so mit "Entschuldigungen in aller Form". Wenn sie sich sicher wären, daß sie alles richtig gemacht haben und daß ihnen nichts passieren kann - seien wir doch mal ehrlich - dann wären sie doch genauso hochnäsig und frech, wie sie es auch sonst immer sind. Und offenbar steckt die Staatsanwaltschaft mit der Bahn unter einer Decke. Sonst hätte man längst etwas über den Fortgang der Ermittlungen gelesen.

 

5.11.2008 Oxford: "Weihnachten" heißt jetzt "Lichterfest"

Um die Moslems nicht zu beleidigen, hat die Verwaltung der britischen Stadt Oxford angekündigt, das Wort "Christmas" solle nicht mehr benutzt werden, der Event solle "Winter Light Festival" heißen. Die Öffentlichkeit, sowie der Vatikan reagierten befremdet bis empört. Sie haben daraufhin ihren Vorstoß gleich wieder dementiert - natürlich ohne ihn wirklich zurückzunehmen.

 

5.11.2008 Fergie schockiert von türkischen Kinderheimen - Türkei schockiert von Fergie

Wie war das noch, damals, in Rumänien? Waisenkinder liegen in verdreckten Betten, schwere Entwicklungsstörungen durch fehlende Zuwendung, die Welt ist schockiert. Die Herzogin von York, Sarah Ferguson ("Fergie") hat zusammen mit Journalisten rumänische Zustände in der Türkei aufgedeckt.

Und was macht die Türkei? Ein beleidigtes Geschrei: "sie hege böse Absichten und wolle die Bewerbung der Türkei um eine Mitgliedschaft in der EU beschädigen, wie türkische Medien am Dienstag berichteten." Was für ein Kindergarten.

 

5.11.2008 Somalia: 13-jähriges Vergewaltigungsopfer "zur Strafe" gesteinigt

In der somalischen Stadt Kismayo regiert islamische Miliz. Amnesty International berichtet über die Steinigung einer Dreizehnjährigen wegen "außerehelichem Sex", nachdem sie von drei Männern vergewaltigt worden war. Es würde mich nicht wundern, wenn die Vergewaltiger unter den Steinigern waren.

 

5.11.2008 Iran: Ahmadinedschad nimmt falschen Ehrendoktor weiter in Schutz

Der iranische Innenminister Ali Kordan hatte sich einen Doktortitel gekauft. Nun mußte er sich einem Amtsenthebungsverfahren stellen. Präsident Ahmadinedschad nennt das Verfahren "illegal", da sich Ali Kordan seiner Meinung nach "nichts zuschulden kommen" ließ. Das unrechtmäßige Führen eines Titels ist im Iran, wie überall auf der Welt, verboten.

Das eigentlich Interessante an dem Fall ist: Der iranische Innenminister und der iranische Präsident waren und sind beide offensichtlich der festen Überzeugung, daß man sich einen echten Doktortitel auch für hundert Dollar übers Internet kaufen kann und darf.

 

5.11.2008: USA: Wahlcomputer zum Präsidenten gewählt (Satire)

Eine DRE-700-Maschine entscheidet die Wahl für sich (Video).

 

2.11.2008: Finanzkrise: Banken zieren sich

Banken fürchten, die Annahme des staatlichen Rettungspakets stigmatisiert sie als Pleitebank. Tatsächlich brachen die Aktien der Commerzbank um zehn Prozent ein, als das Gerücht ging, sie würde es annehmen. Merkel erwägt, die Milliarden zwangsweise zu vergeben. Unser Finanzheini Steinbrück ist wegen des Zögerns der Banken nach eigenen Worten "beleidigt".

Ja, Merkel, so ist es richtig. Wenn die Banken es vorn nicht nehmen, schieben Sie es ihnen am besten hinten rein. Das wird die Wirtschaft sicherlich retten. Und was ist dieser Steinbrück eigentlich für ein komischer Kauz?

Ich denke, die Banken nehmen es nicht an, weil sie ganz genau wissen, daß es viel zuwenig ist. Um den Zusammenbruch abzuwenden, wären nicht 500 Milliarden Euro nötig, sondern mindestens ein Bruttosozialprodukt (2.000 Milliarden), aber nicht in "Euro", nicht als frisch bedrucktes Papier, sondern "echte Produkte" von Industrie und Handwerk (also nicht das, was Banken und Versicherungen neuerdings so gern als "unsere Produkte" bezeichnen.)

Nebenjobber, Träger des "Diskriminierungspreises" und Witzbold Sarrazin schießt den Vogel ab. Alle sind dumm, nur er nicht. Und Schulden beim Staat sind dasselbe wie Eigenkapital. Er sagt:

"Der Dummheitskoeffizient scheint leider in deutschen Banken besonders hoch zu sein. Generell gilt ja die Regel: Je dümmer einer ist, umso mehr wächst das Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten" und: "Alle Banken brauchen mehr Eigenkapital." Eine Quote von mindestens zehn Prozent sei "ein Muss". Es sei deshalb auch besser, die Banken dazu zu verpflichten, das Geld zu nehmen. Und: "Nur weil Teile der privaten Wirtschaft versagt haben, sind die Repräsentanten des Staates ja nicht über Nacht kompetenter geworden. Der Staat ist nur das letzte Mittel. Hinter ihm beginnt das Chaos"

 

1.11.2008: DDR 2.0: Behörde verbietet Flugblätter

Das Bezirksamt im Hamburger Stadtteil Billstedt schrieb einer Bürgerinitiative: Der Infostand wird euch genehmigt, aber ihr dürft keine Flugblätter verteilen, weil sie die Straße verschmutzen. Der Richter hatte ein Einsehen: Meinungsfreiheit ist tatsächlich ein höheres Rechtsgut als Sauberkeit. Da wär jetzt kein Beamter drauf gekommen. Quelle: taz

Beamte entwickeln wirklich eine groteske Phantasie, wenn es darum geht, irgendwas zu verbieten. Nichts ist zu abwegig. Spitzfindig, rechthaberisch und völlig frei von menschlichen Gefühlen, entsetzliche Zeitgenossen. Ich glaube, die Zombies, die Untoten in den Horrofilmen, das sind eigentlich die typischen Beamten. Und wieso muß ein Infostand eigentlich überhaupt "genehmigt" werden? Auch das "Anmelden" von Demonstrationen ist nicht wirklich üblich in einer Demokratie. Die Bürokratie muß dringend beschnitten werden, da herrscht Wildwuchs. Mindestens neunzig Prozent der Beamten müssen weg. Die meisten könnte man so Sachen machen lassen wie z.B. Erntehelfer oder Teer in rissige Fugen gießen. Vielleicht passiert das ja von selbst, wenn die Wirtschaft zusammenbricht.

Im alten Rom hatten die Leute (weil der Staat das Münzmetall gepanscht hatte) irgendwann das Vertrauen zum Geld völlig verloren und gingen zur Naturalwirtschaft über. In der Folge haben sich Staat und Bürokratie aufgelöst. Revolution war nicht mehr nötig. Ich hoffe ja, daß bei uns bald mal Ähnliches passiert.

 

31.10.2008: Melamin: China vergiftet die Welt

Melamin ist nun auch in Hühnerfutter und in Eiern aufgetaucht. Vorher war es schon in Milch und in Hunde- und Katzenfutter gefunden worden. Durch giftige Nahrungsmittel aus China waren in den letzten Monaten Tausende Babies erkrankt und einige gestorben.

 

31.10.2008: Stasi 2.0: Mehr Vertrauen eingefordert

heise.de: Die Bundeskriminalfrau Monika Harms fordert die Bürger auf, zum Online-Trojaner und zu den Bundes-Ermittlungsbehörden gefälligst mehr Vertrauen zu haben. Sie sagt: "Wir wollen doch gar nicht in den Computer des Privatbürgers schauen, sondern bei einem verdichteten Verdacht die Gefahr schwerster Anschläge abwehren."

Nicht den harmlosen Bürger, nur Terroristen will sie belauschen. Und wer harmloser Bürger, und wer Terrorist ist, das entscheidet halt die Stasi. So ist das nun mal in einem Polizeistaat. Denn Monika Harms liebt doch alle, alle Menschen. Siehe auch: annalist.noblogs.org (dort: "Online-Durchsuchung").

 

30.10.2008: Wahlmaschinen: Fiasko in Finnland

heise.de berichtet von Wahlmaschinen mit mangelhafter Benutzerführung, die zu nichtgezählten Stimmen führen und von minutenlangen Hängern. Ähnliches wurde aus anderen Ländern, darunter Deutschland, auch berichtet. Offenbar haben sämtliche weltweit am Markt befindlichen Wahlmaschinen schwere Macken.

Ich glaube weder an Zufälle noch an Verschwörungstheorien. Es sind ja auch keine Fehler, die erst nach jahrelangem Gebrauch durch eine Verkettung unglücklicher Umstände zum Vorschein kommen. Es sind Fehler, die zum größten Teil leicht zu vermeiden wären und auf eklatante Inkompetenz hinweisen. Deshalb denke ich, es wird wohl eine gemeinsame Ursache geben, warum Wahlmaschinen so fehlerhaft gebaut und programmiert werden.

Alle Versuche mit Wahlmaschinen haben folgende Gemeinsamkeiten:

  • sie werden dem Volk mit "schnellerer Auszählung" angepriesen
  • sie werden mit "geringeren Kosten" angepriesen

Es werden zur Auszählung immer Beamte abgeordnet, die die Überstunden nicht bezahlt kriegen, sondern abbummeln müssen. Das Kostenargument ist offensichtlich vorgeschoben.

Ich habe noch nie gehört, daß bei einer Wahl die Geschwindigkeit der Auszählung mal ein Problem gewesen wäre. Das Geschwindigkeitsargument ist offensichtlich auch nur vorgeschoben.

Was sind also die wahren Gründe, Wahlmaschinen einzuführen? Dann wissen wir nämlich auch, warum sie so schlecht sind.

  • sie müssen hergestellt werden
  • sie kosten Steuergeld
  • sie verschieben Geld vom Staat zum Hersteller
  • sie sind ein Anlaß für Bestechungsgeld vom Hersteller an Beamte

Vom Standpunkt des Herstellers müssen sie möglichst billig sein und möglichst viel Geld einbringen. Vom Standpunkt des verantwortlichen Beamten müssen sie möglichst viel Bestechungsgeld einbringen, deshalb müssen sie möglichst teuer sein und möglichst billig hergestellt. Beide beteiligten Parteien gewinnen, wenn die Maschinen so schlecht sind wie irgend möglich. Auch wenn sie am Ende wieder eingemottet und gar nicht benutzt werden (wie in einer Gemeinde in den USA bereits geschehen) haben sie ihren eigentlichen Zweck doch erfüllt.

Der Staat kassiert Steuergelder und darf dafür in der Privatwirtschaft einkaufen, was immer der verantwortliche Beamte will (und was er Vorgesetzten und Haushaltsausschüssen plausibel machen kann). Der Staat hat Anspruch auf Steuern, auch wenn er dafür nichts leistet, sondern nur Mist macht. Das ist der gemeinsame Fehler in sämtlichen Ländern.

So ähnlich wie bei meinem anderen Hobbythema, dem Sozialsystem ohne Geld, nur auf Basis von Arbeit, sieht auch hier eine mögliche Lösung aus: Staat ohne Beamte. Wenn wir eine allgemeine Dienstpflicht einführen, und der Einzelne kann sich aussuchen, ob er in der Verwaltung, im Sozialdienst oder in der Armee dienen will, haben wir die nötigen Arbeitskräfte und brauchen keine Steuern mehr (nicht in nennenswertem Umfang jedenfalls). Die Armee müßte natürlich ihre Waffen selbst herstellen und nicht kaufen. Und ähnlich müßten die anderen gemeinnützigen Dienste arbeiten.

Auf eine kurze Formel gebracht: Trennung von Staat und Geld.

 

29.10.2008: Finanzkrise: "Hypo Real Estate" braucht nochmal 15 Milliarden

Der erst vor drei Wochen mit 50 Milliarden Euro gerettete Immobilienfinanzierer braucht schnell nochmal 15 Milliarden, schreibt der Spiegel. 700 Milliarden für X, 500 Milliarden für Y, 50 Milliarden für Z. An die Meldungen hat man sich schon gewöhnt. Business as usual.

Wo kommt das ganze Geld plötzlich her? Jahrelang war nie Geld da, an allem wurde (und wird) gespart, Bildung, Altenpflege, sozialer Wohnungsbau wird verkauft, den Sozialhilfe-Empfängern werden die Kalorien vorgerechnet. Nicht mal neue Waffen für die Bundeswehr wurden noch eingekauft. Soldaten schafften sich privat Splitterschutzwesten an. Und plötzlich werden die Milliarden in Zehner- und Hunderterpacks hin- und hergeschoben. Das kann kein echtes Geld mehr sein, so im Sinne von "erarbeitet", "erwirtschaftet", "angelegt". Das sind nur noch Zahlen, die im Computer generiert werden. Nach gewissen Regeln zwar, aber es ist genauso "kreiertes Geld" wie die schlechten Hypotheken, mit denen der ganze Schlamassel angefangen hat.

Alle Stabilitätsgrundsätze der Zentralbanken sind in den letzten Wochen über Bord geworfen worden. Jeden Tag werden einige Zehn Milliarden Euro in den Wirtschaftskreislauf gepumpt. Das ist eine neue Blase, die sie da in Hektik aufpumpen, die uns vor dem Platzen der Hypothekenblase schützen soll, eine Gegenblase. Wenn die platzt, das wird noch lauter.

Es ist nur eine Frage der Zeit, wann in der realen Wirtschaft die Inflation durch die Decke geht. Ich schätze, es sind nur noch ein paar Monate, vielleicht auch weniger.

 

28.10.2008: Finanzkrise: Commerzbank bildet "Kundenbeirat"

außerdem: Das bisherige System sei in manchen Fällen zu sehr auf Vertriebsprovisionen ausgerichtet. Ein genereller Umstieg auf Honorarberatung sei jedoch genauso falsch wie ein Verzicht auf jegliche Änderung.

Dann sitzen da 40 ausgewählte Kunden und sollen den Ganoven wieder einen seriösen Anstrich geben. Sie merken wohl, daß die Kunden das Vertrauen verloren haben und ihr Geld abziehen. Wenn ich Geld bei der Commerzbank hätte, ich würde in so einem Moment die Bank wechseln. Da stinkt doch was.

 

28.10.2008: Finanzkrise: Postbank verliert 364 Millionen Euro bei Lehman

Und weitere 85 Millionen durch "Wertkorrekturen auf Aktien und Investmentfonds-Bestände". Sie wollen eine Kapitalerhöhung um 1 Milliarde machen. Der "Wert" der Postbank war im Zuge der Finanzkrise schon von 10 Mrd. auf 7.5 Mrd. gefallen. Jetzt sinkt noch der Wert jedes Anteils um ca. 14%. Die Anleger sind sicher begeistert.

 

28.10.2008: Das ZDF philosophiert über die Sommerzeit

Das ZDF sieht eine Häufung von Katastrophen: Finanzkrise, drohende Rezession und jetzt wird es auch noch früh dunkel.

Was fehlt in dieser Reihe? Richtig: Der Klimawandel.

 

27.10.2008: Die USA lassen foltern

Gesehen bei Fefe: Amerikanische Strafverfolger haben - vermutlich - einen Beschuldigten in der Türkei foltern lassen, um an seinen Verschlüsselungs-Key zu kommen.

Mr Cox's [Howard Cox, a US Department of Justice official] revelation came in the context of a joke made during his speech. While the exact words were not recorded, multiple sources have verified that Cox quipped about leaving a stubborn suspect alone with Turkish police for a week as a way to get them to voluntarily reveal their password. The specifics of the interrogation techniques were not revealed, but all four people I spoke to stated that it was clear that physical coercion was the implied method.

Das ist die beunruhigendste Nachricht seit Jahren. Die Nachkommen der religiös Verfolgten der Mayflower bedienen sich der Methoden der Inquisition. Das ist das Ende der Zivilisation. Das dunkle Zeitalter hat begonnen.

 

25.10.2008: Kinder aus dem Zug werfen - die Bahn darf das

Das Abendblatt zählt mal eben kurz drei weitere Fälle auf, wo Kinder und andere Leute mitten in der Wildnis aus Zügen geworfen werden und den Rest der Fahrt zu Fuß gehen müssen. Schwarzfahrer waren das nicht, nur Leute, die Pech hatten.

Die Bahn darf das, sagt der Fahrgastverband, und der Kunde hat weiter keine Rechte. Ich glaube nicht, daß diese Praxis vor Gericht Bestand hätte. Die Bahn hat schließlich ein Monopol, und da gelten andere Regeln. Vielleicht werden ja bald mal ein paar freche Schaffner von wütenden Bahnkunden aus dem Zug geworfen.

Update: Laut Bildzeitung ermittelt die Bundespolizei gegen die (bereits mit der Bezeichnung "Herzlos-Schaffnerin" gebrandmarkte) Zugbegleiterin. Wenn das die gleiche Bundespolizei ist, die die Familie des vermeintlichen Terroristen Andrej H. seit Jahren fröhlich terrorisiert, dann wird wohl nicht viel dabei herauskommen.

Meine Vorschläge für einschlägige Paragrafen im Strafgesetzbuch wären:

  • Die Zugbegleiterin hat sich unter Mißbrauch ihrer Amtsbefugnisse ($240) der Schülerin bemächtigt, um sie in hilfloser Lage auszusetzen, in der Dunkelheit, eine Stunde Fußweg vom Elternhaus entfernt (§ 234)
  • Sie hat sie der Obhut der Musikschule entzogen und sie dabei durch den Fußmarsch bei Dunkelheit auf der Landstraße in Gefahr gebracht. Sie hat möglicherweise in der Absicht gehandelt, dafür eine Prämie zu bekommen. (§235)
  • Ein besonderes öffentliches Interesse an einer Strafverfolgung besteht deswegen, weil es sich 1. nicht um einen Einzelfall handelt, sondern es sind mindestens vier weitere Fälle bekanntgeworden (und in der Presse breitgetreten), und weil 2. die Bahn tatsächlich Prämien für das Ergreifen von Schwarzfahrern ausgesetzt hat.

 

23.10.2008: Finanzkrise: "Investmentbanking ist fast verschwunden"

Der wichtigste Satz von heute in Google: "Investment banking has almost disappeared," sagt ein Banker in Asien. Der Satz ist wichtig, weil das globale Finanzkapital in den letzten zehn, fünfzehn Jahren fast ausschließlich vom Investmentbanking gelebt hat.

Ich erinnere mich noch an Sprüche wie diesen: Die Kunden am Bankschalter wollen wir nicht mehr haben, wir machen jetzt nur noch Investmentbanking (Deutsche Bank).

Die reale Wirtschaft kann sich noch retten, wenn sie sich vom herkömmlichen Geld abkoppelt. Als alternatives Zahlungsmittel fällt mir im Augenblick nur Gold ein (1 Gramm = 20 Euro im Augenblick). Sonstige Naturalien (Nahrungsmittel, etc.) sind wahrscheinlich nur regional zu gebrauchen (was nicht unbedingt schlecht ist).

 

23.10.2008: Norton will User bespitzeln

John W. Thompson, Chef von Symantec ("Norton") tritt für das Bespitzeln von Internet-Usern ein.

Der Chef des IT-Sicherheitskonzerns Symantec hält es für sinnvoll, IP-Adressen und Suchprofile zu speichern, um Nutzer in Kategorien einzuteilen und Kriminelle aufzuspüren. "Man schaut, was ist das für ein Anwender, welche Seiten hat er besucht, welche Gefahr geht von ihm aus", sagte John W. Thompson den VDI Nachrichten. "Auf Basis dieser Infos lässt sich dann ein Profil erstellen und Unternehmen können darauf entsprechend reagieren." Allgemein sei das Datenschutzverständnis der Europäer übertrieben, so der gebürtige US-Amerikaner.

 

23.10.2008: Grüne wollen Silvester verbieten

Na, das war aber auch höchste Zeit, daß die Anti-Spaß-Partei mal die Hosen runterläßt: Die Grünen wollen Silvesterknaller verbieten.

"Böllern ist einfach Schwachsinn", meint der Grünen-Abgeordnete Benedikt Lux und fordert ein Verbot der Silvester-Knallerei. Als Gründe nennt er neben hohen Feinstaubwerten und Müllbergen die alljährlich über 500 Verletzungen, vom Hörschaden bis zur abgerissenen Hand. Bei der Feuerwehr rennt Lux offene Türen ein: "Wir würden ein Verbot begrüßen." Die Polizei tut das nicht: "Man sollte nicht alles verbieten, was den Menschen Freude macht."

Hallo? Meinungsfreiheit? Freie Entfaltung der Persönlichkeit? Ich fordere ein Verbot der Parteien, insbesondere der Grünen, weil sie in offen kämpferischer Weise verfassungsfeindlich sind.

 

22.10.2008: Finanzkrise: Erwin ist schuld

Erwin ist der phanasievolle Mac bei userfriendly.org. An allem, was so passiert, ist entweder er schuld oder Pitr, der bärtige Russe.

 

20.10.2008: Patientendaten öffentlich gelagert

Die alten Akten waren einer Firma übergeben worden, die sie digitalisieren und dann vernichten sollte. Die Firma mietete dafür Lagerplatz in einer Halle an, der aber ohne weiteres zugänglich war.

 

19.10.2008: Finanzkrise: 300.000 Google-Treffer

Das wird das beherrschende Thema. "Climate Change" ist mit 60.000 Treffern weit abgeschlagen. "Global Cooling" ist nach wie vor mit 60 Treffern alles andere als im Bewußtsein der Welt.

 

19.10.2008: Finanzkrise: Lehman-Papiere auch in Singapur

Die US-Bank Lehman-Brothers hat offenbar tatsächlich ihre wertlosen Zertifikate in alle Welt gestreut.

Ich glaube eigentlich nicht, daß nur mir das aufgefallen ist. Die Banker und Regierungen der Welt werden es auch gemerkt haben: Der Plan der Amerikaner war offenbar wirklich, Lehman zu liquidieren, damit sie auf einen Schlag ein paar Billionen Dollar an schlechten Papieren von der Backe haben. Es ist grandios schiefgegangen. Die Chinesen haben sich ihr Geld mit vorgehaltener Atombombe zurückgeholt, und der Rest der Welt fällt jetzt in sich zusammen.

 

19.10.2008: Finanzkrise: US-Finanzminister macht 180-Grad-Wende

Henry Paulson hatte geplant, das US-Bankensystem zu entlasten, indem er einfach schlechte Papiere aufkauft. Den Plan hat er fallenlassen zugunsten der teilweisen Verstaatlichung der Banken. Interessant ist der Grund für die Wende:

Weil Deutschland und Frankreich entschieden haben, statt der schlechten Papiere Anteile an der Bank zu kaufen, geht Paulsons Plan nicht mehr auf: alle zusammen löschen da, wo es gerade am meisten brennt. Nun zahlen aber Deutschland und Frankreich nur noch jeweils für die eigenen Banken. Und nun hat Paulson Angst, für die US-Banken zuwenig zu haben. Nun muß er auch verstaatlichen.

 

18.10.2008: Finanzkrise: Die 700 Mrd US-$ gehen nach China

Die "Hong Kong Association of Banks" ist einverstanden mit dem Angebot aus den USA, die Lehman-Papiere zum Marktwert zurückzukaufen. Es hieß schon vorige Woche in einem Video auf YouTube, die Chinesen hätten die USA bedroht, und sie wollten ihr Geld zurück.

Die französische Finanzministerin Christine Lagarde hatte den US-Finanzminister Hank Paulson gewarnt, wenn er Lehman-Brothers pleitegehen lasse, würden die Finanzmärkte weltweit zusammenbrechen.

Lehman-Brothers scheint tatsächlich gezielt ausgewählt worden zu sein zum Pleitegehen. Auf diese Weise wird dieser Zweig der US-Schulden beim Rest der Welt entwertet. Ich glaube aber nicht, daß der Rest der Welt genug Geld hat, die Schrottpapiere alle aufzukaufen. Die Chinesen kriegen ihr Geld zurück, der Rest der Welt geht pleite. Und dann fallen die chinesischen Exporte in sich zusammen. Wenn das mal nicht Krieg gibt.

 

18.10.2008: John McCain entschuldigt sich bei David Letterman

David Letterman macht in den USA eine "Late Night Show", von der seinerzeit die "Harald-Schmidt-Show" abgeleitet worden war.

John McCain ist der Präsidentschaftskandidat der Republikaner. Er war eingeladen und hatte zugesagt. Dann rief er in letzter Sekunde an und sagte ab, er müsse zurück nach Washington, "because the economy is about to crater" ("die Wirtschaft ist kurz davor zu kratern" ???).

Letterman war sehr verärgert. Man stelle sich vor, Kandidatin Merkel sagt der Harald-Schmidt-Show einen Gastauftritt erst zu und dann in letzter Minute ab. Schon die Zusage wäre unmöglich. Aber dann drei Wochen später doch noch zu erscheinen und sich zu entschuldigen - undenkbar.

Das ist einer der Unterschiede zwischen Amerika und Deutschland. YouTube

Update: Letterman röstet McCain.

Letterman: What exactly happened? McCain: I screwed up.

Mehr nicht? Keine Erklärung, keine Story, nichts? Ich glaube, was McCain eigentlich sagen wollte, war: "I screwed up the campaign." Die Republikaner haben verloren und aufgegeben. McCain hat ja schonmal gesagt, er bricht die Wahlkampagne ab, als der wahre Umfang der Wirtschaftskrise deutlich wurde.

Ich wette: Die Burschen an der Macht wissen etwas, was wir nicht wissen. Das Einzige, was all diese Einzelheiten zu einem sinnvollen Puzzle zusammensetzt, ist: Die Wirtschaft ist nicht zu retten, man kann nur noch das Ende hinausschieben. Jetzt müssen eigentlich bald die Durchhalteparolen anfangen.

 

17.10.2008: Finanzkrise: Staatsanwalt ermittelt gegen AIG

Während die Firma bereits 123 Milliarden Hilfsgelder erhielt, wurden hohen Angestellten Sondervergütungen in Millionenhöhe bezahlt sowie Jagdaufenthalte, Luxushotels und Ähnliches finanziert. "Die Party ist vorüber," sagt Staatsanwalt Cuomo. Sobald die Firma weiß, daß der Bankrott droht, sind solche Zahlungen in New York illegal.

 

17.10.2008: Finanzkrise: Argentinien 2001 - jetzt weltweit?

Argentinien

 

17.10.2008: Finanzkrise: Banken geben und wollen keine Kredite

Laut "Spiegel" vergeben Banken trotz aller Rettungspakete und Staatsgarantien keine Kredite mehr und wollen auch keine mehr aufnehmen. Investoren wissen nicht wohin mit dem Geld. Ich finde das interessant. Sind nicht die Banken diejenigen, die am besten einschätzen können, wie sicher oder unsicher der Markt ist? Huh, dann aber Finger weg, oder?

 

17.10.2008: China vergiftet die Welt: Melamin-Milch einfach weiter verkauft

Chinesische Behörden melden großspurig: "Kein Melamin mehr gefunden". Die verseuchte Milch landet einfach in Supermärkten von Universitäten und im Ausland.

 

16.10.2008: Finanzkrise: Banken manipulieren Umfrage

blog.handelsblatt.de fragte: Welche Anlageformen bevorzugen Sie? "Zertifikate" lagen ganz weit hinten mit 1 Prozent - bis Mittwoch. Dann häuften sich die Pro-Stimmen. Die neuen Stimmen stammten von:

  • Consors
  • Sellbytel
  • Hypovereinsbank
  • Volks- und Raiffeisenbanken
  • Börse Stuttgart
  • Vontobel
  • ABN Amro

Reaktion bei Financial Times Deutschland: Die Verbraucher sind doch nicht so doof, unsere Umfrage belegt das. Zertifikate: drei Prozent.

Worüber regt sich das Blog eigentlich auf? Die Banker machen ihren Job, weiter nichts: Manipulieren und Lügen.

 

15.10.2008: Terrorismus: Schäuble fühlt sich beleidigt durch "Stasi 2.0"

Das exzessives Durchsuchen und Bespitzeln Unschuldiger, Bestrebungen, die Bundeswehr im Innern einzusetzen und Passagierflugzeuge abzuschießen, Befürwortung von grundloser Inhaftierung und Folter, sowie diverse andere grundgesetzwidrige Bestrebungen haben Innenminister Schäuble die Bezeichnung "Stasi 2.0" eingebracht.

Nun ist er beleidigt. Das ist gut so. Es zeigt: der Schlag hat getroffen.

 

15.10.2008: Somalia: gekapertes Schiff befreit

Das am 25. September von Piraten gekaperte Schiff ist von somalischen Soldaten gestürmt und befreit worden. Ein Soldat wurde getötet, drei weiter verwundet. Unter den Piraten und den Geiseln gab es keine Opfer. Die Piraten gaben auf, als ihnen die Munition ausging.

 

15.10.2008: China: Britischer Politiker krank nach chinesischer Milch

Der britische Politiker Peter Mandelson trank vor chinesischen TV-Kameras ein Glas Milch, um sein Vertrauen zu demonstrieren. Das Ereignis ging durch sämtliche chinesischen Medien. Eine Woche später kam er mit Nierenschmerzen ins Krankenhaus, und es wurde ein Nierenstein diagnostiziert. Auch wenn es wahrscheinlich keinen Zusammenhang gibt, die Ironie ist in China angekommen.

 

14.10.2008: China: Melamin in Milch jetzt offiziell erlaubt

Chinesische Behörden haben 1 mg Melamin pro Kilogramm für Säuglingsnahrung und 2.5 mg/kg für andere Produkte zugelassen. Dadurch ist die Bezeichnung "melaminfrei" nun bei chinesischen Produkten relativiert worden. Die Milch, von der bislang 47.000 Säuglinge krank geworden und sogar gestorben waren, enthielt 6 mg/kg.

Melamin ist kein Rückstand von Medikamenten oder Düngemitteln, es wird der Milch absichtlich zugesetzt, um gleichen Proteingehalt bei höherem Wassergehalt vorzutäuschen. Der chinesische Grenzwert erscheint mir sehr hoch.

Mit der gleichen Logik könnte man einen bestimmten Anteil von Sägemehl im Brot zulassen.

 

14.10.2008: Finanzkrise: Rette sich, wer kann

"Das Vertrauen kehrt zurück", schreibt der "Spiegel". Hallo? Wenn Regierungen und Zentralbanken massive Käufe tätigen, steigen die Kurse. Und? Was hat das mit Vertrauen zu tun?

Das Verschleudern von Billionen Steuergeldern (die alle noch gar nicht wirklich eingenommen sind) stärkt nicht das Vertrauen, sondern pumpt die Spekulationsblase weiter auf. Der Knall kommt später, aber lauter.

 

14.10.2008: Der wildgewordene Sparkassen-Direktor

Der Direktor einer Sparkasse war ausgeschieden. Die Zeitung sagte: "nicht wiedergewählt", der Direktor sagte: "nein, es war mein eigener Wunsch".

Ein Blogger übernahm den Zeitungsartikel (mit Erlaubnis). Der Direktor ließ abmahnen. Es sollte 13.000 Euro kosten. Das Gericht hatte ein Einsehen. Er muß nicht zahlen.

Was für ein Licht wirft das auf die Sparkassen? Und auf die Direktoren? Ich kann gar nicht soviel fressen wie ich kotzen möchte.

Ach ja: Der Herr Direktor heißt Matthias Klein. Leider kein unterscheidungskräftiger Name.

 

13.10.2008: Finanzkrise: Britisches Modell rettet die Finanzwelt

Großbritannien setzt 500 Mrd. Pfund, Deutschland 400 Mrd. Euro, etc. Diesmal heißt es nicht "Rettungspaket", sondern "Instrumentenkasten". Na, dann muß es ja funktionieren.

Ganz ehrlich: Ich hoffe, ich bete, daß es nicht funktioniert. Nur dann, wenn "die Finanzwelt" draufgeht, kann die wirkliche Welt gesund werden.

Mal ehrlich: 400 Mrd. Euro, das sind 5000 Euro pro Einwohner. Davon kann einer wie ich fast ein ganzes Jahr leben.

Huch, wo kommt das denn plötzlich her? Ich dachte, es ist kein Geld da, für gar nichts. Jedem Hartz-IVer werden die Kalorien schon einzeln in den Mund gezählt. Und plötzlich hat die Regierung 400 Milliarden? Woher? Und es ist ja nicht das erste "Rettungspaket", sie haben ja mindestens bis jetzt weitere 500 Mrd. Euro rausgehauen. Ein halbes Bruttosozialprodukt ziehen sie sich mal eben schnell aus dem Hintern?

 

13.10.2008: Sicherheit: Kartenleser bei Lebensmitteldiscountern angezapft

Wow, das ist trickreich.

  • Zusatzplatinen in den Kartenlesern
  • senden per Mobilfunk nach Pakistan
  • zwischen 37 und 75 Millonen Euro Schaden bis jetzt
  • WalMart und Tesco hauptsächlich betroffen
  • sehr pfiffige Elektronik, schwer zu entdecken
  • noch keine Geräte in Deutschland entdeckt

 

11.10.2008: US-Regierung plant Truppeneinsatz in den USA und Kriegsrecht

Eine US-Militäreinheit wurde aus dem Irak abgezogen und trainiert zur Zeit den Einsatz gegen Aufstände in den USA.

Ein US-Oberst dementiert, so gut er kann, es handele sich nur um Einsätze zur Rettung von Menschenleben, aber er klingt doch verdammt schräg. Mein Gefühl sagt: wir werden gerade verzweifelt angelogen.

Die USA sind gerade ein Polizeistaat geworden. Die USA sind zur Zeit eine akute Bedrohung der Menschheit, gefährlicher als Rußland, Israel, Iran, Nord-Korea und Kuba zusammen.

 

11.10.2008: Österreich: Haider tot

Kanzler Gusenbauer ist nach eigenen Worten "sehr bestürzt", aber sein Foto zeigt eine Gefühlsregung, die nun wirklich nicht wie Bestürzung aussieht. Nehmen wir zu seinen Gunsten mal an, daß es sich um ein Archivfoto handelt.

 

10.10.2008: Deutsche Justiz goes Volksgerichtshof

Ein Angeklagter (wegen Überfall auf einen Geldtransporter) hatte immer wieder wegen Rückenschmerzen Unterbrechungen und Vertagungen erreicht. Diesmal wurde er auf eine Trage gefesselt vorgeführt und so vor den Richtertisch auf den Fußboden gelegt. Als er pinkeln mußte, wurde ihm eine Ente gereicht. Die stand dann den Rest der Zeit gefüllt neben ihm.

In einem deutschen Gerichtssaal wird gegen jemanden verhandelt, der dabei gefesselt auf dem Boden liegt, ein Glas mit warmer Pisse neben sich. Der Richter, heißt es, "habe den Anwälten bedeutet, er müsse sich von ihnen nicht über die Menschenrechte belehren lassen." Ein Anwalt rief dem Richter hinterher: "Scheiß Nazi-Pack". Er wurde umgehend wegen Beleidigung verurteilt.

Ich finde, der Anwalt war der Einzige, der die Wahrheit auf den Punkt getroffen hat, nicht nur mit dem Inhalt seiner Bemerkung, auch mit der Formulierung. Schlichte Wahrheit, keine Beleidigung. Er hätte dem Richter auch gern noch das Glas Pisse ins Gesicht schütten können.

 

10.10.2008: Finanzkrise: Ich lach mich tot

"USA erwägen Garantie für alle Bankeinlagen", titelt der "Spiegel". Ja, liebe Kinder, wer soll denn auf sowas reinfallen. Kein Mensch glaubt, daß solche Versprechen eingehalten werden können. Jeder versteht das Signal: Es wird von Tag zu Tag verzweifelter.

Gestern las ich irgendwo, sie wollten "Vertrauen injizieren" (inject confidence). Das Ding ist kaputt. Alle wissen es. Vertrauen kann man nicht injizieren. Man kann es gewinnen und verlieren, und im Augenblick ist es verloren. Nichts, aber auch gar nichts ist da, was neues Vertrauen wachsen lassen könnte. Jede neue Maßnahme schreckt die ganze Welt neu ab.

Das derzeitige Mißtrauen ist völlig normal. Was bei mir ein ganz neues Mißtrauen auslöst: Warum erkennen die Politiker und Banker weltweit nicht, daß das System nicht zu retten ist? Es gibt nur eine Antwort: Sie erkennen es, aber sie geben es nicht zu. Warum nicht: Sie wollen ihr eigenes Geld retten. Warum sollte die Welt euch auf ihre Kosten helfen, euer Geld zu retten, ihr verdammten Arschlöcher? Ihr habt den Schlamassel angerichtet, nun badet ihn auch aus. Fahrt zur Hölle, besser früher als später.

Wenn ich lese, mit welcher Ernsthaftigkeit und Naivität die Politiker und Banker an der Krise arbeiten, muß ich immer laut lachen. Hallo, Leute, das Tier ist tot, es riecht schon. Hört endlich auf zu füttern und zu streicheln. Es ist eine Satire, aber keiner der Mitwirkenden weiß es. Ein Brite bringt es auf den Punkt.

 

9.10.2008: Verhaftete "Terroristen" wieder frei

Die vorige Woche aus einem startbereiten Flugzeug heraus verhafteten angeblichen Terroristen sind freigelassen worden. Die Beweise reichten nun doch nicht mehr für einen Haftbefehl. Der angebliche "Abschiedsbrief" ist jetzt ein "Liebesbrief" mit dem Wort "Paradies" drin. Der angebliche Terrorist hatte seinen Semesterbeitrag bezahlt und ein Rückflugticket in der Tasche.

Die Durchsuchung war sicherlich auch nicht gerechtfertigt. Es lag ja keine strafbare Handlung vor, nur ein Verdacht, sie könnten etwas geplant haben. Meine Frage ist jetzt: Was ist das Motiv des Staatsanwalts? Ich vermute, es ist Wichtigtuerei.

 

9.10.2008: "Hypo Real Estate": 50 Mrd. vom Steuerzahler

Angeblich haben sie dafür "Sicherheiten hinterlegt". Ich nehme an, das werden dann wohl die Schrottpapiere sein, die die derzeitige Schieflage der "Hypo Real Estate" verursacht haben.

 

9.10.2008: AP und DPA wollen nicht mehr zitiert oder verlinkt werden

Nach "Associated Press" verfolgt nun auch die "Deutsche Presse-Agentur" Webseiten und Blogger, die aus ihren Meldungen zitieren. Ob sie das Verlinken noch zulassen, geht aus den Meldungen nicht eindeutig hervor. Hoffentlich denke ich da immer dran. Vielleicht finde ich ja auch eine Möglichkeit, AP- und DPA-Meldungen im Browser auszublenden.

 

8.10.2008: Werbebanner im Browser

Entweder man schaltet Flash ab, oder man erträgt das Geblinke und Gezappel im Browser. Ich bin dazu übergegangen, nervigen Werbe-Flash mit Textfenster abzudecken. Paßt bloß auf, Werbefuzzis, daß wir User nicht zum Textbrowser greifen. Dann ist Dunkeltuten für euch.

 

8.10.2008: Finanzkrise: Die Welt schnürt Rettungspakete

Nach dem Motto "wenn es nicht hilft, mehr davon" rettet die Welt ihr Finanzsystem. 700 Mrd. Dollar, 850 Mrd. Dollar, 500 Mrd. Pfund, 250 Mrd. Euro, die Zahlen werden immer höher. Das kommt alles als Inflation wieder zurück zu uns. Dabei hilft es gar nicht. Die Panik an den Geldmärkten wird immer größer.

 

6.10.2008: Finanzkrise: "Die Spareinlagen sind sicher"

Nachdem die Renten inzwischen alles andere als sicher sind, sind aber nun wenigstens die Spareinlagen sicher. Giroeinlagen und andere private Einlagen wurden nicht genannt.

 

5.10.2008: Finanzkrise: "Hypo Real Estate": Ey, Alter, haste mal 20 Milliarden?

heise.de: Vorige Woche fehlten ihr nur 35 Mrd. Euro, jetzt sind es "bis zu 100 Mrd. bis Ende 2009" und mal eben 20 Mrd. "bis Ende nächster Woche". Im Spiegel heißt es gar: "Wenn es bis zur Öffnung der Aktienmärkte am Montagmorgen keine Lösung gibt, hält das Unternehmen keine zwei Tage mehr durch"

Diese sogenannten Rettungspakete sind in Wirklichkeit Geschenke vom Steuerzahler an Banken, die Geld verzockt haben. Der Staat kauft ihnen wertlose Wertpapiere ab, damit sie weiterzocken können. Das kann nicht funktionieren. Wir kriegen eine Rieseninflation auf diese Weise. Der Zusammenbruch wird auch nur verzögert und vergrößert.

Deutschland muß jetzt mit allen anderen Ländern verhandeln, die sich auch US-Schrottpapiere haben andrehen lassen. Und dann müssen alle gemeinsam von den USA ihr Geld zurückverlangen. Sie können ja auch ruhig mit einem gewissen Abschlag zufrieden sein. Selbst wenn nur zehn Prozent zurückkommen, das wäre schon mehr als jetzt, nämlich Null.

Der Staat muß jetzt ein zusätzliches Notgeld herausgeben, das nur als Tauschmittel, aber nicht für Bankgeschäfte zugelassen ist. Dann kann die reale Wirtschaft weiterlaufen, nur eben auf Basis von Bargeld statt auf Basis von Bankkonten. Und dann kann man in Ruhe beobachten, ob die Finanzwirtschaft zusammenbricht oder irgendwie doch noch die Kurve kriegt. Die Finanzwirtschaft ist ja nicht wirklich produktiv, sie produziert nur Konten, Kredite, Versicherungen und Wertpapiere. Echte Wirtschaftsgüter kann man auch ohne Banken produzieren. Gebraucht werden auch zinslose Kredite für Leute, die ihre Versicherung, ihre Rente, etc. verloren haben. Dafür kann man staatliche Institute in den Ortsämtern einrichten und ein paar Beamte abstellen.

Der Staat wird das aber wahrscheinlich nicht tun, sondern weiter retten, was das Zeug hält. Die Politiker und ihre Freunde retten natürlich nicht die Wirtschaft, sondern nur ihr eigenes angelegtes Geld. Es wird auch nicht klappen. Die verlorenen Summen sind zu groß, und das verlorene Vertrauen kommt nicht wieder. Wahrscheinlich wird es so laufen, daß Hunderte Milliarden in Rettungspakete fließen, bis der Staat seine Beamten nicht mehr bezahlen kann, die reale Wirtschaft zusammengebrochen ist und ein Brötchen 1000 Euro kostet. Erst dann wird er ein Notgeld herausgeben.

Update: Nun sind es 900 Mrd. Euro

 

28.9.2008: USA: Kinder im Teenageralter werden "abgegeben"

Nebraska hat ein neues Gesetz, danach kann man ein ungewolltes Kind im Krankenhaus abgeben. Zahlreiche Eltern mit schwierigen Teenagern haben die Möglichkeit genutzt, ihre Blagen loszuwerden. Es ist ein bißchen so, als würde man die Kinder bei Ebay reinsetzen.

 

28.9.2008: Terrorverdacht ohne Beweise

Gegen die beiden im Flugzeug verhafteten mutmaßlichen Terroristen gibt es allem Anschein nach keinen einzigen handfesten Beweis. Beim NDR werden aufgezählt:

  • "Anlass zu der Annahme, dass beide in naher Zukunft einen Anschlag geplant hatten" (das ist weniger als ein begründeter Verdacht)
  • Bei mehreren Durchsuchungen [...] wurde [...] Material sichergestellt, darunter auch elektronische Daten (man hat also einfach alles mitgenommen und zu "Beweismaterial" ernannt)
  • Waffen oder andere gefährliche Gegenstände wurden nicht gefunden
  • Reiseziel ist der Ort eines geplanten Anschlags in Uganda (Selbstmordanschlag?)
  • geplante Weiterreise in ein Terroristencamp in Pakistan
  • laut Staatsanwalt wurden dem Amtsrichter "Beweisunterlagen" vorgelegt (der Antrag auf Haftbefehl?)

Zwischen den Festgenommenen und dem per Haftbefehl als Terrorverdächtigen gesuchten deutschen Konvertiten Eric Breininger besteht laut "Spiegel" zudem zumindest eine indirekte Verbindung. Alle drei sollen einen Bonner namens Mohammed B. kennen, der wiederum im Verdacht stehe, Gotteskrieger-Rekruten nach Pakistan zu vermitteln.

Von den "Abschiedsbriefen", die vorgestern durch die Presse gingen, ist heute keine Rede mehr. Das kommt mir verdächtig vor. Laut "Tagesspiegel" wurden tatsächlich "keine Abschiedsbriefe [...] gefunden". Jetzt heißt es, die Ermittler hätten im Fluggepäck den Brief eines Familienangehörigen gefunden, "aus dem hervorging, dass der 23-jährige Deutsche aus Rheine sich verabschiedet habe, um in den Dschihad zu ziehen". Ich glaube, die Öffentlichkeit hat jetzt ein Recht auf die genaue Formulierung, aus der das "hervorging". Ich habe das komische Gefühl, wir werden von der Justiz gerade angelogen. Der Staatsanwalt verwickelt sich in Widersprüche.

 

26.9.2008: Finanzkrise: Risiken des Cross-Border-Leasing

Aus der "FR": Deutsche Städte (vermutlich nicht nur deutsche) haben in den letzten Jahren Teile ihrer Infrastruktur in die USA verkauft und zurückgemietet. Die neuen Eigentümer können in den USA Abschreibungen geltend machen. Einen Teil davon kriegt die Stadt. Dieses "Cross Border Leasing" (CBL) ist eine höchst zweifelhafte Art von Geschäft, wahrscheinlich ist es nichts weiter als eine kreative Methode der Steuerhinterziehung. Hier ist eine Beschreibung, wie das so läuft.

Die Verträge haben hundert Seiten, keiner hat sie je gelesen, aber es sollen z.B. Klauseln zur Kündigung aus läppischen Gründen drin sein, die dann Schadenersatz nach sich ziehen. Deutsche Kommunen, die jetzt solche Verträge am Hals haben, müssen nun fürchten, daß sie für Pleiten von beteiligten Banken (oder andere Folgen der Finanzkrise) zahlen müssen.

Bis eben wußte ich nicht, was "CBL" ist, ich hatte aber schon irgendwo gelesen, daß sowas existiert. Ich glaube, es gibt noch viel mehr solche und ähnliche Konstruktionen, die jetzt alle vom Zusammenbruch bedroht sind. Das sind alles Verstärker für die Finanzkrise.

 

26.9.2008: Finanzkrise: Lehman-Papiere breit gestreut

Der "Tagesspiegel" meldet, auch Genossenschaftsbanken hätten Papiere der Pleitebank Lehman-Brothers gekauft. Allmählich bekomme ich den Verdacht, die Amerikaner haben mit Lehman die eine Bank zum Pleitegehen ausgewählt, die die meisten Papiere ins Ausland verkauft hatte. Nun haben die Amis das Geld und die Welt hat die Schrottpapiere. Der Trick war nicht schlecht, alle Achtung.

 

23.9.2008: Inflation jetzt nur noch 8.1 Prozent

Das Statistische Bundesamt sagt, die Teuerungsrate bei den Erzeugerpreisen sei von 8.9 auf 8.1 Prozent zurückgegangen. Da sind wir aber froh.

Preise für Verbrauchsgüter, heißt es weiter, seien um 3.7% gestiegen, dabei Teigwaren um 34.7%, Öle und Fette um 30.6%, Fleisch um 12.6%, Käse um 12.4%. Bei den Verbrauchern, soviel kann ich sagen, ist das nicht ganz unbemerkt geblieben.

Seit 2000 stiegen die Preise insgesamt um 28.8 Prozent.

Um das mal ins Verhältnis zu setzen: Laut "Spiegel" ist 2008 der Anstieg der Löhne und Gehälter "ungewöhnlich hoch": 3.3%, 2007 seien es nur 2.2% gewesen. 2007 meldete die "Welt", der Anteil der Löhne und Gehälter am Volkseinkommen sei seit 2000 von 72.2 auf 66.2 Prozent zurückgegangen.

Damit sind insgesamt auch 2008 die Löhne und Gehälter real immer noch gefallen, wie sie es seit Jahren tun.

 

23.9.2008: Finanzkrise: Landeskirche Oldenburg verzockt Millionen

Die ärmste der evangelischen Landeskirchen hat auf Lehman gesetzt - und verloren, meldet die "Taz". Nicht daß sie mir jetzt überhaupt nicht leidtun, aber ich muß schon sagen: Hallo, ihr Christen, Credit-Default-Swaps sind aber absolut unchristlich, ey. Was habt ihr euch bloß dabei gedacht?

Update: Sie haben sogar eine eigene Kirchenbank.

 

22.9.2008 "Kemper Wurstwaren" treibt Mitarbeiterinnen in den Schwangerschaftsabbruch

Die "Zeit" berichtet über Schwangerschaftstests in der Firma. Die Betriebsärztin ließ die Frauen ein Formblatt unterschreiben, das sie gegenüber der Firma von der Schweigepflicht entband. Die Mitarbeiterinnen hatten Angst, entlassen oder gar nicht erst eingestellt zu werden und folgten allen Aufforderungen. Laut "pro familia" und "donum vitae" sollen Frauen sogar abgetrieben haben, um den Job zu behalten. Die rechtswidrige Praxis soll schon über Jahre hinweg gelaufen sein.

 

20.9.2008: Gefälschte Zigaretten

An einer Tankstelle sind Zigaretten aufgetaucht, bei denen alles, Tabak, Papier, Verpackung und Steuerbanderole gefälscht waren. Der "Spiegel" sieht dabei zwei Probleme:

Die Fälschung von Zigaretten verursacht nicht nur hohe Steuerausfälle, sie belastet auch die Tabakindustrie, der - anders als beim Schmuggel ihrer Produkte - die Umsätze entgehen.

Ich sehe da zwei völlig andere Probleme: 1. Organisierte Fälschung und Schmuggel sind ein Zeichen für maßlos überhöhte Preise, Zölle oder Steuern, sonst wäre das Gebiet nicht so interessant und profitabel. 2. Daß da überhaupt ein nennenswerter Absatzmarkt entstanden ist, zeigt, daß sich die Bürger zunehmend gegen den Staat wenden. Das erste Problem ist vom Staat gemacht und trifft die Bürger, das zweite ist die Reaktion der Bürger und trifft den Staat. Die beklagten Steuerausfälle sind in Wirklichkeit ein Symptom für Steuerwucher, und unliebsame Konkurrenz ist keine Schädigung, sondern normaler Kapitalismus. Der "Spiegel" soll mal sein Weltbild überdenken.

 

20.9.2008: Terrorist durch MP3-Player

In der Nähe von Frankfurt am Main sind zwei mutmaßliche Terrorhelfer aus dem Umkreis der Islamischen Dschihad Union verhaftet worden. Sie sollen Kontakt zu mindestens einem Mitglied der "Sauerland-Gruppe" gehabt haben.

Zudem sollen beide die terroristische Vereinigung mit Ausrüstungsgegenständen wie Moskitonetzen, Taschenlampen, MP3/MP4-Player und einer Kompassuhr versorgt haben. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,579193,00.html

 

20.9.2008: Öffnen Sie keine gefälschten E-Mails!

Sehr geehrter Herr Abatz,

im Anhang erhalten Sie Ihre Rechnung vom 19.09.2008 als PDF-Dokument. Der Betrag wird wie vereinbart in den nächsten Tagen von Ihrem Konto abgebucht.

Zum Lesen und Ausdrucken der Dokumente im PDF-Format benötigen Sie 'Adobe Reader'. Dieses Programm können Sie unter dem folgenden Link zum kostenlosen Gebrauch herunterladen: http://www.adobe.de/products/acrobat/readstep2.html

Sicherheitshinweis:
===================
Immer wieder versenden betrügerische Unbekannte E-Mails, die sich als Rechnungen der 1&1 Internet AG tarnen. Diese E-Mails versuchen schädliche Software auf dem Rechner des Empfängers zu installieren.

Öffnen Sie keinesfalls die diesen E-Mails angehängten Dateien!

Frage: Wodurch unterscheiden sich Mails, die tatsächlich von euch kommen, von den anderen?

Antwort: Dadurch, daß sie echt sind. Was für eine dumme Frage.

 

18.9.2008: Finanzkrise: 13 Schlagzeilen beim "Spiegel"

  • Riesenverluste durch Kursrutsche: Investmentbanken buhlen um Vertrauen
  • Bankenkrise: Morgan Stanley prüft Notfusion mit Wachovia
  • Notfusion: Lloyds übernimmt Krisenbank HBOS
  • Nervöse Staatsbank: Ratsmitglied wirft KfW schlechte Informationspolitik vor
  • Finanzbeben: Notenbanken pumpen weltweit Geld in die Märkte
  • Amerika ruft nach dem starken Staat
  • US-Finanzkrise: "Die Welt, wie wir sie kennen, geht unter"
  • Kreditkrise: Bankensterben bedroht deutsche Wirtschaft
  • Expertenumfrage: "Die Finanzkrise wird auf die Wirtschaft übergreifen"
  • Finanzkrise: "Amerika wird um Hilfe flehen" (manager-magazin.de)
  • US-Finanzkrise: Computer-Hardware macht Restwert von Pleitebanken aus
  • Ende der "Palin-Hausse"?: Finanzkrise holt Wahlkampf ein
  • FINANZTALK BEI "HART ABER FAIR": Krise im Playmobil- Land

 

17.9.2008: Large Hadron Collider

Vielleicht wissen wir ja demnächst, wodurch ein Urknall ausgelöst wird, nämlich durch eine Menschheit, die sich soweit entwickelt hat, daß sie einen LHC bauen kann. Vielleicht erzeugen wir genau das schwarze Loch, das das Universum frißt. Und wenn es gerade das letzte Proton frißt, hat es genug Masse, daß es zu einem neuen Urknall kommt. Und daneben sitzt ein Gott und freut sich über das pulsierende Feuerwerk.

 

16.9.2008: DNA-Profile identisch an 9 von 13 "Loci"

Bis 2001 wurden in den USA Leute verurteilt, wenn ihr DNA-Profil mit dem am Tatort an 9 von 13 Stellen ("Loci") übereinstimmte. Dann fand eine Laborwissenschaftlerin zwei Leute mit genau dieser Übereinstimmung. Einer war weiß, einer schwarz. Ein anderer Test fand unter 65.000 Leuten 122 solche Paare. Daraufhin erwirkte das FBI Gerichtsbeschlüsse, die weitere solche Tests verboten. Sie sagten: "Das ist bedeutungslos und irreführend." Heute testen die Ermittler alle 13 Loci.

 

9.9.2008: Das angeschuldigte Arschloch

Die "Süddeutsche" meldet: "Dem angeschuldigten Arschloch ist ein Pflichtverteidiger zu bestellen." So heiße es in einer Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Augsburg. Die Ausreden sind interessant: Es handele sich um eine interne Version der Anklageschrift, die nur versehentlich dem Angeklagten geschickt wurde.

Bedeutet "interne Anklageschrift" das, was man eigentlich ganz gerne da reinschreiben würde, aber im Augenblick noch nicht wieder darf, weil es keinen Volksgerichtshof gibt?

 

8.9.2008: TU Chemnitz: Weitere Aspekte

Hintergrundinformation: Der Herr Professor ist Fachmann für Investment-Banking. Das ist der Wirtschaftszweig, wo die Banker Wertpapiere erfinden, die von anderen Wertpapieren "abgeleitet" sind und sie dann mit wohlklingenden Worten an Laien verkaufen, die ihr Geld sicher anlegen wollen. Natürlich stellen diese Wertpapiere für sich genommen keinen Wert dar, sondern sind eben nur Papiere. Nur solange es einen Markt für sie gibt, solange man sie wieder verkaufen kann, sind sie "etwas wert". Aber nun tauchen immer mehr dieser Papiere auf, für die es im Zuge der Finanzkrise plötzlich keinen Markt mehr gibt. Wenn man es genau nimmt, ist Investmentbanking legaler Betrug, noch viel krasser als damals die Kapitallebensversicherungen.

 

7.9.2008: TU Chemnitz: Was sonst noch fehlt

  • kein Kühlschrank (Wurst, Käse, Fleisch, Fisch, Milch müssen sofort vollständig verbraucht werden)
  • kein Telefon (kein Rückruf für eventuelle Arbeitgeber)
  • kein Friseur (der kann sich nirgendwo mehr vorstellen nach drei Jahren)
  • nur eine Lampe für die ganze Wohnung (gekocht wird nur bei Tageslicht)
  • 1 Teller, 1 Tasse, 1 Besteck, 1 Stuhl (Besuch ist nicht vorgesehen)
  • dafür aber 50 Blatt Klopapier täglich (Durchfall wegen vergammelter Wurst?)

Er soll aus der Tasse Leitungswasser trinken, Kaffee oder Tee sind ja nicht vorgesehen. Wenn er sowieso nur Leitungswasser trinken soll, wieso kriegt er dann kein Glas? Soll er nochmal extra gedemütigt werden? Wäre ein Hundenapf vielleicht noch eine Idee, Herr Professor? Und überhaupt, wie wär's mit Hundefutter statt dem ganzen Schickimicki mit Brot, Wurst, usw.?

Die ganze Studie ist aus der Perspektive eines Achtzigjährigen geschrieben, dessen Erfahrungen mit einem Haushalt sich auf das beschränken, was er vor sechzig Jahren als Soldat erlebt hat. Dazu passen Sachen wie z.B. Waschlappen, Putzeimer, Besen, kein Teppich, kein Staubsauger, keine Vorhänge, kein Kühlschrank, kein Regenschirm und kein Fahrrad. Fehlt nur noch der tägliche Spind-Appell durch den Sozialwart.

Kommunikation ist heute nicht mehr "im Park auf der Bank sitzen mit den anderen Rentnern", sondern bedeutet, ein Telefon und einen Internetanschluß zu haben. Dafür ist ein Fernseher aber nicht mehr unbedingt erforderlich, YouTube tut's auch. Der Autor der Studie ist vermutlich ein seniler Greis, der schon mehr vergessen als jemals gelernt hat, und der vom Leben nichts mehr weiß. Der muß mindestens zwanzig Jahre älter sein als ich (60). Aber, oh Schreck: Der Mann ist Jahrgang 1957, heute 51. In welchem Elfenbeinturm lebt dieser Spinner?

 

6.9.2008: TU Chemnitz: Expertenmeinungen zu "132 Euro sind genug"

Im Spiegel kommen Gegenstimmen zu Wort. "Wo die Autoren der Studie Brot und Früchte so billig herbekommen, ist mir allerdings schleierhaft," wundert sich jemand.

Ich habe mir daraufhin auch mal ein paar Preise angesehen. Was mir dabei aufgefallen ist: Die Preise sind ohne Spannen angegeben, das ist schon mal nicht die wissenschaftliche Art.

Dann sind die Mengen in "kg pro Monat" angegeben, z.B. 9 kg Brot und 9 kg Kartoffeln (oder eine äquivalente Menge Nudeln oder Reis). Das sind 300 g Brot und 300 g Kartoffeln pro Tag.

Was kg pro Monat Gramm pro Tag Kalorien
Brot   9.0   300   500
Kartoffeln, etc.   9.0   300   500
Gemüse 10.5   350   100
Obst 10.5   350   150
Milch   7.5   250   120
Käse, Fleisch, Wurst, Fisch     6.5 217   350
Öl, Margarine   1.2     40   350
Summe 54.2 1800 2070

Auch hier bekommt der Hartz-IVer wieder zuwenig zu essen, immerhin etwas mehr als bei Sarrazin. Im Gefängnis hat man es besser. Der Bedarf eines Erwachsenen ("Grundumsatz") beträgt etwa 2400 Kalorien.

Was Preis pro kg Preis bei Aldi
Brot   0.50   0.92
Nudeln   0.50   1.10
Käse   4.00   5.40
Fleisch   3.90   5.70
Wurst   3.80   6.00

Dann die Tabelle "Gebrauchsgegenstände".

Was Lebensdauer in Monaten Preis in Euro Preis bei Aldi, etc.
Turnschuhe   24   15   16
Bett mit Matratze und Lattenrost 120 100 ?
Bettwäsche   36     6   13
Spannbettlaken   36     2     5
Bratpfanne   36     6  
Staubsauger nicht vorgesehen    
Bügeleisen nicht vorgesehen     70
Gläser nicht vorgesehen    
Tischdecke nicht vorgesehen    
Vorhänge nicht vorgesehen    
Kaffee, Tee, Fruchtsaft, Mineralwasser nicht vorgesehen    

Haben wir es nicht gleich gewußt: Die Studie ist noch nicht einmal sorgfältig recherchiert. Alles aus der Luft gegriffen. Und mit einer PDF-Datei kann man sich noch nicht einmal den Hintern abwischen.

Diese beiden Wissenschaftler erfüllen mit ihrer Forderung nach Willkürmaßnahmen gegen Teile der Bevölkerung den Tatbestand der Volksverhetzung. Ich weiß, sie sagen zwar, das sei nicht als Forderung gemeint, sondern als Diskussionsbeitrag, aber das ist nur eine Schutzbehauptung. Faktisch ist die Veröffentlichung einer solchen Studie mit solchen Listen eine öffentliche Aufforderung, diese Studie auch umzusetzen, also: Volksverhetzung.

Die Tat ist besonders verwerflich, weil sie sich gegen eine der schwächsten Gruppen richtet, die Langzeitarbeitslosen, und weil diejenigen, die zur Zielgruppe gehören, in der derzeitigen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Situation keine realistische Möglichkeit haben, sich aus dieser Gruppe wieder zu entfernen, sprich: Arbeit zu finden.

Ich fordere sechs Monate Gefängnis ohne Bewährung und ohne die Gefängniskost. Die Ernährung erfolgt nach ihrem eigenen Plan: Jeder bekommt monatlich ein Guthaben von 68 Euro, und dann wird jemand für sie zu Aldi geschickt.

Und im Knast brauchen sie auch nicht die Vorhänge, die sie den Hartz-IVern gestrichen haben.

 

5.9.2008: Bahn: Genehmigung von Preiserhöhungen durch Bestechung erlangt?

Auf dem Radar der Staatsanwaltschaft sind die Bahn und das Regierungspräsidium Darmstadt aufgetaucht. Die Bahn soll den Beamten jahrelang eine Jahresnetzkarte erster Klasse im Wert von 5900 Euro geschenkt haben. Als Gegenleistung sollen Preiserhöhungen genehmigt worden sein.

Das paßt gut ins Bild, finde ich. Ein kleiner Bestechungsskandal ist nur das Tüpfelchen auf dem "i". Genau so einen Eindruck habe ich seit Jahren von der Bahn, ihrem Management und den Regierungsbeamten: kleine Ganoven, die sich einbilden, sie wären die ganz großen Gangsterbosse.

 

4.9.2008: Florida: 3000 Wahlurnen "verschwunden"

According to tallies a week ago, a total of 102,523 ballots were cast in the election. But according to a recount of one of the races, which was completed this last Sunday, the total number of cast ballots was only 99,045 -- a difference of 3,478. Election officials say they can't explain the discrepancy blog.wired.com

 

4.9.2008: TU Chemnitz: 132 Euro monatlich sind genug

Zwei Chemnitzer Wirtschaftswissenschaftler halten einen Hartz-IV-Regelsatz von 132 Euro für ausreichend - nur rund ein Drittel der bisherigen Höhe. Das geht aus einer Studie hervor, die am Mittwoch auf der Internetseite der Technischen Universität Chemnitz veröffentlicht wurde. taz

Der Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin hatte im Februar 4,25 pro Tag vorgerechnet, das waren 130 Euro (bei durchschnittlich 30,6 Tagen pro Monat). Auch er hatte sich ausschließlich an den Discountern orientiert. Sein Speiseplan führt zu Unterernährung.

Was mir an der Studie auffällt: Kein Telefon, kein Fernsehen, keine Zeitungen, kein Internet. Der Betroffene soll in die öffentliche Bücherhalle gehen: "Freizeit, Unterhaltung, Kultur: 1 Euro", "Kommunikation: 2 Euro", "Verkehr: 23 Euro" (dafür kann man einmal pro Woche 20 Kilometer weit irgendwo hinfahren und wieder zurück).

Die Frage, die die beiden Ernährungsforscher nicht erörtern, ist: Was ist ein menschenwürdiges Leben? Genügt es, nicht zu verhungern und nicht zu erfrieren? Werden Tiere im Zoo besser behandelt als die Hartz-IVer?

Bisher hatte ich bei längeren Downloads immer überlegt, welchem freundlichen Serverbetreiber ich die Kosten für den Traffic aufbürde. Nun gibt es diese Zweifel nicht mehr: TU Chemnitz. Mal sehen, wer zuerst am Ende ist, die Hartz-IVer oder die TU.

 

3.9.2008: USA: Department of Homeland Security entscheidet nach Wikipedia-Lektüre

The Department of Homeland Security should not use the user-generated Wikipedia to decide whether an asylum seeker can enter the United States, a federal appeals court ruled Friday. [...] DHS decided to deport Badasa after consulting Wikipedia to decide whether a Ethiopian travel document known as a laissez-passer was adequate to prove her identity. Using the Wikipedia page as evidence, the government convinced an immigration judge that the document did not prove her identity, calling it a one-way travel document based on information provided by the applicant. http://blog.wired.com/27bstroke6/

Nochmal auf Deutsch. Das DHS ist vor einen Richter getreten und hat gesagt: "Ein 'Laissez-Passer'-Dokument beweist nicht die Identität des Inhabers, sondern beruht auf den Angaben des Inhabers selbst, und den Beweis für diese unsere Behauptung finden Sie auf Wikipedia, Euer Ehren."

 

3.9.2008: Einzelhandelsumsatz im Juli 2008

Das Statistische Bundesamt berichtet über den Umsatz im Einzelhandel im Juli 2008, verglichen mit Juli 2007.

  nominal real
gesamter Einzelhandel +3.1% +/-0%
dito, kalenderbereinigt -1.3% -1.5%
dito, Lebensmittel +2.2% -2.9%

Am interessantesten finde ich die Inflation bei Lebensmitteln: 5.1 Prozent. Was auch noch interessant ist: Das Statistische Bundesamt schreibt als Überschrift: "Einzelhandelsumsatz im Juli 2008 real unverändert". Das kann ich nun gar nicht nachvollziehen. Ich würde sagen: "real gesunken". Denn eine inflationsbereinigte Zahl, die aber immer noch den Kalendereffekt enthält, ist noch nicht "real". (Der Juli 2008 hatte 27 Verkaufstage, der Juli 2007 nur 26.)   http://www.destatis.de/ "Deutsch" "Services/Presse" "zu den Pressemitteilungen" "01.09.2008   Einzelhandelsumsatz im Juli 2008 real unverändert"

 

2.9.2008: "Report München": Nur noch Geblubber

Stefan Niggemeyer stellt der Redaktion von "Report München" ein paar sehr einfache Fragen per E-Mail. Auch wenn es teilweise Suggestivfragen sind, man hätte sie beantworten können. "Report München" antwortet aber mit einem leeren Geschwätz, das noch dämlicher klingt als die Antworten des dümmsten Politikers. Daß denen das gar nicht peinlich ist, daß das halbe Internet mittlerweile über "Report München" nur noch lacht?

Ich weiß gar nicht mehr, wann ich zuletzt ferngesehen habe. Es muß Jahre her sein. Ich habe offensichtlich nicht das Geringste versäumt. Die "etablierten Medien" sind zu Bänkelsängern und Marktschreiern geworden mit dem Nachrichtenwert einer Kasperbude. Sie selbst sind die Einzigen, die das noch nicht gemerkt haben. Wahrscheinlich könnte man sie alle in Zwangsjacken in eine Anstalt sperren, und sie würden immer noch nichts merken und immer noch "Hier sind die Nachrichten" spielen.

Das Einzige, was mich jetzt noch ärgert, sind die Gebühren. ARD, ZDF und die GEZ müssen abgeschafft werden. Nutzlose Parasiten.

 

2.9.2008: Zensur: Wer sperrt rottenneighbor.com und warum?

Wie in dem Vorposting schon beschrieben, ist die Seite rottenneighbor.com von diversen deutschen Zugangsprovidern aus nicht zu erreichen. [...] Hansenet-Dial-Up-Kunden können NICHT auf die Seite zugreifen. [...] Von einer weiteren definitiv in Deutschland ansässigen (mehrere GEO-IP-Dienste geprüft) IP-Adresse (mir zur Verfügung stehenden, NICHT-Dial-Up) aus, kann auf rottenneighbor zugegriffen werden. http://rz.koepke.net/?p=657

Dasselbe von hier aus. Zugriff möglich von einem Business-Anschluß mit fester Adresse (Telekom), kein Zugriff vom Hansenet-Dialup.

Am wahrscheinlichsten erscheint mir derzeit die Theorie, dass Rackspace.com aus Deutschland die Aufforderung bekam, den Zugriff zu sperren und dieses über eine Liste von Dial-Up-IPs realisiert wurde. Die dann interessante Frage ist: Wer oder was hat Rackspace.com motiviert diese Sperre zu installieren?

Das finde ich auch. Die interessante Frage ist: Wer will was hier sperren und warum?

 

1.9.2008: Rußland: Polizei ermordet Regimekritiker

War es eine Hinrichtung, war es ein Unfall? Bei einem Polizeieinsatz im Kaukasus ist der Betreiber einer oppositionellen Web-Seite gestorben, offenbar durch einen Kopfschuss. Bürgerrechtler geben der russischen Polizei die Schuld. Die spricht von einem zufälligen "Zwischenfall". http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,575474,00.html

Sie haben ihn ins Auto gezerrt und seine Leiche kurze Zeit später auf die Straße geworfen, das ist ja ganz typisch für einen zufälligen Zwischenfall. In der amerikanischen Serie "Chicago 1930" über Gangsterbosse und ihre Methoden kam das auch fast jedesmal vor, ganz zufällig.

"Putin rettet TV-Team vor Tiger" heißt es im "Spiegel". Man besuchte einen Naturpark, plötzlich reißt sich ein Tiger los und läuft auf das Aufnahmenteam zu. Putin reagiert blitzschnell, greift nach einem Betäubungsgewehr und trifft genau den Tiger.

Auch das klingt wirklich total lebensecht, kein bißchen inszeniert oder so. Vor allem das bereitliegende Betäubungsgewehr ist ja sowas von spontan und zufällig. Rußland hält die Welt zum Narren.

 

1.9.2008: Provider in DDR 2.0: sperren und zensieren

Hansenet und andere Provider sperren rottenneighbor.com, O2 und Eplus sperren günstige Festnetzanbieter. Die Mischpoche dreht frei. Und - natürlich - leugnen sie alles. Von Hansenet aus ist die Seite mindestens seit gestern nicht erreichbar.

In einem Kommentar sagte jemand (offenbar ein Mitarbeiter eines Providers) ein Traceroute würde zeigen, daß Antworten kämen, aber von irgendwo in den USA käme dann plötzlich nichts mehr, also müsse die Störung in den USA liegen. Netter Versuch, genauso sieht es nämlich aus, wenn IPs oder IP-Bereiche vom Provider geblockt werden.

Über einen Business-Anschluß(!) der Telekom und über Proxies wie hidemyass.com und andere ist Zugriff möglich, direkt über Hansenet nicht. Das Problem liegt also nicht in den USA, sondern in Deutschland. Die Provider sprechen sich ab, oder sie bekommen eine Verfügung von einer wichtigen Persönlichkeit, und zensieren. Und natürlich lügen sie alle, was das Zeug hält.

Update 2.9.2008: Es sind wahrscheinlich doch nicht die Provider, sondern ein anderer Mechanismus (siehe zwei Postings höher)

 

1.9.2008: Stasi 2.0 in DDR 2.0

Alles wurde aufgezeichnet: Beziehungsgespräche, wer aufs Klo geht oder wer duscht. "Fernseher ist leise gestellt worden ... (S) sagt scheiß Bericht", protokollierten die Beamten. Oder: "(S) betätigt Kaffeemaschine und pfeift ,Wind of Change'". Und: "(S) lacht leise vor sich hin, als im Radio die Nachricht vom Anschlag auf Bild-Chef Dieckmann kommt". Sogar Selbstgespräche "(S) murmelt im Schlaf (unverständlich)", fanden das Interesse der Lauscher. TAZ

 

30.8.2008: "Betreutes Wohnen" ist eine Mogelpackung

Auch in einer Anlage für "betreutes Wohnen" kann man schon mal zehn Tage tot in der Wohnung liegen. Der Grund: "betreutes Wohnen" ist kein geschützter Begriff. Also machen die Firmen und Organisationen, die "betreutes Wohnen" anbieten, einfach was sie wollen und bescheißen, was das Zeug hält. In diesem Fall war es die katholische Kirche.

"Lediglich eine Teilzeitkraft hat werktags von 9 bis 10 Uhr Sprechstunde." Leute, das ist keine Betreuung, das ist weniger als ein Hausmeister. Die Kirche soll sich was schämen. Tut sie natürlich nicht. Sie ist kaltschnäuzig und frech: "Wir sind kein Pflegeheim." Diese Heuchler, salbadern von Gott und benehmen sich wie Teufel.

 

30.8.2008: Finanzkrise: Bank of China "flüchtet" vor Fannie Mae und Freddie Mac

The sale by China's fourth largest commercial bank, which reduced its holdings of so-called agency debt by $4.6bn, is a sign of nervousness among foreign buyers of Fannie and Freddie's bonds and guaranteed securities. Financial Times

 

29.8.2008: Ein krasses Fehlurteil

Ein 18-jähriger schlug im Februar einen 44-jährigen an einer Haltestelle zum Krüppel. Er liegt inzwischen nicht mehr im Koma, aber er ist auch nicht richtig wach. Er hat sein Gedächtnis komplett verloren, es wird auch nichts Neues mehr gespeichert. Er ist ein Pflegefall. Der Täter wurde nicht verurteilt, weil - so der Richter - seine Sozialprognose günstig sei. Seine Freundin erwarte ein Kind. Die Polizei führt den Mann als "Intensivtäter" mit zahlreichen Gewalt- und Eigentumsdelikten.

Drei Wochen nach dem Urteil schlug er wieder zu, an derselben Haltestelle. Er redete sich heraus mit allen Tricks. Das Opfer und seine Begleiter hätten ihn angegriffen, er hätte sich nur verteidigt. Die Polizei ermittelt zwei Monate lang, vernimmt Zeugen. Danach war doch er der Täter. Nun ist wieder Haftbefehl erlassen worden.

Quelle: http://www.ksta.de/html/artikel/1218660448499.shtml

Suchwort: Koma-Schläger

An der zweiten Körperverletzung trägt meiner Meinung nach der milde Richter eine erheblich Mitschuld. Er ist offensichtlich nicht in der Lage, Menschen zutreffend zu beurteilen. Er sollte nicht länger Richter sein. Weg mit dem Kerl.

 

28.8.2008: Fatih-Moschee

Wikipedia: Fatih (arabisch), Öffner, Eroberer, Sieger; Beiname des osmanischen Sultans Mehmed II,   (Fatih Sultan Mehmed); Fatih (Bezirk), ein nach ihm benannter Stadtbezirk von Istanbul; ein häufiger türkischer Vorname: Fatih (Vorname); das arabische Wort für "Eroberer" (auch als Lehnwort in anderen Sprachen z.B. Istanbul fatihi "Eroberer Istanbuls";von derselben arabischen Wurzel leiten sich ab: Al-Fatiha (Eröffnungssure im Koran), Futuh (Eroberung von Ländern für den Islam), Al-Fatah (stärkste Fraktion der PLO).

Google: fatih moschee - Unter den ersten 50 Treffern finden sich 17 Städte: Bremen, Mannheim, Pforzheim, Memmingen, Lindau, München, Essen, Oberhausen, 41836 Hückelhoven, Flensburg, Bocholt, www.fatihmoschee.de, Mülheim, www.eslam.de/begriffe/f/fatih-moschee.htm, Karlsruhe, Blumberg, Oberderdingen, Salzgitter, Lübeck

Warum nennen die Moslems ihre Moscheen "Eroberer-Moschee", nach dem Eroberer von Byzanz (Istanbul), der damals die Christen dort ausgerottet hat? Sollten sie nicht auf die Gefühle der Christen in Europa ebensoviel Rücksicht nehmen, wie sie Rücksicht der Christen auf ihre Gefühle einfordern?

Wir nennen unsere Kirchen ja auch nicht "Kreuzzug-Kirche".

 

28.8.2008: Britisches Behördenhobby: Daten verschlampen

Eine namentlich nicht genannte Person habe bei eBay für 6,99 Pfund (8,70 Euro) eine gebrauchte Festplatte ersteigert, auf der zehntausende Dateien mit persönlichen Daten zahlreicher Bürger der Gemeinde Charnwood (Leicestershire) wiederhergestellt werden konnten, [...] In Großbritannien häufen sich in jüngster Zeit schwere Datenpannen. Vor dem gestern gemeldeten Bankdaten-Kauf mussten britische Behörden den Verlust eines Datenträgers mit sensiblen Informationen über gefährliche Straftäter einräumen. Zuvor waren auf der Insel Daten über Patienten, Kindergeldempfänger und Fahrschüler abhanden gekommen. http://www.heise.de/newsticker/meldung/115021

Wenn wir erst die Vorratsdatenspeicherung haben, weiß bald jeder Ganove genug über jeden Bürger, um in dessen Namen Bankkonten zu eröffnen und Kredite aufzunehmen.

 

28.8.2008: Eine Schlägerbande, die sich "Polizei" nennt

Von dort aus konnte er filmen, wie ein Beamter der als brutal geltenden Hamburger Beweissicherung- und Festnahme-Einheit (BFE) von hinten mit dem Schlagstock auf den Rücken einer Person einschlug, die sich bereits auf dem Rückweg befand. Als dieser BFE-Beamte Happ bemerkte, kam er direkt auf Happ zu und schlug auf die Kamera. Als sich Happs Kollege Marco Kühne durch seinen Presseausweis als Reporter zu erkennen geben wollte - beide sind in Deutschen Journalisten-Union (DJU) von Ver.di. - riss der Polizist ihn den an einem Halsband befestigten Ausweis vom Hals. Happ sei den Damm heruntergeschubst und mit dem Schlagstock geschlagen worden. http://www.taz.de/regional/nord/nord-aktuell/artikel/1/pruegelpolizist-auf-frischer-tat-ertappt/

Wollen wir wetten: das Opfer kriegt eine Strafe, der Täter kriegt einen Orden?

 

28.8.2008: Vegetarier: Würstchen machen Darmkrebs

Eine TV-Werbung enthüllt: Schulkinder klagen über Darmkrebs im letzten Stadium, weil sie in der Schulkantine Würstchen gegessen haben. Der Zusammenhang ist statistisch angeblich vorhanden, nicht für Kinder, sondern für Erwachsene, aber was soll's, Hauptsache: Fleisch ist böse[TM].

Ich habe nochmal nachgedacht. Die Werbung ist in mehrfacher Hinsicht schlecht. Erstens: Sie übertreibt maßlos, man kann schon sagen: sie lügt, um Aufmerksamkeit zu erregen. Ich werde in so einem Fall immer äußerst mißtrauisch. Wenn jemand lügt, um seine Botschaft zu verbreiten, dann lügt er nämlich wahrscheinlich auch bei der Botschaft selbst. Zweitens: Sie sendet eine zweite Botschaft: Lügen ist ok, wenn du ein moralisches Ziel verfolgst. Das ist Unsinn. Lügen für die gute Sache wirft auf die gute Sache ein schlechtes Licht. Menschen merken sowas. Drittens: Sie bringt Kindern das Lügen für Geld bei. Das ist das Schlechteste daran. Viertens: Ihr Ziel ist es, Unwissende zu täuschen. Sie ist betrügerisch. Die vierte Botschaft lautet: Vegetarier lügen und betrügen, nimm dich in acht vor ihnen.

 

27.8.2008: "Report München" lügt und verdreht

Eine Frau wurde überfallen, vergewaltigt und ihr Handy geraubt. Die Polizei fand den Täter, weil er mit dem geraubten Handy telefonierte. "Report München" glaubt nun, sie fanden ihn mit Hilfe der Vorratsdatenspeicherung:

So fürchterlich die Tat für das Opfer ist: Nach der Eilentscheidung des Bundesverfassungsgericht vom 11. März 2008 hätte die Nürnberger Kripo kaum eine Chance gehabt, den Vergewaltiger mithilfe gespeicherter Handydaten zu fassen.

Kripo Nürnberg: "Wenn das Handy nicht geraubt worden wäre, wäre nur in Anführungszeichen ein Verbrechen der Vergewaltigung vorgelegen und eine Ermittlung des Täters wäre vermutlich nicht möglich gewesen." http://www.br-online.de/daserste/report/archiv/2008/00500/

Lieber "Report München": Hätte er das Handy nicht geraubt, hätte man nicht wissen können, mit welchem Handy er nach der Vergewaltigung überhaupt telefonieren würde. Nicht auf Vorrat gespeicherte Verbindungsdaten verrieten ihn, sondern das Benutzen eines geraubten Handys. Und damit kriegt man ihn nach wie vor.

Die sind ja noch schlimmer als die Bildzeitung 1968.

 

27.8.2008: Heinrich von Pierer mit verfälschtem Namen

Eigentlich heißt er "Heinrich Pierer von Esch". Sein Großvater in Österreich hatte sich "von Esch" (vom Namen der Großmutter abgeleitet) als "seinen Adelstitel" für 280 Kronen gekauft. In Österreich ging sowas. Einen Hobby-Historiker, der ihm auf die Schliche gekommen war, nötigte er unter Ausnutzung seiner Machtstellung bei Siemens zur Unterzeichnung einer Unterlassungserklärung. Als der Siemens-Chef seinen Posten verlor, zeigte ihn der Historiker wegen Nötigung an, aber der Täter durfte sich für 20.000 Euro an eine gemeinnützige Institution freikaufen. http://www.heise.de/tp/r4/artikel/28/28585/1.html

Bananenrepublik Deutschland. Der Vorfall erklärt ja so Einiges, zum Beispiel die Schmiergeldkultur bei Siemens, wo selbst eine Ganovenhochburg wie Nigeria kalte Füße gekriegt hat. http://blog.fefe.de/?ts=b9a9336a

 

23.8.2008: Finanzkrise: Fannie Mae und Freddie Mac "in Schwierigkeiten"

Die Aktien der US-Hypothekenbanken "Fannie Mae" und "Freddie Mac" brechen ein:

This week, shares of the two Government Sponsored Enterprises, or GSEs, imploded again: Fannie Mae lost 39% between last Friday and yesterday's close. Freddie Mac tanked 46%. Freddie Mac fell to its lowest in almost 18 years ... Fannie Mae to its lowest in more than 19.

It's not just the common stock, either. Investors are dumping their preferred shares and they're selling off Fannie and Freddie bonds. The message from the markets is coming through loud and clear: These companies are in big, big trouble. http://www.moneyandmarkets.com/issues.aspx?The-GSE-End-Game-2116

 

20.8.2008: Wahlcomputer: Originalverpackter Elektroschrott

San Diego County weiß nicht so recht, wohin mit den teuer angeschafften Wahlcomputern, die nun aber nicht benutzt werden dürfen. Sie überlegen schon, ob sie sie bei Ebay reinsetzen sollen.

 

19.8.2008: Mafia: Berlusconi verhökert das Römische Reich

In Verona sollen demnächst drei Paläste versteigert werden, und in Agrigento verpachtet die Stadtverwaltung den Tempelbezirk. Nun fürchten Denkmalschützer, dass in den Kulturstätten bald Fremdfirmen ihr Wesen treiben. Zum Beispiel Spezialisten für Event-Unterwäsche oder andere Überlebenshelfer der bedrängten Menschheit. Auf zu Verdi-Versace in Alfa-Verona. http://www.zeit.de/2008/34/Spitze-34

 

19.8.2008: Datenmißbrauch: Vier Millionen Kontendaten für 850 Euro zu haben

Bei Stichproben haben die Verbraucherschützer festgestellt, dass viele der Datensätze aus dem Bereich der Süddeutschen sowie der Nordwestdeutschen Klassenlotterie (SKL beziehungsweise NKL) stammen. Die Informationen würden aber auch aus Handyverträgen, Gewinnspielen, karitativen Betätigungen, Kunden- oder Rabattkartensystemen, Online-Webformularen oder von Rechnern stammen, die mit Trojanern ausgeforscht wurden http://www.heise.de/newsticker/meldung/114401

Der eigentliche Skandal ist: das sind bislang nur Ordnungswidrigkeiten.

 

19.8.2008: Gesundheit: Acrylamid ist harmlos

Bei einer Untersuchung von knapp tausend Patienten haben schwedische Mediziner eigenen Angaben zufolge keinen Hinweis darauf gefunden, dass Acrylamid beim Menschen das Krebsrisiko erhöht. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,232655,00.html

Das war ja klar. Auch daß mir offenbar entgangen ist, daß diese Untersuchung schon 2003 stattgefunden hat, ist klar: Das wurde nicht so veröffentlicht, wie es jetzt behauptet wird. Hätte sie tatsächlich zu dem jetzt genannten Zeitpunkt so im Spiegel gestanden, ich hätte sie garantiert nicht übersehen. Dazu interessierte mich das Thema viel zu sehr.

Jetzt ist ein neuer Buhmann gefunden worden: Glycidamid. Angeblich löst es Krebs aus. Dummerweise bildet es der Körper in weit größeren Mengen, als sie in Pommes Frites gefunden wurde. Trotzdem erheben die wissenschaftlichen Wichtigtuer warnend ihre Zeigefinger und fordern - mal wieder - Temperaturen unter 180 Grad. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,572724,00.html

Ich wiederhole mich schon wieder: Alles, was in der Presse über Gesundheitsgefahren steht, ist reine Spekulation. Nichts davon darf man glauben. Mehr noch: Alles, was die EU in Gesundheitsfragen regelt, ist Unsinn. Nichts ist gesundheitlich sinnvoll, alles dient nur dem einen Zweck, Großkonzernen mehr Geld zu verschaffen.

 

16.8.2008: Iran: Minister mit falschem Doktortitel

Während seiner Amtszeit hat Irans Präsident Ahmadinedschad bereits zehn Minister ausgewechselt. So langsam werden ihm offenbar die Ressourcen knapp. Der neueste Innenminister wedelte überall mit einer Ehrendoktor-Urkunde herum, die leider eine plumpe Fälschung war (und erlangte so Anspruch auf höhere Bezüge). Die Opposition entlarvte die Fälschung. Die Regierung ließ daraufhin die Webseite der Opposition sperren.

But the government's opponents investigated his claims to erudition and after being presented with a document on Oxford-headed notepaper, checked it out with the university. "The University of Oxford has no record of Mr Ali Kordan receiving an honorary doctorate or any other degree from the university," it said in a statement. [...] But while the president has lost a small battle, his enemies will also have cause to rue the case of Mr Kordan: the website that revealed the truth of his education background has been blocked by the authorities. http://www.telegraph.co.uk/news/2549125/Iranian-minister-exposed-with-fake-Oxford-degree.html

Ahmadinedschad verteidigt seinen Innenminister mit den Worten: Man soll ihn nicht nach einem zerrissenen Stück Papier beurteilen.

Ahmadinejad - who is not considered close to Kordan and only nominated him as a compromise candidate - has publicly defended him by saying he should not be judged on a "piece of torn paper", a phrase he has often used to dismiss UN security council resolutions against Iran's nuclear programme. http://www.guardian.co.uk/education/2008/aug/13/ali.kordan.oxford

Ende des Mittelalters sollen Kirche und Klöster - in der Überzeugung, sich Rechte ersessen zu haben, und im Bewußtsein ihrer Macht - Dokumente gefälscht haben, nach denen ihnen von einem der früheren Kaiser Ländereien und Besitztümer geschenkt worden waren. Das dürfte so ungefähr auch das Zeitalter und das Weltbild sein, mit dem die islamischen Länder heute leben.

Der Herr Minister hatte wahrscheinlich auf eine dieser Spam-Mails geantwortet, die einem gegen ein vergleichsweise geringes Entgelt ein garantiert echtes Diplom oder sonstigen Titel versprechen, den man schon immer gern haben wollte. Er muß tatsächlich geglaubt haben, das Ding sei echt, und niemand würde jemals sein kleines Geheimnis entdecken. Sonst hätte er es sicher nicht veröffentlicht.

Die Amerikaner, hieß es, werfen Bomben auf ein Land, von dem die meisten gar nicht wissen, wo es überhaupt liegt. Wer ist nun dümmer?

 

16.8.2008: Da lacht der Moslem

http://www.welt.de/kultur/arti2297240/Darf_man_mit_Mohammed_Witze_reissen.html

Puh, die sind nicht leicht zu ertragen. Mal sehen, was man da noch retten kann:

Einmal speiste [Mohammed] mit seinem Freund Abu Bakr Datteln. Wie damals üblich legte man die Dattelkerne vor sich hin. Abu Bakr schob seine dem Propheten zu. Nach dem Essen lag vor dem Propheten ein Haufen Kerne, vor Abu Bakr kein einziger. Abu Bakr fragte: "Oh Prophet, Du hast aber heute großen Hunger gehabt?" Worauf der entgegnete: "Du scheinbar auch, denn Du hast Deine Datteln samt Kernen gegessen."

Darauf wieder der Andere: "In jeder deiner Pointen, oh Prophet, steckt ebensoviel Humor wie in einem ganzen Koran."

Einmal fragte eine alte Frau den Propheten, ob sie in den Himmel komme. Da entgegnete er: "Nein, alte Menschen kommen nicht in den Himmel." Die arme Frau war entsetzt - aber dann sagte der Prophet: "Wenn du im Himmel bist, wirst du nicht mehr alt sein, sondern wieder jung und hübsch!"

Und augenzwinkernd fügte er hinzu: "Und wieder Jungfrau."

 

15.8.2008: Finanzkrise: Übergang zum Tauschhandel

Eine Keipe in Norfolk (Großbritannien) nimmt neuerdings auch Naturalien an als Bezahlung für Bier. http://www.telegraph.co.uk/news/uknews/2557630/Pub-introduces-bartering-for-pints-to-beat-credit-crisis.html

 

14.8.2008: Star Wars - Clone Wars

Absolut vernichtende Kritik bei Telepolis:

Seine [George Lucas'] Star-Wars-Blockbuster waren bisher von nahezu perfekter Geistesschlichtheit, litten jedoch darunter, dass die Schauspieler - so unterbeschäftigt sie auch waren - mit ihrem Mienenspiel doch noch ein klein wenig zu interessant aussahen. Dieser Makel ist nun behoben. http://www.heise.de/tp/r4/artikel/28/28505/1.html

Ich nehme mal an, der neue Animationsfilm ist als Pilot gedacht für das gleichnamige Computerspiel, das sicherlich demnächst herauskommen wird. Ich hatte bei "Episode drei" das vage Gefühl, kaum jemand hatte Interesse daran, und das Einspielergebnis war nicht so richtig gut. Die DVD kam bemerkenswert schnell heraus und die Scheiben lagen eine Ewigkeit bei Karstadt als "Neuheit".

 

14.8.2008: Allah, der das Universum verwaltet

Frage: Wie ist die Frage der Rotation der Erde um die Sonne richtig zu beurteilen?
Antwort: "Dies ist eine Sache Allahs, der das Universum verwaltet. Der Koran sagt, dass die Sonne sich bewegt, während die Erde still stehen bleibt. Diese Tatsache teilt uns der Koran offensichtlich mit. Wir glauben der Botschaft des Korans, nicht das, was Wissenschaftler behaupten."
"Selbst die Geologen sind sich untereinander darüber nicht einig. Die früheren Geologen sagten, dass die Erde um die Sonne rotiert. Jedoch wurde dies von jüngeren Geologen widerlegt."
"Wir glauben dem Koran und dem, was der Koran in aller Klarheit sagt. Die Worte der Wissenschaftler sind nicht heilig. Die Worte des Korans und des Propheten sind dagegen heilig, wahr und ewig." http://www.islaminstitut.de/Nachrichtenanzeige.4+M5fc13575bf5.0.html

Die Geologen? Sollten es nicht eher die Astronomen sein? Und welcher Wissenschaftler hat "widerlegt", daß die Erde die Sonne umkreist? Das kann ja nur ein islamischer Theologe gewesen sein, sonst wüßte man davon. Und er kann es nur mit Scholastik getan haben, nicht mit Naturwissenschaft.

Das Weltbild des Islam heute entspricht ungefähr dem der katholischen Kirche im Jahr 1600. Es gab damals keine Wissenschaft, kein Mikroskop, kein Fernrohr, man glaubte an das ptolemäische Weltbild. Man war nicht in der Lage, Forschung zu betreiben und die Aussagen des Aristoteles nachzuprüfen. Die Irrtümer der katholischen Kirche von damals sind aus heutiger Sicht verständlich und entschuldbar.

Der islamische Gelehrte hat sicherlich ein Auto mit Navigationssystem und einen Chauffeur, der weiß, wie man es bedient, obwohl es nicht im Koran steht.

 

13.8.2008: Finanzkrise: Halbe Billion Dollar offiziell überschritten

Die Abschreibungen der Banken haben 501 Milliarden Dollar erreicht. http://latimesblogs.latimes.com/money_co/2008/08/now-500-billion.html

 

13.8.2008: China: Halbleere Tribünen

Der Schwarzhandel mit Eintrittskarten und die vielen leeren Plätze in den Stadien gehören zu den Merkwürdigkeiten dieser Spiele. Wenige Tage vor Beginn hatten die Organisatoren noch verkündet: "Alle 6,8 Millionen Tickets sind ausverkauft". Umso größer ist jetzt die Verwunderung, dass die Tribünen vielfach nur zur Hälfte gefüllt sind. Nur bei sehr populären Wettkämpfen wie dem Basketballspiel China - USA ist fast alles besetzt. [...]

Dass die Tribünen bei den Wettkämpfen nicht noch leerer sind, verdanken Pekings Funktionäre und die Sportler den vielen Schulklassen und Behördenmitarbeitern der Hauptstadt, die auch kurzfristig mobilisiert und zu den Wettkämpfen geschickt werden können. http://www.taz.de/1/sport/olympia-macht/artikel/1/gelbe-ochsentour/

Das ist nur noch ein Jahrmarkt der Eitelkeiten und keine Sau interessiert sich mehr dafür. Wo ist das sportliche Ereignis geblieben? Auch kommerziell ist es nur noch ein Verlustgeschäft. Und China geht in die Geschichte ein als das Land, das den Olympischen Spielen den Todesstoß versetzt hat.

Noch mehr Lügen

Playback in Peking: Die kleine Sängerin bei der Olympia-Eröffnung hat gar nicht gesungen, sondern nur die Lippen bewegt. Die echte Sängerin war zu dick und hatte schiefe Zähne. http://www.taz.de/1/was-fehlt/1/der-saengerin-die-zahnspange/

Der Lange Marsch ist vollendet, vom Land des Lächelns zum Land, das die Welt bescheißt. Ich bin davon überzeugt, daß sie auch noch denken, niemand hätte was gemerkt.

 

12.8.2008: EU: Rechtsgutachten zum Lissabon-Vertrag

http://www.peter-gauweiler.de/pdf/Vertr%20Lissabon%20Gutachten.pdf

Rechtsgutachten über die Zulässigkeit und Begründetheit verfassungsgerichtlicher Rechtsbehelfe gegen das Zustimmungsgesetz zum Vertrag von Lissabon und die deutsche Begleitgesetzgebung

Erinnert sich noch jemand daran, wie uns die EU und der Euro damals angepriesen wurden: "Man braucht im Urlaub seinen Paß nicht mehr vorzuzeigen" und: "Man braucht im Urlaub sein Geld nicht mehr zu wechseln". Als ob das jemals mehr als reine Nebensächlichkeiten waren. In Wirklichkeit ging es immer darum: "Man braucht nicht mehr zur Wahl zu gehen".

OK, es gibt weiterhin Wahlen, aber sie bewegen nichts mehr. Man wählt den Bundestag, der Bundestag wählt den Bundeskanzler, der Bundeskanzler ist automatisch Mitglied im Europäischen Rat. Was immer der Europäische Rat beschließt, ist verbindlich. Damit hat das deutsche Volk in Deutschland nur noch ein Mitbestimmungsrecht und kann jederzeit überstimmt werden. "Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus" ist dann in Deutschland abgeschafft (Artikel 20, Absatz 2 des Grundgesetzes).

Neben dem Europäischen Rat gibt es noch ein demokratische Feigenblatt namens "Europa-Parlament", aber das hat nur beratende Funktion.

 

11.8.2008: Sommerloch: Bundestagskommission will Überraschungseier verbieten

In einer Stellungnahme der Kinderkommission des Deutschen Bundestages heißt es: "Keine Koppelung von Nahrungsmitteln und Spielzeug." Das sei für Kinder zu gefährlich.

Nie ist ein wütender Mob da, wenn man einen braucht.

 

10.8.2008: Manipulierte Fernsehbilder

Ein kurzer Abschnitt der Fernsehübertragung von der Eröffnungsfeier war technisch manipuliert, wie sich jetzt herausstellte. Spektakuläre Bilder von mit Feuerwerksraketen erzeugten "Fußabdrücken" über der Stadt waren nicht live aufgenommen, sondern über ein Jahr mit Computeranimationen vorbereitet worden. [...] "Aber die meisten Zuschauer dachten, es sei echt - damit hat unsere Arbeit ihren Zweck erfüllt" http://www.heise.de/newsticker/meldung/114067

Die Olympiade wird immer unglaubwürdiger, China wird immer unglaubwürdiger, das Fernsehen wird immer unglaubwürdiger. Die Arbeit hat ihren Zweck erfüllt.

 

9.8.2008: Persönliche Identifikationsnummer

Der deutsche Staatsapparat hat mir eine Nummer gegeben. Sie heißt "Persönliche Identifikationsnummer", und sie "ist lebenslang gültig". Bis gestern war ich Jörn Abatz, Bürger der Bundesrepublik Deutschland und durch das Grundgesetz vor staatlichen Übergriffen geschützt. Seit heute bin ich Sklave Nummer 007 4711 08/15 im Deutschen Obrigkeitsstaat.

 

9.8.2008: Das DNS-Problem und der ISP "Alice/Hansenet"

Kurzfassung: Sie hatten eine Sicherheitslücke in ihrem DNS-Server. Ich habe ihnen eine Mail geschickt. Sie haben ihren DNS-Server sicherer gemacht, so weit, so gut. Aber dann haben sie mir eine Antwort geschickt und so getan, als hätten sie keine Hinweise nötig gehabt, haben von "neuesten Sicherheitsupdates" gefaselt. Aber fehlende Updates waren gar nicht das Problem gewesen. Langfassung:

23. Juli: DNS-Test bei doxpara.com

Your name server, at 213.191.74.11, may be safe, but the NAT/Firewall in front of it appears to be interfering with its port selection policy. The difference between largest port and smallest port was only 9.

Please talk to your firewall or gateway vendor -- all are working on patches, mitigations, and workarounds. Requests seen for bf1b24a8a31f.toorrr.com:

213.191.74.11:32795 TXID=40139
213.191.74.11:32801 TXID=3549
213.191.74.11:32802 TXID=42724
213.191.74.11:32795 TXID=11253
213.191.74.11:32804 TXID=11576

sofort Mail an ISP geschickt (an die Adresse der technischen Abteilung, die mir mal geantwortet hatte):

Sehr geehrte Kollegen

Sie haben vermutlich von dem momentanen DNS-Problem gehört, denn z.B. scheint der DNS-Server bereits gepatcht zu sein, und das wahrscheinlich schon länger. Debian hatte z.B. noch am Tag der Entdeckung, am 8. Juli, ein Update bereitgestellt. (Falls Sie nicht verstehen, was ich eigentlich will: http://www.heise.de/newsticker/Details-zum-DNS-Sicherheitsproblem-veroeffentlicht--/meldung/113133

Ich habe jetzt mal den Test "Check My DNS" auf der Seite von Dan Kaminsky, http://www.doxpara.com/ gemacht, und ich bekomme die Warnung, daß der Source-Port für ausgehende Anfragen möglicherweise nicht sehr zufällig gewählt wird (siehe unten). Falls die Warnung zutreffend ist, ziehen Sie bitte eine Änderung in Erwägung. Ein paar Bits mehr Zufall wären in der derzeitigen Situation hilfreich.

Hier ist ein Text, wie verschiedene DNS-Angriffe funktionieren: http://beezari.livejournal.com/141796.html Es ist Englisch, aber sehr verständlich geschrieben. Man versteht, warum man den zusätzlichen Zufall beim Source-Port gut gebrauchen kann.

Dies war die Antwort auf den Test:

(Antwort auf den Test siehe oben)

26. Juli: DNS-Test bei doxpara.com

Your ISP's name server, 213.191.74.12, appears to be using the name server written by Nominum, which has effective protection against the newly discovered attacks despite the limited port range. Nominum is working to expand the port range for even greater protection, but there is no reason for concern at this time.Requests seen for 4bab54d069a4.toorrr.com:

213.191.74.12:11641 TXID=4499
213.191.74.12:11647 TXID=11695
213.191.74.12:11634 TXID=59696
213.191.74.12:11650 TXID=33440
213.191.74.12:11646 TXID=63857

(Differenz der Ports so bei 5000, das sind 12 1/2 Bits, viel besser als die 3 1/2 Bits vorher)

9. August: Antwort vom ISP (vom 5. August) zufällig im Spam-Ordner gefunden (diverse Kriterien):

Content-Type: text/plain; charset=ISO-8859-1
Content-Transfer-Encoding: quoted-printable

Sehr geehrter Herr Abatz,

vielen Dank für Ihre E-Mail.

Vielen Dank für Ihren Hinweis.

Die Fachpresse berichtet zurzeit über Sicherheitsprobleme bei DNS-Servern. Wir haben umgehend auf diese Berichte reagiert und die neuesten Sicherheitsupdates auf unseren DNS-Servern installiert.

Dann folgen Hinweise auf neue Features auf der Hompage des ISP und ein Hinweis, was ich tun soll, wenn ich "weitere Fragen" habe. Das heißt, sie bedanken sich einmal, zweimal, und dann kriege ich einmal, zweimal, dreimal einen Klaps.

Damals, als "Alice" noch "Hansenet" hieß und ganz neu war, da waren sie wirklich Spitze, hatten eine prima Hotline und haben sich sichtbar ehrlich Mühe gegeben. Heute sind sie offensichtlich genauso überheblich und verlogen wie jede größere Firma.

Alice: "die neuesten Sicherheitsupdates" waren offensichtlich nicht ganz ausreichend gewesen. Nach meiner Mail hattet Ihr dann offensichtlich den (frisch upgedateten) Nameserver komplett ausgewechselt.

9. August: DNS-Test bei doxpara.com

Your ISP's name server, 213.191.74.11, has other protections above and beyond port randomization against the recently discovered DNS flaws. There is no reason to be concerned about the results seen below.Requests seen for a0af6ba0a8d2.doxdns5.com:

213.191.74.11:21664 TXID=61283
213.191.74.11:24610 TXID=38664
213.191.74.11:27913 TXID=23358
213.191.74.11:58676 TXID=60957
213.191.74.11:59148 TXID=10986

(Portdifferenz ist jetzt 39.000, das sind 15 1/2 Bit)

Ich hätte tatsächlich noch "weitere Fragen": Was sucht eigentlich "ü" in "text/plain"? Aber ich möchte nicht noch einmal so eine selbstgerechte Antwort kriegen.

 

8.8.2008: Finanzkrise: Private Kapitalgesellschaften greifen nach den fallenden Banken

According to an editorial in the New York Times, "for the past month, some private equity firms have been promoting what they claim would be a relatively pain-free fix of the nation's banks . . . Private equity firms say they are ready to invest huge amounts in ailing banks - provided the Fed eases up on the regulations that would otherwise apply to such large investments. The firms' desire to jump in makes perfect sense. Bank shares are cheap now, but for the most part, are likely to rebound when the economy improves." http://1031netex.wordpress.com/2008/08/04/disaster-capitalists-staking-out-us-banks/

Als Gegenleistung wünschen sie sich weniger Regulierung des Bankensektors. Und sie gehen davon aus, daß sich die Märkte dann erholen werden. Die Ursache der jetzigen Krise war eigentlich die Lockerung der Regeln, Stichwort: Basel II. Sollten sie ihren Willen kriegen, beschleunigt das nur den Ablauf der Dinge: die Selbstverbrennung des Finanzkapitals. Das goldene Kalb ist schon am Schmelzen, aber der Tanz ist noch nicht vorbei.

 

7.8.2008: Nine-Eleven: Hexenprozesse in Guantanamo

Hier werden die Beweisführungsmethoden aufgezählt, die dort zugelassen sind:

  • "Inflammatory evidence", das sind Tatsachen, die sachlich für den Fall nicht relevant sind, die aber bei den Geschworenen zu einer Voreingenommenheit gegen den Angeklagten führen können, z.B. unmoralischer   Lebenswandel, Hinweise auf den Character oder eben ein Video, in dem Al-Kaida mit den Nazis verglichen wird.
  • "Hearsay evidence", "Hörensagen", das sind Zeugenaussagen über das, was man von einem Dritten gehört hat.
  • "Violent interrogation", das ist Folter.
  • "Defendants are presumed guilty", der Angeklagte wird als schuldig angesehen und muß seine Unschuld beweisen.
  • "Evidence is often withheld", Beweise werden dem Verteidiger erst in letzter Minute gezeigt.

Ankläger und Richter sehen sich hier offenbar in einer ähnlichen Situation, wie sie die Katholische Kirche zwischen 1450 und 1750 sah. Man glaubt, einen Feind vor sich zu haben, der einen vernichten will, der zu allem entschlossen und in der Lage und obendrein unbesiegbar ist. Schäuble und andere sind ähnlich gestrickt mit Vorschlägen wie z.B. örtlich begrenztem Kriegsrecht.

Die Katholische Kirche sah ihre Schäflein, ihre Untertanen, in Massen abwandern. Teils durch die Reformation, teils durch die aufkommende Denkweise der Aufklärung und die Anfänge des wissenschaftlichen Zeitalters. Die jahrhundertelange Allmacht der Kirche war in Gefahr. Die Parallele ist nur allzu deutlich.

 

7.8.2008: China: keine Einreise für deutsche Austausstudenten

Studenten sind für die Regierung Unruhestifter, die nur gegen die Tibetpolitik protestieren wollen. http://www.zeit.de/online/2008/32/vorabmeldung-einreisesperre

Ich finde es deprimierend, daß so viele Menschen nicht wahrhaben wollen, daß die ganze Olympiade nur noch eine chinesische Propagandaschau ist, mit Zensur, Überwachung und Jubelpersern mit 1-Euro-Tickets, und daß das mit Sport nur noch am Rande zu tun hat. Ein widerliches Spektakel der Selbstbeweihräucherung zwischen IOC und Diktatoren und ein Lehrstück der Verlogenheit.

Hatten wir sowas nicht 1936 schon mal, wenn auch etwas kleiner? Auch damals hat Olympia den Frieden nicht sicherer gemacht und zur Völkerverständigung nichts beigetragen. Im Gegenteil, die Naziregierung bekam in den Augen der Leute noch einen zivilen Anstrich. Unter den sich zunehmend abzeichnenden Umständen immer noch in Peking zu bleiben und mitzumachen halte ich für einen politischen Fehler.

 

6.8.2008: Gestohlene britische Reisepässe sind doch fälschbar

die britische Regierung [hatte] nach dem Diebstahl von 3.000 noch unausgestellten Pässen vor einer Woche beruhigend versichert [...], dass diese wertlos seien, weil man sie nicht manipulieren könne. Für den Test klonte der Computerexperte Jeroen van Beek von der Universität Amsterdam mit einem öffentlich verfügbaren Programm die Chips von zwei britischen Reisepässen angeblich in Sekunden. Auf den Pass eines kleinen Jungen fügte er den geklonten RFID-Chip mit einem digitalen Foto von Osama bin Laden http://www.heise.de/newsticker/Hollaendischer-Computerexperte-faelschte-britischen-E-Pass--/meldung/113884

Einem Lesegerät war anschließend nichts weiter aufgefallen. Das war ja klar. Und natürlich bleiben die Briten bei ihrer Behauptung, die Daten seien nicht fälschbar. Und Biometrie ist ja auch sicher: http://www.heise.de/newsticker/Bundesnachrichtendienst-befuerchtet-Informationsleck--/meldung/113847

 

5.8.2008: USA: Tourist 10 Tage grundlos eingesperrt

Er wäre wohl immer noch drin, wenn es seiner Freundin nicht gelungen wäre, die New York Times für den Fall zu interessieren. Wie es im Augenblick aussieht, kann man nicht in die USA reisen. Das Risiko, hinter Gefängnismauern zu verschwinden, ist einfach zu groß. Ich wäre ja dafür, die diplomatischen Beziehungen zu den USA abzubrechen und die Botschafter auszuweisen, aber dummerweise ist dieses Land hier nicht besser, eher noch schlechter. Man braucht sich nur an Wörter wie "Heiligendamm" oder "Wanderkessel" zu erinnern. http://www.nytimes.com/2008/05/14/us/14visa.html PDF: http://www.tindallfoster.com/immigrationresources/immigrationinthenews/ItaliansDetentionIllustratesDangersForeignVisitorsFace.pdf http://commentsfromleftfield.com/2008/05/roman-holiday-washington-nightmare http://www.cronaca.com/archives/week_2008_05_11.html http://brianpuccio.net/keywords/domenico_salerno

 

5.8.2008: Finanzkrise: USA: 24 Ketten schließen ca. 1000 Filialen

Eine beeindruckende Liste von großen Läden, die Filialen schließen oder geschlossen haben. 3 1/2 Ketten verschwinden ganz. Ich schätze, das sind so ungefähr 5 Prozent. Die Liste ist allerdings ohne Quellenangabe. http://onlinejournal.com/artman/publish/article_3583.shtml

 

5.8.2008: Gesundheitsapostel empfehlen 1290 Kalorien pro Tag für Kinder

Kid's meals at popular fast-food restaurants deliver more than a quick lunch or dinner -- 90 percent of them have far more than a meal's worth of calories and many are loaded with fat and salt too, according to a report released on Monday. [...] "Ninety-three percent of 1,474 possible choices at the 13 chains exceed 430 calories -- an amount that is one-third of what the Institute of Medicine recommends that children aged four through eight should consume in a day," the group said. http://www.reuters.com/article/domesticNews/idUSN0448763820080804

Im Internet geistern die abenteuerlichsten Zahlen und Theorien herum, was den Bedarf des Körpers und den Gehalt der Nahrungsmittel betrifft. Generell besteht ein starker Trend, den Gehalt zu über- und den Bedarf zu unterschätzen. Aber für Kinder von 4 bis 8 werden eher 1800 bis 2000 Kalorien empfohlen.

Ich finde ja, Kinder sollen einfach essen, bis sie satt sind. Man sollte allerdings möglichst auf Aromastoffe, künstliche Süßstoffe, sowie auf fettreduzierte und kalorienreduzierte Nahrungsmittel verzichten. Die bringen nur das Ernährungssystem des Körpers durcheinander. Ungefähr mit 35 Jahren muß man anfangen, etwas weniger zu essen, als der Appetit eigentlich haben möchte. Sonst legt der Körper zuviel Fettvorräte an für schlechte Zeiten.

Und ich empfehle, auf Ernährungsexperten nicht zu hören. Was die von sich geben, entfernt sich immer weiter von der Wirklichkeit. Google: süßstoff macht dick

 

3.8.2008: Finanzkrise: Widersprüchliche Meldungen

"Deutsche Bank Chief Says Financial Crisis Ending, 'within a few months'" - "Fed extends emergency actions to fight credit crisis" Wozu werden denn, bitteschön, die Notmaßnahmen ausgeweitet, wenn die Krise ohnehin in ein paar Monaten vorüber ist? Ja, natürlich, sie würden antworten: "Nur mit diesen ausgeweiteten Notmaßnahmen ist die Krise bald vorüber." Der Haken ist: genau das wurde in den letzten 12 Monaten immer wieder beteuert, wenn die Ausweitung von Notmaßnahmen bekannt wurde, und ohne daß die Krise dann vorüber war. Und auch diese neue Notmaßnahme wird nicht zum Erfolg führen, und zwar deshalb nicht, weil die schiere Menge der selbstgemachten Wertpapiere ohne Wert die Weltproduktion um den Faktor 14 übersteigt (so ungefähr).

Ackermann hat schon mindestens zweimal vorher das Ende der Krise beschworen. Er hatte auch schon gesagt, jetzt kämen keine neuen Abschreibungen mehr, und es hat nicht gestimmt. Es muß viel schlechter stehen um die Deutsche Bank als alle denken. An den Durchhalteparolen sieht man immer am besten, wann ein Krieg verloren ist.

 

2.8.2008: Finanzkrise: Zentralbanken lockern Kreditvergabe immer weiter

The U.S., European, and Swiss central banks on Wednesday extended emergency lending facilities for investment banks and expanded other liquidity programs to ease credit market strains that have weighed on the global economy for nearly a year. http://uk.reuters.com/article/companyNews/idUKWAT00986620080731

Keine der Aktionen bisher hat es vermocht, die Krise in den Griff zu bekommen. Sie räumen den Banken immer größere, billigere und einfachere Kredite ein, aber es hat bisher alles nichts genützt. Das Platzen der Blase aus Schrottpapieren wird nur verzögert, mit allen guten und bösen Mitteln, verhindert wird es nicht.

Das Wort "Kredite" bedeutet hier eigentlich "immer wieder erneuerte Kredite". Und das heißt, daß die verwendeten Summen dauerhaft in den Geldkreislauf geraten. Das sind keine Steuergelder, sondern die Zentralbanken sind berechtigt, vorübergehend Geld zu erschaffen und auszuleihen.

Immer mehr Geld will immer mehr kaufen, die Preise werden steigen. Das tun sie ja schon jetzt. Aber je größer die Summen werden, die sozusagen "gedruckt" werden, umso schneller steigen die Preise. Wenn jemand Wohnung und Essen und Kleidung nicht mehr bezahlen kann, kann er irgendwann nicht mehr zur Arbeit gehen. Das dürfte in Zukunft immer mehr Menschen betreffen, und die Zahl wird immer schneller steigen. Immer mehr Menschen werden dann zu 1-Euro-Sklaven.

Und dann ergibt die zunehmende Überwachung und Speicherung auch einen Sinn: Das Sklavenheer zu beherrschen. Ich kann nur hoffen, daß es rechtzeitig vorher zu Unruhen kommt, die die Herrschenden aus ihren Ämtern vertreiben.

Das sind schlechte Aussichten für die nähere Zukunft: entweder eine gigantische Sklaverei- und Unterdrückungsmaschine oder ein handfester Bürgerkrieg, oder erst das Eine und dann das Andere. Es gäbe einen Ausweg: Ein neuer Christus muß her. Nicht Mohammed oder ein Kollege von ihm, die sind alle schon 1000 Jahre tot. Was wir brauchen, ist ein lebender Christus und eine zeitgemäße Religion, die nicht auf den Gottesvorstellungen von vor 2000 Jahren beruht.

 

1.8.2008: Finanzkrise: Deutsche Bank leidet

Sie haben im zweiten Quartal 3 Mrd. Gewinn gemacht, mußten aber nochmal 2.3 Mrd. Schrottpapiere abschreiben. Jetzt ist auf einmal das Privatkundengeschäft das "stabile". Ich kann mich noch gut erinnern, wie sie gesagt haben: Die Privatkunden bringen uns zuwenig ein, wir machen ab jetzt nur noch Investmentbanking. Auch Formulierungen wie "das schwierige Marktumfeld" ist irgendwie nicht Originalton Deutsche Bank. Es klingt ein bißchen nach "im Grunde sind wir pleite". http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/392887.html

Ich frage mich: Womit machen die Burschen immer noch jeden Monat eine Milliarde? Wer kauft diesen Ganoven immer noch ihre selbstgemachten Wertpapiere ab? Ich kann mir nicht vorstellen, daß sie tatsächlich Geld kriegen dafür. Ich hab so den leisen Verdacht, der größte Teil des Gewinns besteht mit großer Wahrscheinlichkeit aus Wertpapieren, die andere Banken selbstgemacht haben. Und nun wird es von Monat zu Monat schwieriger, dieses Altpapier noch irgendwo gegen Geld zu verkaufen.

Andererseits müssen z.B. große Konzerne wie z.B. Siemens oder VW ihre Gewinne irgendwo anlegen und suchen immer händeringend Investitionsmöglichkeiten. Wenn die wüßten, was sie da gekauft haben. Da steckt noch Stoff für interessante Nachrichten.

Aha. Sie verkaufen Ihre Industrieaktien: http://de.reuters.com/article/companyNews/idDEL139291220080731 Das sind ja nicht wirklich Gewinne, da wird das Tafelsilber zu Geld gemacht.

 

1.8.2008: Finanzkrise: Hertie ist pleite

Hertie macht seit Jahren nur Verluste. Der jetzige Haupteigentümer, eine britische Finanzfirma, ist in Schwierigkeiten und kann das nicht länger verkraften. http://www.abendblatt.de/daten/2008/07/31/914878.html

Update: Die mußten ihre Gewinne und mehr als "Miete" abführen. So war das also. Die Firma aufgekauft, ihr die Häuser und Grundstücke weggenommen, und sie dann abgemolken bis zur Insolvenz. Sehr geschäftstüchtig, die Briten.

"Die Kaufhäuser mussten bis zu zehn Prozent der Umsätze an Miete bezahlen. So kann kein Kaufhaus schwarze Zahlen schreiben", kritisiert Ver.di-Sprecher Günter Isemeyer. Auch die Auslagerung der Immobilienwerte in eine eigene Gesellschaft sei äußerst fragwürdig und müsse überprüft werden. http://www.abendblatt.de/daten/2008/08/01/915006.html

 

1.8.2008: Warum man niemals mit der Polizei reden soll

This is an engaging and fascinating video presentation by Professor James Duane of the Regent University School of Law, explaining why -- in a criminal matter -- you should never, ever, ever talk to the police or any other government agent. It doesn't matter if you're guilty or innocent, if you have an alibi or not -- it isn't possible for anything you say to help you, and it's very possible that innocuous things you say will hurt you. http://www.schneier.com/blog/archives/2008/07/why_you_should.html

 

31.7.2008: Nichtraucher sind leichtgläubiger und ängstlicher

Nichtraucher lassen sich von fiktiven Folgen ihres Handelns ebenso stark leiten wie von tatsächlichen Erfahrungen. Raucher entscheiden stärker nach Erfahrungen. Das sagt eine Studie mit 30 Rauchern und Vergleichsdaten aus einer anderen Studie mit Nichtrauchern. Ok, das ist nicht, was die Studie eigentlich sagen wollte, sie sagt es unfreiwillig. Sie sieht für mich nicht so besonders wissenschaftlich stark aus.

In nonsmokers, both fictive and experiential error signals predicted subjects' choices and possessed distinct neural correlates. In chronic smokers, choices were not guided by error signals derived from what might have happened, despite ongoing and robust neural correlates of these fictive errors. http://www.nature.com/neuro/journal/v11/n4/abs/nn2067.html;jsessionid=5E3233651B3AD271FE397F6195AE4513

Diese Studie wird vom Präsidenten der Nichtraucher-Aktivisten so interpretiert: "Die Raucher trafen dabei die schlechteren Entscheidungen, weil sie es nicht in Betracht zogen, ihr Verhalten zu ändern. [...] je höher der Bildungsgrad von Rauchern ist, umso geringer ist ihre Bereitschaft, die Gesundheitsschädlichkeit des Passivrauchens anzuerkennen. Das liegt vermutlich daran, dass bei intelligenten Rauchern die Kluft zwischen Erkenntnis und Handeln besonders groß ist"

Der Zirkelschluß steckt hier in der nicht hinterfragten Überzeugung, daß Passivrauchen gefährlich ist: Passivrauchen ist gefährlich, aber der Raucher kann das nicht erkennen, weil das Rauchen sein Gehirn vernebelt, daran sieht man wiederum die Gefährlichkeit des Rauchens, und deshalb ist auch das Passivrauchen so gefährlich.

Was für ein Pech, daß die schöne Studie nicht an Passivrauchern gemacht wurde. Ich begründe mal, warum Passivrauchen aller Wahrscheinlichkeit nach nicht soo wahnsinnig gefährlich sein dürfte, wie die fanatischen Nichtraucher behaupten.

Der Mensch benutzt das Feuer seit ungefähr 600.000 bis 2 Millionen Jahren. Durch das Braten, Backen und Kochen hat sich unser Gebiß verkleinert, und wir haben den großen Kaumuskel verloren, den z.B. die Affen immer noch haben. Weil die Muskelansätze nicht mehr nötig waren, hat sich unser Gehirnschädel vergrößern können. Der Mensch hat sich nur durch das Feuer und mit dem Feuer entwickeln können. Wir sind an den Gebrauch des Feuers genetisch angepaßt. Ein bißchen Rauch einzuatmen schadet uns nicht, solange es nicht zuviel wird. Wenn es aber doch zuviel wird, dann merken wir das und gehen woanders hin.

Ich habe 1977 aufgehört zu rauchen. Ehemalige Raucher sind eigentlich die militantesten unter den Nichtrauchern. Ich weiß nicht, warum das bei mir anders ist. Den Nichtraucher-Präsidenten halte ich - mit Verlaub - für einen verbohrten Dummkopf. Ich nenne den Namen jetzt nicht, aber er hat gerade der SZ ein Interview gegeben, wo er bemerkenswert konfus daherredet. Er spricht unter anderem den Verfassungsrichtern die Urteilsfähigkeit ab. Schon das würde ihn eigentlich dermaßen disqualifizieren, daß eine seriöse Zeitung kein Interview mit ihm drucken könnte.

 

31.7.2008: IOC akzeptiert Internetzensur

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) bestätigt, dass das Internet für die rund 25 000 ausländischen Journalisten während der Sommerspiele in Peking zensiert wird. http://www.abendblatt.de/daten/2008/07/30/914368.html

Peking 2008 = Berlin 1936

 

30.7.2008: Sarrazin höhnt wieder oder: keiner soll hungern, ohne zu frieren

"Bei uns waren es zu Hause immer 16 Grad. Am Morgen hat mein Vater die Koksheizung befeuert und sie erst am Abend, wenn er von der Arbeit zurückkam, wieder angemacht. Das hielt dann immer gerade für 16 Grad. Ich habe es überlebt." http://www.zeit.de/online/2008/31/heizkosten-sarrazin

Bei seinem Speiseplan für Hartz-IV-Empfänger hatte er behauptet, er und seine Familie tränken Leitungswasser, einer seiner Brüder sei arbeitslos gewesen und habe von einem Einkommen gelebt, das mit Hartz-IV vergleichbar sei, einer seiner Brüder sei zuckerkrank, brauche aber keine Zuckerdiät, sein Sohn habe als Student auch nicht mehr als Hartz-IV, und er selbst habe zusammen mit seiner Frau den eigenen Speiseplan im Urlaub ausprobiert. http://www.bz-berlin.de/BZ/berlin/2008/02/17/sarrazin-trifft-harz-IV-empfaenerin/sarrazin-trifft-harz-IV-empfaenerin,geo=3787036.html

Ist es nicht auffällig, wie er jeden Einwand abwehrt, indem er sich selbst und seine Familie als leuchtendes Beispiel der Vollkommenheit hinstellt? Auffällig ist auch seine Wortwahl: immer leicht daneben. Die Ernährung nach seinem Speiseplan nannte er "vollständig und wertstoffreich" statt "vollwertig und nährstoffreich" (Wertstoffe sind Abfälle zum Recycling), jetzt nennt er den Kachelofen "Koksheizung" (Koksheizung ist ein Heizkessel für Festbrennstoff). Hier ist ein Foto von ihm (mit bläulichen Lippen): http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/artikel/36/132792/

 

27.7.2008: Noch 52% der Nameserver sind verwundbar

Laut http://www.doxpara.com/ haben heute immer noch mehr als die Hälfte der DNS-Server die neu entdeckte Sicherheitslücke. Vor fünf Tagen wurden die Details veröffentlicht http://www.heise.de/security/Details-zum-DNS-Sicherheitsproblem-veroeffentlicht--/news/meldung/113133 aber die großen ISPs haben halt so ihre Prinzipien, und die erlauben kein schnelles Handeln.

Im Grunde ist die Lücke seit sechs Monaten bekannt: http://www.wired.com/politics/security/commentary/securitymatters/2008/07/securitymatters_0723 Warum die blöden Schnarchsäcke von ISPs die ganze Zeit nichts unternommen haben, kann ich nicht nachvollziehen. Offenbar sind die Mitarbeiter so borniert und selbstzufrieden, daß sie nichts mehr merken. Vielleicht haben sie noch gar nichts von dem Problem gehört, lesen keine Zeitung und keine Online-Medien, sehen nicht fern, sitzen nur besoffen am Schreibtisch und lösen Kreuzworträtsel.

Das Schlimmste daran ist: Nicht die ISPs selbst sind hier in Gefahr, sondern ihre User, ihre Kunden. Die Kunden geraten auf Webseiten, die nicht das sind, was sie behaupten, sondern Betrüger. Die Kunden geben die Login-Daten ihres Online-Bankings an Betrüger, und die ISPs sind daran schuld. Man kann nicht einmal bekanntgeben, welche ISPs ihre Nameserver noch nicht gepatcht haben. Täte es jemand, würde er sofort verklagt wegen Rufschädigung. (Nicht der gleichgültige ISP schädigt seinen Ruf, sondern der, der ihn gleichgültig nennt.)

Ich denke, da kommt noch irgendwas auf uns zu. Das Problem ist noch nicht ausgestanden. Ich warte jetzt eigentlich auf DEN spektakulären Betrugsfall. Das könnte noch interessant werden.

 

26.7.2008: USA: Kreditkarten-Krise zieht herauf

Die Kreditkarten-Unternehmen melden steigende Verluste an Karten-Krediten von Verbrauchern - und erhöhen die Zinsen. Der Anteil der nicht mehr bezahlten Kredite stieg von 3.9% auf 4.7% im jeweils ersten Quartal des Jahres. http://abcnews.go.com/Business/Economy/story?id=5444545&page=1

 

26.7.2008: USA: Zwei weitere Banken schließen

Nachdem kürzlich eine regionale Bank wegen mangelnden Eigenkapitals von der Finanzaufsicht geschlossen wurde, sind nun zwei nationale Banken von derselben Maßnahme betroffen. Sie retten nicht mehr, sie schließen. Gerettet werden offenbar nur noch Institutionen wie Fanny Mae und Freddy Mac, die ohnehin schon halbstaatlich sind. http://www.reuters.com/article/wtMostRead/idUSN2528445020080726

 

26.7.2008: DNS-Verwundbarkeit

Laut heise.de sind zwei Drittel der DNS-Server noch nicht gepatcht, besonders die großen ISPs gehörten dazu, und es werden derzeit Angriffe beobachtet. http://www.heise.de/newsticker/Erste-Angriffe-auf-Nameserver-beobachtet-Update--/meldung/113366

In dem Artikel werden "Zufälligkeit bei Transaktions-IDs" und gleichzeitig "Zufälligkeit bei Source-Ports" mit "nicht verwundbar" gleichgesetzt. Offenbar hat der Autor die neu gefundene Lücke nicht verstanden: Der DNS-Server muß zusätzlich auf die "Additional RR-Information" verzichten, weil "bailiwick checking" nichts nützt, wenn der Angreifer genügend falsche Antworten für zufällige Subdomains sendet. http://beezari.livejournal.com/141796.html

Was der User tun kann, um Angriffe zu erschweren, ist - wie meistens: Javascript abschalten. Dann kann der Browser nicht unbemerkt dazu gebracht werden, die Chancen des Angreifers zu erhöhen, indem er einfach viel, viel mehr als nur eine einzige DNS-Anfrage macht.

Der DNS-Check auf www.doxpara.com hatte bemängelt, daß der DNS-Server meines Providers (Hansenet/Alice) zwar gegen die neue Lücke gepatcht, aber mit älteren Angriffstypen verwundbar ist. Es gab zuwenig Zufall in der Auswahl der Source-Ports bei ausgehenden Anfragen.

Ich hatte daraufhin meinem Provider eine Mail geschickt und um Änderung gebeten. Sie haben mir zwar nicht geantwortet, aber sie haben schon irgendwie reagiert, denn die Antwort auf den Test hat sich geändert.

 

25.7.2008: ACTA - Geheimverhandlungen in Washington zu Überwachung, Zugriff und Strafbarkeit

Die westlichen Regierungen (von der EU aber nur die EU-Kommission) verhandeln in aller Stille den nächsten Schritt zur Weltdiktatur. http://www.publicknowledge.org/issues/acta

ACTA is the Anti-Counterfeiting Trade Agreement being negotiated by the US, the EU, Japan, South Korea, Canada, Mexico, Australia, and New Zealand. The stated goal of the agreement is the international enforcement of strong intellectual property rights through increased cooperation and coordination among international governmental agencies.

ACTA has three major legs: International Cooperation, Enforcement Practices, and Legal Framework. International cooperation seems to generally encourage information sharing among the customs agencies of the various countries. It is considered one of the less controversial ACTA legs. The enforcement practices section is also nebulous but openly declares its belief in "strong intellectual property protection." The Legal Framework has the potential to be the most expansive, and, therefore, most problematic, section.

Bürgerrechtler befürchten, daß tiefe Eingriffe in die Grund- und Menschenrechte geplant sind. Das Link auf der Seite zu wikileaks.org führt z.B. zu: "The agreement covers the copying of information or ideas in a wide variety of contexts. For example page three, paragraph one is a "Pirate Bay killer" clause designed to criminalize the non-profit facilitation of unauthorized information exchange on the internet. This clause would also negatively affect transparency and primary source journalism sites such as Wikileaks."

Weiter unten: Who is really behind ACTA? Follow the money:

  • Rep. Howard Berman (D-CA)[4]
  • Top four campaign contributions for 2006:
    • Time Warner $21,000
    • News Corp $15,000
    • Sony Corp of America $14,000
    • Walt Disney Co $13,550
  • Top two Industries:
    • TV/Movies/Music $181,050
    • Lawyers/Law Firms $114,200
  • Other politicians listed also show significant contributions from IP industries.

 

25.7.2008: Mehrheit hat Angst vor Online-Durchsuchung

Nach einer Umfrage von TNS-Emnid haben 71 Prozent der Deutschen Angst, daß der Staat ohne begründeten Verdacht die Computer der Bürger durchsucht. Im Osten sind es 78 Prozent. Die haben wohl mehr Erfahrung.

 

24.7.2008: Taser - der mobile elektrische Stuhl

Tödlicher Taser-Einsatz in den USA: Der 21-jährige Baron Pikes starb, als ihn die Polizei festnehmen wollte. Neun Mal jagte ein Beamter Stromstöße von je 50.000 Volt durch seinen Körper. Schon nach dem siebten Mal, so jetzt ein Untersuchungsrichter, sei Pikes vermutlich tot gewesen. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,567668,00.html

Totgefoltert. Erschießen wäre humaner gewesen.

 

24.7.2008: Bush ist nicht der Dümmste

Das hätte ich jetzt nicht gedacht: Von Vizepräsident Dan Quayle gibt es noch lustigere Zitate als von Bush, z.B.: "An einer Bankenpleite sind die Sparer schuld, die zuwenig eingezahlt haben, um die Verluste durch Managementfehler zu decken." http://thinkexist.com/quotation/bank_failures_are_caused_by_depositors_who_don-t/175811.html

Bei dem einen Zitat dachte ich noch, der Mann hat eben Humor. Aber dann: "Ich habe in der Vergangenheit gute Entscheidungen gefällt, und ich habe in der Zukunft gute Entscheidungen gefällt." oder: "Für die NASA hat der Weltraum immer noch hohe Priorität." Hier ist eine Sammlung, lesenswert: http://www.quotationspage.com/quotes/Dan_Quayle/ Der Mann kann sich mit Heinrich Lübke messen. http://www.heinrichluebke.de/

 

23.7.2008: Die neue Lücke im DNS ist der GAU für das Internet

Spätestens seit heute kann man dem DNS-System nicht mehr vertrauen. Bis jetzt hieß es ja: Tippen Sie die Adresse selbst ein, klicken Sie nicht auf Links in dubiosen Dokumenten. Das hilft jetzt nicht mehr. In der Adresszeile wird die richtige URL angezeigt, aber die IP kann gefälscht sein.

Als schnelle Lösung würde ich erstmal auf die "additional Information" in den DNS-Antworten verzichten. Und DNS-Server, die immer noch nur auf Port 53 weiterfragen, werden gebrandmarkt. Das ist eine Sache, die die Provider lösen müssen. Wahrscheinlich werden sie in ihrer Betriebsblindheit wieder mit sowas ankommen wie SPF, was für die meisten Domains prinzipbedingt nicht funktionieren kann.

Jeder sollte selbst einen DNS-Server betreiben, der mit einer handgeprüften Liste arbeitet und Antworten "geprüft/ungeprüft" markiert. Und der Browser muß den Unterschied mit einer Randfarbe anzeigen.

Es muß öffentliche IP-Verzeichnisse geben, wo die Server nicht fälschbar sind, weil jeder Provider-Nameserver die Original-IP selbst liefern kann und nicht weiterfragen muß. Damit sind aber nicht die Toplevel-Server gemeint.

Jetzt ist eigentlich der richtige Zeitpunkt, daß alle (zumindest die Guten[TM]) auf IP6 wechseln, damit IP-Adressen nicht mehr dynamisch vergeben werden.

Update: Es gibt schon einen Fix, aber die Hälfte der ISPs hatte Montag noch nicht upgedatet. Und ratet mal, wer: die kleinen ISPs haben upgedatet, die großen noch nicht. http://www.pcworld.com/businesscenter/article/148784/with_dns_flaw_now_public_attack_code_imminent.html

 

23.7.2008: USA mit fünf Jahren Bruttosozialprodukt verschuldet

"People seem to think the government has money," said former U.S. Comptroller General David Walker. "The government doesn't have any money." A rare consensus has developed across the political spectrum that the government's own fiscal affairs are precarious, with an astonishing $53 trillion in long-term liabilities, according to the Government Accountability Office. http://noworldsystem.com/2008/07/21/us-debt-now-at-an-astonishing-53-trillion/

Deutschlands öffentliche Haushalte sind mit ungefähr zwei Dritteln eines Bruttosozialprodukts verschuldet. Tilgung und Zinsen verschlingen ungefähr ein Drittel der Steuereinnahmen. (BSP: 2200 Mrd. Euro, Steuern: 420 Mrd. Euro, Tilgung und Zinsen: 10%)

Die 53.000 Mrd. Dollar der USA sind etwa das Fünffache des Bruttosozialprodukts (BSP: 10.000 Mrd. Dollar). Das müßte also ungefähr das Zweieinhalbfache der Steuereinnahmen kosten. Die USA sind offenbar hoffnungslos überschuldet. Und wie meistens in der Geschichte der Menschheit: Wenn ein Staat hoffnungslos überschuldet ist, bleibt als letzter Ausweg nur noch, schnell einen Krieg vom Zaun zu brechen und möglichst viel Beute zu machen.

 

23.7.2008: Bushismus

"And they have no disregard for human life." Bush über die Taliban. http://www.doonesbury.com/strip/dailydose/index.html vom 23.7.2008

 

22.7.2008: Fefe über Broder

Rechter Blogger (und Spiegel-Autor) Henryk M. Broder wurde zum Antritt von drei Tagen "Erzwingungshaft" aufgefordert. Linker Blogger Fefe ist gleich so besoffen vor Schadenfreude, daß er nicht mehr sehen kann, was da eigentlich "erzwungen" werden soll: Die Zahlung eines Bußgeldes in Höhe von null Euro http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/;art141,2576741

 

22.7.2008: Finanzkrise: Bank verklagt Analysten wegen "Verleumdung"

Ein an der Wallstreet bekannter Analyst hatte eine Liste von gefährdeten Banken gemacht, Überschrift: "Who's Next?" http://money.cnn.com/news/newsfeeds/articles/apwire/8e5d9d3a846de85f14e4b691b45115f4.htm

 

22.7.2008: Finanzkrise: Geldbeschaffung britischer Bank beschert Anlegern Verluste

Eine britische Bank hatte im April Fondanteile verkauft und brauchte nun dringend nochmal 4 Mrd. Pfund. Sie bot neue Anteile an - zum halben Preis. Das bedeutet für die bisherigen Anleger 50 Prozent Wertverlust in wenigen Monaten. Kaum jemand wollte von dem fallenden Papier noch hinzukaufen. Aber Dresdner Kleinwort und Morgan Stanley sind helfend eingesprungen. Zu den Anlegern gehört die Stadt Halifax, die bei dem Schachzug 140 Mio. Pfund verloren hat. http://www.guardian.co.uk/business/2008/jul/22/hbosbusiness.banking und http://www.guardian.co.uk/business/2008/jul/22/hbosbusiness.banking1

 

21.7.2008: Eine bewaffnete Schlägerbande namens "Polizei"

Ein Sondereinsatzkommando der Polizei überfällt den Kölner Josef Hoss, weil ein Nachbar behauptet, er horte Handgranaten. Der Mann wurde schwer verprügelt - jetzt ist er schwerbehindert und streitet mit dem Land Nordrhein-Westfalen. [...] Gleich der erste Schlag war vernichtend: Als der Gummiknüppel mit Gewalt auf das Autofenster krachte und das Glas in tausend kleine Splitter bersten ließ, da ging weit mehr kaputt als eine Scheibe. Der Schlag zerstörte ein Leben. http://www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/83/186494/

Überflüssig zu sagen, daß der Mann vollkommen unschuldig ist. Überflüssig zu sagen, daß er keinen Pfennig Entschädigung bekommt. Überflüssig zu sagen, daß "das Land" sich vollkommen im Recht sieht. Die sogenannte "Polizei" ist der Feind im eigenen Land.

 

20.7.2008: Der Bayernstaat will, daß Serverbetreiber "Internet-Lizenzen" kaufen

In Bayern sollen Streaming-Angebote im Netz unter bestimmten Bedingungen künftig als Rundfunk gelten und nur mit einer Sendelizenz erlaubt werden. http://www.heise.de/newsticker/Bayrische-Medienanstalt-Streaming-Angebote-sind-Rundfunk--/meldung/110893

Nachdem Streaming-Anbieter protestiert hatten, haben sie ihre Begründung überarbeitet. http://www.heise.de/newsticker/Bayerische-Landesmedienanstalt-plaediert-fuer-einfachere-Streaming-Regulierung--/meldung/113028

Die Begründung lautet jetzt (sinngemäß): Der Staat darf bekanntlich den Rundfunk regulieren, das Verbreiten von Inhalten mit funktechnischen Mitteln ist Rundfunk, also ist auch das Internet Rundfunk, also darf der Staat das Internet regulieren.

Die Argumentation ist formal falsch, weil die Analogie irrelevant ist. Es ist beim Rundfunk nicht das Verbreiten von Inhalten, aus dem sich das Recht des Staates auf Regulierung ergibt. Auch wenn sie von "Verbreitung mit funktechnischen Mitteln, deshalb Rundfunk" faseln, die ganze Analogie setzt an einer falschen Stelle an. Das Recht des Staates, Rundfunk zu regulieren, ergibt sich nämlich nicht aus der Verbreitung von Inhalten, sondern aus der Knappheit der Sendefrequenzen. Die ist im Internet nicht gegeben.

Die Argumentation ist darüberhinaus inhaltlich falsch, weil das Verbreiten von Inhalten zunächst einmal durch das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung geschützt ist. So ein Grundrecht darf nur aus einem vernünftigen Grund eingeschränkt werden. Eine spitzfindig konstruierte Analogie ist kein vernünftiger Grund. Das Internet funktioniert prinzipiell vollkommen anders als der Rundfunk. Beim Rundfunk gibt es einen Sender und viele Empfänger. Im Internet ist prinzipiell jeder gleichzeitig Sender und Empfänger. Jeder Internet-Teilnehmer, der z.B. seine eigene Webcam online stellt, ist Streaming-Anbieter mit Millionen potentieller Zuschauer. Im Internet ist es z.B. möglich, eine Rede zu halten und sie per Streaming anzubieten. Lizenzpflichtig ist das Redenhalten trotzdem nicht. Eine Analogie zwischen Internet und Rundfunk besteht nur in Teilaspekten. Ein Recht, das Internet zu regulieren, müßte deshalb eigenständig begründet werden, ohne sich auf eine Analogie zum Rundfunk zu stützen.

Sie ahnen offenbar auch deutlich, daß sie hier etwas fordern und durchsetzen wollen, das ihnen nicht zusteht. Man merkt es daran, daß sie den "Jugendschutz" mit hineinmischen, offenbar als vorsorgliche Verstärkung ihrer schwachen Argumentation.

In normalen Zeiten würden solche demokratie- und grundgesetzfeindlichen Äußerungen nicht lange geduldet. Gegen die Bayrische Medienanstalt sollte ein Verbotsantrag in Karlsruhe gestellt werden. Das ist eine verfassungsfeindliche Organisation.

 

19.7.2008: Bush will Pille und Spirale als "Abtreibung" verbieten

Entweder will er auf den letzten Drücker noch schnell einen Coup landen, oder es ist ein Ablenkungsmanöver für irgendwas, was McCain vorhat. Oder er will, daß Obama aus den Schlagzeilen verschwindet. http://news.google.com/?ncl=1227909057&hl=en&topic=m

 

17.7.2008: Spanien erwartet "schwerste Wirtschaftskrise seiner Geschichte"

Spain's finance minister Pedro Solbes has stunned the markets with an admission that his country faces the worst economic crisis in its history as the full effects of the property crash spread through the economy. http://dprogram.wordpress.com/2008/07/17/spain-faces-worst-economic-crisis-in-its-history-finance-minister/

Und Börsenkrach in Pakistan: http://www.n-tv.de/Gewalt_nach_anhaltendem_Kurssturz_BoersenKrach_in_Pakistan/170720081014/995467.html

 

16.7.2008: Amerika beginnt zu begreifen: Diese Wirtschaftskrise ist größer als jede vorherige

Natürlich geben sie die Schuld niemand Wichtigem, sondern "dem Konsumenten", aber immerhin ahnen mehr und mehr Leute, daß das Spiel nun vorbei ist.

"avoid the downturn [...] We don't have tools like that, that can do that." http://pogoprinciple.wordpress.com/2008/07/15/because-we-are-sure-you-missed-this/

 

3.7.2008: Geldautomatennetz der Citibank gehackt

Die Hacker griffen PIN-Codes ab und stahlen damit "Millionen" von den Konten (so wenig nur?). Die Übermittlung der PIN-Codes weist offenbar Schwachstellen auf. Schwachstelle Nr. 1 besteht schon mal darin, daß die PIN überhaupt "übermittelt" wird. Die PIN ist ja ein typisches "Geheimnis", und sowas darf nicht in einem Netzwerk kreuz und quer übertragen werden. Schwachstelle Nr. 2 war, daß die PIN unterwegs entschlüsselt und mit einer anderen Norm wieder verschlüsselt wird. Und dabei ist sie offenbar abgegriffen worden. Niemand hatte damit gerechnet, daß das passieren kann. Dabei waren die Banken vorher gewarnt worden, daß da ein Sicherheitsproblem bestünde. Aber sie hatten es vorgezogen, die Warnung schnöde zu ignorieren.

http://www.heise.de/newsticker/Geldautomatennetz-der-Citibank-gehackt--/meldung/110358 und http://news.google.com/news?hl=en&ned=us&ie=UTF-8&ncl=1225447806

Man macht das eigentlich anders: Die beiden Stellen, die Informationen austauschen sollen, erstellen jeder ein temporäres Schlüsselpaar und tauschen dann nur verschlüsselte Informationen aus. Die Verschlüsselung geht grundsätzlich von Endpunkt zu Endpunkt. Zwischendurch umverschlüsseln geht schon mal gar nicht.

Zuerst authentifizieren sich beide Stellen nochmal gegenseitig durch den sicheren Kanal, um Man-in-the-Middle-Attacks auszuschließen. Dann schickt die autorisierende Stelle einen Testcode, der mit dem öffentlichen Teil des Geheimnisses verschlüsselt ist, und die anfragende Stelle benutzt das Geheimnis, um den Testcode zu entschlüsseln und zurückzuschicken. Dann weiß die autorisierende Stelle: Die andere Stelle hat das Geheimnis vorliegen.

Ein Haken bei der Sache ist hier: Die PIN-Codes sind viel zu kurz, um ein sicheres Geheimnis darin zu speichern. Eine PIN mit sechs Ziffern entspricht 20 Bit. Stand der Technik wäre eigentlich ein Chip mit einem 2048-Bit-Schlüssel, nicht auslesbar, nur durch Challenge/Response prüfbar.

Natürlich ist eine gestohlene Karte ein gewisses Risiko. Aber ein Risiko kann abgeschätzt und durch eine Versicherung abgedeckt werden. Ein abgeschätztes und versichertes Risiko, sowas ist eine wirksame Sicherung. Die PIN ist dagegen keine wirksame Sicherung, sondern ein Placebo, ein leeres Ritual.

 

27.6.2008: Münchner U-Bahn-Schläger war "ein perfektes Kind gewesen"

"Ich glaube, Spyridon ist ein Opfer und kein Krimineller", sagte die Mutter. In Griechenland sei ihr Sohn "ein perfektes Kind gewesen". Am 11. September 2001 übersiedelte die Familie nach München. Danach hätten die Probleme begonnen. http://www.stern.de/politik/panorama/625253.html?nv=sml

2001 war er elf. Mit zwölf oder dreizehn fangen die Probleme an, das ist normal. Es kommt darauf an, wie die Eltern damit umgehen. Die Selbstgerechtigkeit der Mutter zeigt uns, wo die Selbstgerechtigkeit des Täters hergekommen ist.

 

27.6.2008: Neues Sicherheitsproblem im Internet-Explorer

Glauben Sie an Geister? Stellen Sie sich ein unsichtbares Script vor, das Ihnen heimlich folgt, während Sie surfen - selbst nachdem Sie die URL 1000 Mal gewechselt haben. Und dieser Geist sieht alles was Sie machen: wohin sie surfen, was Sie dort eintippen (Passwörter eingeschlossen) und er errät auch Ihren nächsten Schritt. http://www.heise.de/newsticker/Geister-bedrohen-Internet-Explorer-Anwender--/meldung/110083

Auch andere Browser wie z.B. Firefox sollen nicht immun dagegen sein. "Ein unsichtbares Script" - das bedeutet wahrscheinlich: ohne Javascript funktioniert es nicht. Je professioneller die kriminelle Szene wird, umso gefährlicher wird Javascript (und überhaupt "aktive Inhalte").

Die Bedrohung durch Schadsoftware hat sich grundlegend gewandelt. Heute ist es das Zusammenspiel von 1. Hunderttausenden infizierter Webseiten, 2. Hunderttausenden Webseiten, die Javascript verlangen, und 3. Millionen Usern, die denken: "Soll ruhig jeder mitlesen, ich hab ja keine Geheimnisse."

 

22.6.2008: Behörden mißbrauchen Vorratsdaten und lauschen illegal

Die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft Saarbrücken sind empört: Da wirft ihnen doch tatsächlich der "Spiegel" vor, bei den Ermittlungen im "Pascal-Mord" schlechte Arbeit geleistet zu haben. Das wollen die braven Beamten nicht auf sich sitzen lassen. Wer hat denn überhaupt dem "Spiegel" die Informationen gegeben? Da muß es doch irgendwo im Parlament eine undichte Stelle gegeben haben? In Verdacht haben sie ja schon lange das SPD-Fraktionsbüro. Na, denen werden wir's zeigen. Und sie machen sich an die Arbeit.

Einem Amtsrichter wird vorgelogen, es sei ein schwerer Verstoß gegen das Datenschutzgesetz begangen und dadurch Ermittlungsarbeiten behindert worden, und er unterschreibt ihnen eine Anordnung zum Anfordern von Vorratsdaten. Na, also: das Büro des Abgeordneten Maas hat mehrmals mit dem "Spiegel" telefoniert, da haben wir ja schon den Maulwurf. Und der Richter ordnet Abhören an. So einfach ist das.

Frankfurter Rundschau:

Hatten uns die Politiker nicht versprochen, das wäre alles nur für schwerste Taten wie Terrorismus und organisierte Kriminalität? Und nun wird es aber auch angewandt - mal eben so - wenn jemand einen anonymisierten Bericht weitergegeben hat, der weder "vertraulich" noch "geheim" war, der aber die Polizei in einem schlechten Licht dastehen läßt.

 

21.6.2008: Kreditkrise: Ring frei zur nächsten Runde

Stell dir vor, du bist irgendein einfältiger Kommunalpolitiker, und deine Stadt ist so gut wie pleite. Plötzlich klingelt das Telefon, es meldet sich eine wohlklingende Bank und fragt: "Ey, Alter, hast du Bedarf an 150 Millionen?" Du denkst: der Himmel muß meine Gebete erhört haben, denn natürlich hast du Bedarf, sogar dringenden Bedarf. Ihr macht einen Termin, du wirst mit Fremdwörtern und Fachausdrücken überschüttet, du verstehst nur Bahnhof, aber du kriegst tatsächlich die 150 Millionen. Alles in schönster Ordnung. Und dann, zwei Jahre später, du denkst an nichts Böses, kommt ein Brief von der wohlklingenden Bank: Der Versicherungsfall ist eingetreten, du schuldest uns jetzt drei Milliarden, zahlbar nächsten Freitag. Deine Stadt ist nicht die erste und nicht die einzige, der das passiert ist.

Das Stichwort lautet "CDS" (Credit Default Swap). Das ist eine Art negatives Wertpapier, das z.B. eine Stadt oder eine Bank im Voraus verkaufen kann, um sich Geld zu beschaffen. Das Geld, das sie dafür kriegen, ist eine Versicherungsprämie für einen Kredit zwischen irgendwem und irgendwem anders. Auch wenn du es nicht gemerkt hast: du hast gerade einen größeren Kredit gegen Ausfall versichert. Das heißt: der Versicherer, das bist du. Wenn der Kredit nicht bezahlt wird ("default"), wird die Versicherungssumme fällig. Dann muß die Stadt oder Bank zahlen.

CDS sind in einer Zeit erfunden worden, als das Risiko für Kreditausfälle praktisch gleich Null war. Aber inzwischen hat sich alles geändert. Und nun werden endlich auch mal Zahlen genannt, die in die Größenordnung meiner (vermuteten) 450.000 Milliarden Dollar hineinreichen. Es geht also nicht mehr um Beträge von 150 Milliarden oder ähnliches Kleingeld, es geht um 62.000 Milliarden. Und auch das wird noch lange nicht die Spitze sein. So langsam sieht man, wie groß der Misthaufen wirklich ist. (Zum Vergleich: das Bruttosozialprodukt der Welt beträgt ungefähr 35.000 Milliarden Dollar jährlich.)

Interessanter Artikel in der "Zeit": http://www.zeit.de/2008/26/Finanzkrise?page=all

 

21.6.2008: Die Banken wissen nicht mehr weiter

Wenn man in Google sucht nach credit-crisis crash , dann merkt man, daß die Zentralbanken rund um die Welt - ganz langsam und zurückhaltend - immer schlimmere Voraussagen machen. Hier sind nur mal ein paar Überschriften:

Central Bank Has Lost Control of Credit Crisis
Royal Bank Of Scotland Issues Crash Alert
Financial Fears Sweep the Globe After RBS Predicts Worldwide Stock ...
RBS Predicts Global Market Crash: What's In It for Them?
Administration: Fed needs more protective powers
Day of reckoning is nigh in credit crisis

http://news.google.com/news?hl=en&ned=us&q=credit-crisis+crash&btnG=Search

Offenbar merken immer mehr Banker, daß ihr Plan A nicht funktionieren wird. Das war: So tun, als sei alles in schönster Ordnung und heimlich das verlorene Geld zurückverdienen. Das verlorene Geld, das sind die kreativen Wertpapiere, die die Banker in den letzten zwanzig Jahren erschaffen haben.

Das Spiel ging so: Man nimmt eine Immobilie, eine private oder gewerbliche, und beleiht sie. Die Immobilie ist die Sicherheit für den Kredit. Dann nimmt man den Kredit (genauer: die Forderung auf Rückzahlung) und beleiht sie. Die Sicherheit für diesen zweiten Kredit ist der erste Kredit (die Forderung darauf). Dann nimmt man den zweiten Kredit und beleiht ihn. Und so weiter.

Eine wichtige Rolle spielen dabei die Rating-Agenturen, die das jeweils neue Wertpapier bewerten. Und natürlich haben sie es, war ja schließlich immobilienbesichert, mit AAA bewertet.

Und nun haben unsere Finanzgenies für jede Immobilie ungefähr hundert Kredite aufgenommen, die letztlich alle mit genau dieser einen Immobilie besichert sind. Und seit Mitte 2007 kriegt die Blase immer mehr Löcher (geplatzte Kredite).

Zu Anfang dachten die Zentralbanken, ach, das kriegen wir schon hin, wir geben einfach den Kredit, wenn der Markt ihn nicht geben will, direkt aus der Notenpresse an die notleidende Bank. Nun ist ein Dreivierteljahr vergangen, und die Lage will und will sich nicht normalisieren. Im Gegenteil, die Engpässe werden immer mehr. Und so langsam dämmert ihnen, daß sie mit dem vielen neu gedruckten Geld die Inflation so angeheizt haben, daß immer mehr Leute obdachlos werden und ihre Kredite nicht mehr bezahlen.

Das einzige, was mich wirklich wundert an dem Crash, ist: Ich hätte nicht gedacht, daß das alles so langsam geht. Ich dachte, sie haben jetzt nur noch ein paar Tage, und dann kommt der große Knall. Aber nun sind es schon Monate, und es können wohl auch Jahre werden.

 

18.6.2008: Wie das BKA seine Verdachtsmomente konstruiert

  http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2008/0609/seite3/0001/index.html

"In dem Bad-Oldesloe-Verfahren sind massivste Grundrechtseingriffe angeordnet und genehmigt worden, obwohl von Beginn an kein hinreichender Tatverdacht gegen auch nur einen der elf Beschuldigten bestanden hat", sagt der Kieler Rechtsanwalt Alexander Hoffmann, der einen der Betroffenen vertritt. [...] Das Landgericht in Flensburg hat am vergangenen Donnerstag die Razzien bei Torsten und den anderen vom Juni 2007 für rechtswidrig erklärt. Wohnungen und Arbeitsräume von elf angeblichen Linksterroristen in Hamburg, Bad Oldesloe und Berlin waren durchsucht worden. Das hätte nicht angeordnet werden dürfen, sagen die Richter.

Verdächtig macht ihn allein, dass er in der Nacht des Anschlags im März 2006 vier Mal mit seiner Freundin telefoniert. Die Telefonate des Paars sind in einer Funkzelle registriert worden, in der Klaus Wohnung liegt - aber auch der Tatort des Anschlags. Die Freundin von Klaus wird zur zweiten Beschuldigten. [...] Sie stammen alle aus dem politisch linken Spektrum, aus der Antifa. Sie spähen Neonazis aus, fotografieren sie und organisieren Proteste

Sie suchen nach Merkmalen, die ihrer Meinung nach auf Täter passen würden, und nehmen alle aufs Korn, die mehr als eines der Merkmale erfüllen. Sie unterscheiden nicht zwischen Verdacht, dringendem Verdacht und hinreichendem Verdacht. Sie kennen nur "Beschuldigte".

Auffällig ist laut Ermittlerbericht auch, dass Julius misstrauisch auf ein Wohnungsangebot in Hamburg reagierte. Dies lasse "Sorge, in eine von staatlicher Seite überwachte Wohnung gelockt zu werden, erkennen", heißt es in einem Vermerk der Bundesanwaltschaft.

Auch Paul ist ein Freund von Klaus. Ihn macht verdächtig, dass seine Haare auf einer Seite des Kopfs kurz rasiert sind. "Dies entsprach weder seiner bis dahin bekannten Frisur noch der szenetypischen Mode und lässt den Schluss zu, dass die Haare beim Brandanschlag . einen Monat zuvor versengt wurden", schreibt die Bundesanwaltschaft.

"Läßt erkennen" und "läßt den Schluß zu" sind in Wirklichkeit reine Vermutungen. Sie unterscheiden nicht zwischen Vermutungen und Schlüssen. Sie projizieren ihre Vermutungen auf den Feind. Deshalb ist in all diesen Fällen nicht erkennbar, was zum Verdacht führt und was nicht. Alles ist verdächtig, wenn sie einen erstmal im Radar haben, wenn man erstmal "Feind" ist.

"Läßt Sorge erkennen" heißt: Sie leiten aus ihren eigenen Vermutungen Motive der Verdächtigten her. Natürlich sind die hergeleiteten Motive gegen sie gerichtet, es sind ja ihre Feinde.

Ein Telefonat über einen vergessenen Computer wird zu "einen Datenträger für den Beschuldigten versteckt". Verdächtig ist, wenn man sich über politische Themen unterhält, aber auch, wenn man es nicht tut. Wenn monatelanges Lauschen nichts ergibt, wird "besondere Konspiration" daraus hergeleitet und damit ein Antrag auf Verlängerung des Lauschangriffs begründet.

Das ist ein interessantes Profil, das das BKA da erkennen läßt: Verbohrtheit, Schematismus und schlechte Lernfähigkeit. Das ist ein gutes Beispiel für "limbisches Denken". Sie denken mit ihrem Saurierhirn und benutzen den Verstand, um die Ergebnisse in rational klingende Worte zu kleiden.

 

16.6.2008: Neue Studie: Tod durch Duschvorhang

Duschvorhänge sind aus PVC und gasen Weichmacher aus, aber nur in den ersten Tagen nach dem Öffnen der Verpackung. Das "Center for Health, Environment & Justice" in Virginia hat eine Studie veröffentlicht, wo vor den zahlreichen Gefahren von Duschvorhängen gewarnt wird, bis hin zu Krebs und Fehlgeburten. Sie hatten allerdings nur fünf Duschvorhänge gekauft und nur einen einzigen tatsächlich untersucht. Dann hatten sie Angst bekommen, daß ihre Meßinstrumente Krebs kriegen.

Skeptics pointed out what they call a glaring error in the study's methodology. The group tested a total of five shower curtains, of which only one shower curtain - not one brand; one curtain - was subjected to complete testing for chemicals in its composition, as well as those it released into the air   a phenomenon known as "off-gassing." [...] Further testing was not performed "to avoid potential instrument damage," according to the report. http://abcnews.go.com/print?id=5057141

Update: Und - wie zu erwarten - großes Trara in den Medien: http://news.google.com/?ncl=1221823129&hl=en

 

13.6.2008: Kreditkrise: Stadt in Kalifornien meldet Konkurs an

Es ist Vallejo, ein Vorort von San Francisco http://news.google.com/news?hl=en&ned=us&q=Vallejo+Bankruptcy&btnG=Search

 

13.6.2008: Trojaner verändert handelsübliche Internet-Router

Die Angreifer sind damit in der Lage, den Internetverkehr auf ihre eigenen Server umzuleiten. [...] Auf die Rechner gelangt der Schädling als vermeintlicher Videocodec, der Anwendern beim Besuch einer Webseite feilgeboten wird. [... Empfohlen wird] Zurückhaltung beim Herunterladen dubioser Videocodecs - auch wenn der angekündigte Film die Hände zittern lässt. Das Ändern des Standard-Passwortes hilft zudem [...] http://www.heise.de/newsticker/Trojaner-konfiguriert-Router-um--/meldung/109413

Wird als Router ein Linux-PC eingesetzt, laufen solche Angriffe in der Regel ins Leere. Das anzügliche "auch wenn der angekündigte Film die Hände zittern läßt" soll wohl heißen: entweder Porno oder der allerneueste Action-Thriller.

 

12.6.2008: Britischer Agent läßt "Top Secret" in der Bahn liegen

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,559168,00.html Es habe "eine Sicherheitslücke" gegeben, sagte der Sprecher. Über den genauen Inhalt der Papiere wollte sich der Sprecher nicht äußern. Der BBC zufolge wird der Fall in Regierungskreisen als "Horror" bezeichnet.

 

8.6.2008: Hier lauscht die Lufthansa

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,558309,00.html Neben der Sicherheitsfirma Control Risks, die im Auftrag der Deutschen Telekom einen Journalisten der "Financial Times Deutschland" ("FTD") ausspionierte, hat auch die Lufthansa nach SPIEGEL-Informationen den Mitarbeiter der Wirtschaftszeitung ins Visier genommen, um interne Lecks im Aufsichtsrat aufzuspüren. [...] Um Hinweise auf Kontakte des Mannes zu einem Mitglied des Kontrollgremiums zu erhärten, nutzte der Konzern auch interne Passagierdaten des Vielfliegers. [...] Ein Lufthansa-Sprecher verteidigt gegenüber dem SPIEGEL das Vorgehen des Konzerns. "Bei uns ist nichts Illegales geschehen", versichert er.

Moment, mal sehen ... http://bundesrecht.juris.de/bdsg_1990/

§ 4 (1) Die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Daten sind nur zulässig, soweit dieses Gesetz oder eine andere Rechtsvorschrift dies erlaubt oder anordnet oder der Betroffene eingewilligt hat.

§ 5 (1) Den bei der Datenverarbeitung beschäftigten Personen ist untersagt, personenbezogene Daten unbefugt zu erheben, zu verarbeiten oder zu nutzen (Datengeheimnis).

Paragraf 4 sagt, das Erheben, Verarbeiten und Nutzen von Daten ist verboten, es sei denn, dieses Gesetz erlaubt es ausdrücklich. Das Auswerten von Passagierdaten zur Ermittlung von Kontaktpersonen wird im Gesetz nicht erlaubt, deshalb ist es illegal.

 

8.6.2008: Ubuntu-Linux beschädigt vorhandene Linux-Installation

Ubuntu 8.04 installiert auf hda9 (heißt bei Ubuntu jetzt sda9), Hauptsystem ist auf hda12. Nach Installation von Ubuntu waren die Dateien in /boot/grub im Hauptsystem auf hda12 überschrieben worden. Nur noch Ubuntu selbst konnte booten. Alle anderen haben sich mit "Kernel Panic" verabschiedet oder mit "Something accesses the IDE controller direct" (oder so ähnlich).

Abhilfe: Knoppix gebootet, "mount /dev/hda12 /mnt", "chroot /mnt". Und dann die Dateien wieder überkopiert: "cp /usr/lib/grub/i386-pc/* /boot/grub" und dann nochmal "grub-install /dev/hda12".

(In Wirklichkeit habe ich auch noch meinen grub neu kompiliert, aber ich glaube, das wäre vielleicht dann doch nicht nötig gewesen. Genauso wie es nicht nötig gewesen wäre, die Ubuntu-CD wütend kaputtzubrechen.)

 

30.5.2008: Bösartiges Javascript

"Dabei nutzen die Angreifer diverse Möglichkeiten aus, um Links auf bösartiges JavaScript mittels SQL-Injection in Webauftritte einzuschleusen. Die Skripte öffnen versteckte iFrames mit Exploits, um die PCs von Besuchern durch Lücken im Webbrowser mit Schädlingen zu infizieren." http://www.heise.de/newsticker/Nun-auch-deutsche-Seiten-von-SQL-Massenhacks-betroffen--/meldung/108741

 

30.5.2008: Auch auf deutschen Webseiten massenhafte SQL-Injection von "bösartigem Javascript"

http://www.heise.de/newsticker/Nun-auch-deutsche-Seiten-von-SQL-Massenhacks-betroffen--/meldung/108741

 

27.5.2008: Genmais macht rechtsradikal

Gefunden bei "Achse des Guten" http://www.achgut.com/ "Hier der Beweis:" http://swiss-lupe.blogspot.com/2008/05/genmais-macht-rechtsradikal-studie.html Tatsächlich stimmen die Anbaugebiete von Genmais, die Gebiete mit den höchsten Wahlergebnissen von rechtsradikalen Parteien und die Gebiete mit den höchsten Zahlen von Verbrechen mit rechtsradikalem Hintergrund überraschend gut überein.

 

24.5.2008: Bayer schuld am Bienensterben

http://news.google.de/news?hl=de&ned=de&q=Clothianidin&btnG=Suche

Die Reaktion von Bayer: Kein Problem, die Maisaussaat ist ja vorbei. http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/;art1117,2534088 Kaltschnäuzig wie die Nazis.

 

21.5.2008: Verkehrs-Bußgelder bis zu 3000 Euro geplant

Rasen, Drängeln, betrunkenes Fahren: Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee [(SPD)] will die Strafen für Verkehrssünder [...] drastisch erhöhen. Demnach sollen bei Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr künftig bis zu 2000 statt 1000 Euro Bußgeld verhängt werden können. Bei Verstößen unter Alkohol- oder Drogeneinfluss drohten sogar 3000 ... http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,554449,00.html

Drakonische Strafen, die für alle gleich hoch sind, werden irgendwann extrem ungerecht. Das Problem mit gleichhohen Geldstrafen ist: Die Härte der Strafe ist eben nicht für alle gleich, der Einkommensmillionär zahlt kaltlächelnd, der Arme ist womöglich ruiniert. Ich glaube eigentlich nicht, daß gleiche Geldstrafen für alle überhaupt mit dem Grundgesetz vereinbar sind.

Reiche Leute wie Herr Tiefensee (oder auch der Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin mit seiner unausgewogenen Hungerdiät für Hartz-IV-Empfänger) wissen schon gar nicht mehr, wie weit sie vom Volk schon entfernt sind. Der Mann bildet sich sogar ein, er sei sowas wie ein naturbegabter Volkserzieher:

Höhere Strafen seien erforderlich, um die Zahl der Verkehrstoten zu minimieren, betonte der Minister und hob die abschreckende Wirkung von Geldbußen hervor: "Der Mensch ist leider so. Die Erfahrung sagt, dass wenn empfindliche Strafen ausgesprochen werden, wenn sie gezahlt werden müssen, wenn die Fahrerlaubnis für eine Weile lang weg ist, dass man sich das schon merkt."

Er argumentiert klischeehaft und dogmatisch, er hat in seinem Leben wahrscheinlich keine einzige wissenschaftliche Studie zum Thema "Strafe und Abschreckung" gelesen. Beispiel: http://www.bwl.tu-darmstadt.de/vwl2/papers/MetaStudie.pdf Danach ist der Abschreckungseffekt durch die Höhe der Strafe bei Eigentumsdelikten eher hoch, bei sozial veranlaßten Taten eher niedrig bis negativ. Verkehrsübertretungen fallen meiner Ansicht nach klar in die letztere Kategorie. Der Abschreckungseffekt durch die Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden, ist dagegen meistens hoch. Sinnvoll wären deshalb nicht höhere Bußgelder, sondern mehr Polizei auf der Straße.

 

15.5.2008: Argentinien: Sex gegen Soja

Argentinische LKW-Fahrer bezahlen unterwegs Prostituierte mit ein paar Säcken von ihrer Ladung Sojabohnen. Die Preise sind inzwischen hoch genug, daß es sich für die Zuhälter lohnt. http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/Argentinien;art1117,2531247

Zuhälter und Bordellwirte horten die Sojasäcke seinen Angaben zufolge und verhökern sie gewinnbringend auf dem Schwarzmarkt. Für einen Lastwagenfahrer, der 30 Tonnen Soja geladen hat, gelte bei der Lieferung eine Fehlermarge von bis zu drei Prozent, so dass er bis zu 300 Kilogramm "nebenher entladen" könne.

Meine jüngsten Erfahrungen mit Schule und Schülern in Deutschland bestätigen den Tagesspiegel hier voll und ganz. Drei Prozent von 30 Tonnen sind 900 Kilogramm. Aber wer interessiert sich für den Unterschied zwischen 300 und 900, wenn es um Sex mit Sojabohnen geht.

 

14.5.2008: BKA schwärzt linke Parteien und Organisationen im Ausland an

Das BKA hat unter anderem Daten über die Linkspartei und Attac als "G8-Protestierer" an die japanische Polizei "gemeldet". http://www.heise.de/newsticker/BKA-Datenaustausch-mit-japanischer-Polizei-in-der-Kritik--/meldung/107871

Das BKA ist eine der Behörden in der Bundesrepublik, die bei ihrer Gründung vollständig aus Altnazis bestanden. Sobald einem das bewußt ist, ergibt das bizarre Handeln des BKA plötzlich einen Sinn. Die können gar nicht anders, die sind so.

Ziercke wies darauf hin, dass nach dem Zweiten Weltkrieg 48 Beamte des Reichskriminalpolizeiamtes den Kern einer neuen Kriminalpolizei in der britischen Besatzungszone bildeten. Die Behörde ging später im BKA auf. Ende der 50er Jahre seien fast alle BKA-Leitungspositionen mit ehemaligen Nazis und SS-Führern besetzt gewesen. Laut Ziercke waren bei der Polizei Cliquen und Seilschaften der Nazi-Zeit auch nach dem Krieg aktiv und halfen sich bei der Wiedereinstellung. http://www.n-tv.de/837022.html

 

11.5.2008: Neue Bestattungsmethode: in Lauge auflösen und durchs Klo spülen

Die Leiche wird in einen Edelstahltank gesteckt, dieser hermetisch abgeschlossen, und dann beginnt die alkalische Hydrolyse. Wasser und Laugensalz verteilen sich. Der Tank wird wie ein Schnellkochtopf auf 150 Grad erhitzt. Nach zwei bis drei Stunden sind nur noch einige Knochenreste übrig - und eine braune Flüssigkeit mit der Konsistenz von Motoröl. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,552562,00.html

In einigen US-Staaten ist das schon legalisiert worden. Dann kann es ja auch nicht mehr lange dauern, bis sie eine neue Hinrichtungsmethode daraus machen, sprich: der Delinquent wird lebend da reingesteckt. Irgendein Wissenschaftler wird sicher bescheinigen, daß diese Todesart human, schnell und so gut wie schmerzfrei ist.

Im Augenblick werde ich noch von Rachephantasien gegen meine Einbrecher heimgesucht. Das ist eine Art posttraumatisches Syndrom und geht mit der Zeit weg. Gut, daß ich gestern keinen Edelstahltank hier hatte. Sonst hätte ich die beiden vielleicht tatsächlich da reingesteckt.

Wenn sie dem Eindruck entsprechen, den sie auf mich gemacht haben: die typischen Verlierer und Pechvögel, dann kommen sie bestimmt nochmal wieder und laufen mir in die Arme. Verdient hätten sie es ja.

 

11.5.2008: ARD-Webseiten infiziert - Javascript wieder Helfer

http://www.heise.de/newsticker/Verseuchte-Links-auf-ARD-Seiten--/meldung/107716

 

10.5.2008: Besuch von Einbrechern am Pfingstsamstag um 13 Uhr

Ich war gerade in der Küche, da geschah das:

Ich hörte einen ziemlich lauten, dumpfen Schlag, so als ob sich jemand gegen eine Tür wirft. Die Tür war wohl die Dümmere und gab nicht nach. Dann hörte ich eigenartige Kratzgeräusche, die ich so noch nicht kannte. Ich sah durch den Spion. Vor meiner Tür stand ein junger Mann, 20 bis 25, kräftige Figur, 1,70 m, schwarze, gelockte Haare, südländisches Aussehen, vielleicht türkisch.

Dann sah ich die Ursache der Kratzgeräusche: eine junge Frau, Haare nach hinten gebunden (oder Pferdeschwanz) kniete auf meiner Fußmatte und versuchte mit einem Werkzeug, die Tür aufzuhebeln.

Ich war doch ziemlich überrascht von dem Besuch, und wußte nicht, was ich jetzt machen sollte. Das Pärchen sollte aufhören, an meiner Tür zu schnitzen. Aufmachen und sie hereinbitten wollte sie nicht. Ich hatte Angst, sie könnten vielleicht bewaffnet sein, und sie waren ja auch zu zweit.

In meiner Erregung und Verwirrung wollte und wollte mir einfach nichts Geistreiches einfallen, deshalb sagte ich nur: "Ich ruf die Polizei!" Innerhalb von einer Sekunde waren die beiden verschwunden. Ich glaube fast, sie mochten das Wort "Polizei" nicht hören.

So überrascht, wie ich war, hätte ich eigenlich gar nicht sein müssen, denn es gab eine Vorwarnung, drei Stunden vorher. Auf meinem Anrufbeantworter war eine Nachricht ohne Text, die aber diesmal nicht von einer Werbefirma gekommen war. Bei den Werbeanrufen hört man manchmal im Hintergrund das Stimmengewirr eines Callcenters, manchmal hört man auch nur, daß der Hörer aufgelegt wird, aber meistens aber hört man gar nichts, nur das Besetztzeichen. Diesmal war es ein kleines bißchen anders: Jemand atmete ein paar Sekunden in den Hörer und legte dann auf. Der hatte wohl gewartet, ob doch noch jemand abhebt.

Die beiden hatten sich nicht die Mühe gemacht, einen Blick durch den Briefschlitz zu werfen. Dann hätten sie gesehen: Die Badezimmertür steht weit offen und blockiert die Eingangstür: Diese Wohnung ist nicht verlassen worden.

Die Sache mit dem Telefonanruf muß wohl so ein todsicherer und unfehlbarer Trick sein im Bewußtsein eines türkischen Einbrechers, da braucht man nichts weiter zu prüfen.

Jetzt ist meine Tür beschädigt. Warum soll es meiner Wohnung auch besser ergehen als meinem Auto?   Eimsbüttel ist wilder Westen geworden. Hier muß man bald sein Eigentum mit der Knarre in der Hand verteidigen.

 

6.5.2008: Noch viel mehr Städte haben Steuergelder verzockt

Hagen ist nur eine von möglicherweise Hunderten Kommunen, die mit komplizierten Zinswetten Millionenbeträge verspielt haben. Solingen, Dortmund, Würzburg und einige andere Städte haben sich schon geoutet, doch Experten gehen von insgesamt 700 bis 800 Einzelfällen aus, schätzen den Schaden auf bis zu eine Milliarde Euro. [...] Gespart werden muss das verzockte Geld bei Schulen und Straßen, [...] http://www.stern.de/wirtschaft/unternehmen/unternehmen/:Riskante-Finanzgesch%E4fte-Wenn-Gemeinde/618601.html

Und wer hat das Geschäft gemacht: die Deutsche Bank. Das haben sie ja wieder prima hingekriegt. Nicht nur die Kollegen in anderen Banken, wie der IKB, auch mal eben hundert Stadtverwaltungen haben sie ausgenommen.

 

6.5.2008: Ausgaben für Lebensmittel sinken um 9 Prozent

Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte im März 2008 nominal 4,4% und real 9,2% weniger um als im März 2007. Bei den Supermärkten, Selbstbedienungs-Warenhäusern und Verbrauchermärkten wurde nominal 4,3% und real 9,2% weniger als im Vorjahresmonat umgesetzt. Beim Facheinzelhandel mit Lebensmitteln lagen die Umsätze nominal um 5,8% und real um 9,1% niedriger. http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2008/05/PD08 171 45241,templateId=renderPrint.psml

Die Leute essen nicht immer weniger, sondern weichen auf immer billigere Qualitäten aus. Das kann so lange weitergehen, bis es nichts Billigeres mehr gibt. Dann gehen die Hungeraufstände los. Ich schätze, das dauert noch gut ein Jahr.

Interessant ist hier auch die Differenz zwischen "nominal" und "real", nämlich knapp 5 Prozent. Von offizieller Seite werden uns ja immer noch "1 bis 2 Prozent" Inflation vorgelogen.

 

2.5.2008: Kreditkrise: Zwei Meldungen, die sich widersprechen

"Das Schlimmste ist überstanden" und "Zentralbanken von USA und Europa kämpfen jetzt gemeinsam", wenn solche Meldungen gleichzeitig kommen, hat jemand gemerkt, daß der Misthaufen doch sehr viel größer ist als gedacht.

Top finance officials yesterday gave their cautious backing to the view markets have been betting on for more than a month -- that the credit-market crisis is waning and the fallout might not be as bad as feared. http://www.financialpost.com/story.html?id=485746

The Federal Reserve announced Friday that it will expand a series of efforts to deal with the global credit crisis, in coordination with European central banks. The Fed said it was boosting the amount of emergency reserves it supplies to U.S. banks to $150 billion in May, from the $100 billion it supplied in April. The Fed took this action and several other moves to boost credit in coordination with the European Central Bank and the Swiss National Bank. http://ap.google.com/article/ALeqM5jC0Js_XMSCt-GDAijc3qIbjuVZIAD90DHAA00

Sie vergrößern ihre Anstrengungen nicht nur gegen den drohenden Zusammenbruch, sondern vor allem gegen den Vertrauensverlust in die Finanzwelt und die Wirtschaft. (Vertrauen in die Politik ist ja ohnehin schon praktisch auf Null.) Heute kommen 28 Treffer, wenn man bei news.google.com sucht nach: "lose confidence" economy, bei www.google.com sind es 32.900, wenn man noch das Wort blog hinzufügt. Mal sehen, wie sich das entwickelt.

Da fällt mir noch eine Parallele ein: Wenn die Durchhalteparolen anfangen und gleichzeitig der nahe Sieg verkündet wird, dann weiß man: der Krieg ist verloren.

Update: "lose confidence" economy

  news.google.com www.google.com +blog
2.5.2008 28   32.900
2.6.2008 71   35.900

 

2.5.2008: Investmentbank "Countrywide": Rating herabgestuft

Nachdem der geplante Käufer von "Countrywide", die "Bank of America", eine Garantie für Kredite über 38 Milliarden Dollar abgelehnt hat, ist das Rating von "Standard&Poor's" auf BB+/B herabgessetzt worden.

Any rating below 'BBB' is deemed "not investment grade" by S&P. http://www.marketwatch.com/news/story/sp-downgrades-countrywide-financial-bbb/story.aspx?guid=%7B511B27C1-4B3E-4001-BEE9-2C67EC3C81C7%7D&dist=msr_3

Das bedeutet so viel wie "Junk". Im Januar hatte die Bank of America noch gedacht, der Kaufpreis von 4 Milliarden wäre sowas wie ein Schnäppchen. Insider konnten es nicht glauben:

Bank of America has just announced it's going to buy Countrywide for about $4 billion in stock, and B of A thinks it's a bargain. I disagree. Bank of America is diving into the world's biggest mortgage cesspool - tens of billions in loans that are quickly turning sour. http://www.moneyandmarkets.com/issues.aspx?B-of-A-Dives-into-Mortgage-Cesspool-1353

Die Übersetzung von "cesspool" ist "Jauchegrube".

 

1.5.2008: Die Rache der Behörden

Ein kleines Unternehmen mit 20 Angestellten, das Ortungstechnik herstellt, wird von BND-Agenten aufgesucht. Ob man nicht für den BND arbeiten wollte. Nein, wollte man nicht. Die Agenten waren beleidigt und schwärzten die Firma an: Gewerbeaufsichtsamt, Zollfahndung, Hausdurchsuchung, Kunden werden verhaftet, Kunden springen ab, Einnahmen gehen auf Null. Alle Verfahren sind inzwischen eingestellt, aber der Betrieb ist geschlossen, die Angestellten entlassen. Das sind die deutschen Behörden. Wer denen in die Hände fällt, ist verloren. Ali Baba und die 4 Millionen Räuber. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,550124,00.html

 

30.4.2008: SQL-Injection

Das ist eine Methode, dummes Zeug mit Webseiten zu machen, hinter denen eine SQL-Datenbank steckt, und die gleichzeitig den User-Input nicht hinreichend säubern. Dann kann man in Eingabefelder SQL-Befehle schreiben, die die hinterlagerte Datenbank dann ausführt. Es gibt angeblich schon Crawler, die routinemäßig das Internet nach solchen Möglichkeiten absuchen.

Beispiele: http://www.heise.de/newsticker/Raetsel-um-Infektion-zehntausender-Webseiten-geloest--/meldung/106623/ oder http://www.heise.de/newsticker/Schwachstelle-in-Such-Seite-des-Bundeskriminalamts--/meldung/101776/ oder http://www.heise.de/newsticker/Luecke-in-WordPress-ermoeglicht-Aendern-von-Nutzerbeitraegen--/meldung/103005/ oder auch http://blog.fefe.de/?ts=b6fbce7b oder http://blog.fefe.de/?ts=b97d6e8c

SQL-Injection in automatische Nummernschild-Scanner mit Hilfe von speziellen Nummernschildern ist für den Sicherheits-Spezialisten Bruce Schneier zumindest nicht völlig undenkbar. http://www.schneier.com/blog/archives/2008/04/sql_injection_a_1.html

Er ist nicht der Einzige: http://www.areino.com/hackeando/ und http://xkcd.com/327/

 

30.4.2008: Ausbeuter Lidl manövriert sich ins Aus

Sie kommen einfach nicht mehr aus den Schlagzeilen heraus. Diesmal: menschenunwürdige Arbeitsbedingungen in der Bäckerei http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,550609,00.html

 

29.4.2008: Kreditversicherer Ambac so gut wie pleite

Vor drei Monaten hatte die Firma ihre AAA-Einstufung (höchste Klasse) bei der Rating-Agentur Fitch verloren. Nun stellt sich raus, daß Ambac im ersten Quartal nochmal richtig schön Verlust gemacht hat. Eigenartigerweise behält die Firma aber ihr "AAA" bei Standard & Poors und bei Moody's. http://www.moneyandmarkets.com/issues.aspx?The-Great-Bond-Insurance-Cover-Up-1707

The company's shares, which had already lost 93% of their value last year, promptly tumbled another 43% on the news. [...] With all this happening \u2014 devastating losses, its entire business model on the rocks, a cash squeeze and even questions being raised about its future solvency \u2014 you'd expect Wall Street's rating agencies to immediately announce deep downgrades in one fell swoop. But they did precisely the opposite. On Wednesday, Standard & Poor's announced that Ambac's triple-A is "solid," and on Thursday, Moody's also reaffirmed its Aaa rating of the company.

http://seekingalpha.com/article/74272-ambac-s-earnings-you-can-t-make-this-stuff-up?source=headline1

When I read Ambac's (ABK) earnings release, I thought nothing could be worse. Then I listened to the conference call and I really thought nothing could be worse.   But then I read the slide presentation (all 78 pages are posted here (.pdf), which really took the cake. [...] To see how wrong Ambac's models were, check out pages 19 and 20, in which Ambac insured a second-lien RMBS deal with Bear Stearns in 4/07 and projected 10-12% losses, and now they're projecting collateral loss of 81.8%!!!

Das Einzige, was mich da wundert, ist, wie lange es doch dauert, bis die Wahrheit herauskommt. Im Januar dachte ich, die haben noch drei Tage zu leben, und nun sind es schon drei Monate. Und nun versuchen sie, sich weiter zu halten, indem sie allen Ernstes traumhafte Gewinne ankündigen - für 2010.

But the clincher is this line: "We lower our estimates for Ambac to -$18.05 in 2008 (from +$0.95) and -$6.40 in 2009 (from +$0.90), but increase our 2010 estimate to +$2.10 (from $1.00). We lower our estimates for MBIA to -$21.75 in 2008 (from -$1.81) and -$8.50 in 2009 (from -$1.33), but increase our 2010 estimate to +$3.25 (from -$1.14)." [...] Wow, it's trading at 1x 2010 earnings -- what a buy! Ya just can't make this stuff up!

 

28.4.2008: Heimliche Überprüfung der Käufer von Haushaltschemikalien

Lidl-Methoden erfreuen sich zunehmender Beliebtheit beim Staatsapparat. Betroffen sind Leute, gegen die nichts vorliegt. Sie kaufen etwas, was ein Terrorist auch mal gekauft hat. Verfolgt werden nicht Verbrechen, nicht Vorbereitungen, nicht Planungen, sondern die bloße Möglichkeit.

Verdächtig machen sich etwa männliche Kunden, die keine Lieferadresse angeben und bar zahlen wollen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,549900,00.html

Ein Bestandteil von Schießpulver ist z.B. Holzkohle. (War das jetzt schon eine Bombenbauanleitung? Kann nicht mehr lange dauern.)

 

27.4.2008: Maximal zehn Online-Durchsuchungen im Jahr

Der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke, hat die Debatte über die umstrittenen Online-Durchsuchungen privater Computer als "Angstmacher-Diskussion, die zu Verunsicherung führen soll" bezeichnet. Es gehe "schlicht und einfach um fünf bis maximal zehn solcher Maßnahmen im Jahr", sagte Ziercke dem Stern. Mehr sei nicht beabsichtigt und auch gar nicht möglich. [...] Ziercke meinte zudem: "Wir wollen mit dem Instrument Online-Durchsuchung den internationalen Terrorismus bekämpfen und nicht den einzelnen User, der sich irgendwann einmal Musik aus dem Netz runtergeladen hat." http://www.heise.de/newsticker/BKA-Chef-Maximal-zehn-Online-Durchsuchungen-im-Jahr--/meldung/95073

Der Bundesnachrichtendienst (BND) soll bereits rund 60mal heimlich Zielrechner Verdächtiger im Ausland über das Internet heimlich ausgeschnüffelt haben. Über diese Zahlen berichtet das Magazin Focus in seiner kommenden Ausgabe. http://www.heise.de/newsticker/Medienbericht-BND-hat-bereits-Online-Razzien-durchgefuehrt--/meldung/101322

Die Spiegel-Autorin Susanne Koelbl soll mit dem Politiker, der angeblich einen deutschen Pass besitzt, eine elektronische Korrespondenz geführt haben und dabei in das Überwachungsnetz geraten sein. Die ausgetauschten Informationen hatten dem Bericht zufolge vor allem privaten bis "intimen" Charakter. http://www.heise.de/newsticker/Bundestrojaner-gegen-afghanischen-Minister--/meldung/106977

Was Politiker, Funktionäre und hohe Beamte sagen, ist alles gelogen. Kein einziges wahres Wort kommt aus ihrem Mund. Der gesamte Staatsapparat ist ein Orwellsches "Wahrheitsministerium".

 

25.4.2008: Steuergelder: Schulen, Straßen, Krankenhäuser und Spekulationsgeschäfte

http://www.lawblog.de/index.php/archives/2008/04/24/stadte-verzockten-steuergelder/

Ebensogut hätten die Stadtväter die Kohle der Steuerzahler auch in Pferdewetten anlegen können. Die Naivität der Beteiligten ist eigentlich das Beste an dem ganzen Skandal. Die Mächtigen werden immer dämlicher. Im Endeffekt ist das gut und nicht schlecht.

 

25.4.2008: Einreise in die USA: Computer werden beschlagnahmt

Reisende in die USA, die einen Computer bei sich haben, müssen damit rechnen, daß dieser nach Belieben "durchsucht, kopiert oder beschlagnahmt" werden kann, mit oder ohne nachvollziehbaren Grund. Ein Bundesgericht hat dieses Recht der Zollbehörden bestätigt. Die USA sind im Augenblick leider ein Schurkenstaat. Bürgerrechtler rügen den Bruch des "Fourth Amendment" der amerikanischen Verfassung durch das Gericht. http://goliath.ecnext.com/coms2/gi_0198-409084/Debate-Over-Laptop-Seizures-Heats.html und http://theamericanpatriotinstitute.blogspot.com/2008/04/soap-box-time.html

 

23.4.2008: 10 Jahre Knast für den Besuch einer Flugschule

Zypries hat ein Anti-Terror-Gesetz vorgelegt.

Danach ist eine Ausbildung, die für einen Terroranschlag genutzt werden kann, strafbar. Dies kann etwa ein Training in einem Ausbildungscamp von Al Kaida sein, aber auch der Besuch einer Flugschule vor einer geplanten Flugzeugentführung. [...] Auch die Beschaffung von Waffen, Giften oder Grundstoffen für Anschläge sowie die Finanzierung eines geplanten Terroraktes wird danach künftig mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu 10 Jahre bestraft. [...] Voraussetzung ist allerdings, dass diese Vorbereitungshandlungen in der Absicht begangen werden, auch eine schwere terroristische Gewalttat vorzubereiten. http://www.tagesschau.de/inland/sicherheit8.html

Ich übersetz mal: Wenn man jemandem nachweisen kann, daß er einen Terroranschlag im Kopf hatte, bekommt er für seine Pilotenausbildung 10 Jahre Knast. Oder für den Kauf von Kunstdünger.

In einem weiteren Paragraphen will die Justizministerin [...] die Aufnahme von Beziehungen zur Vorbereitung eines Terroranschlags unter Strafe stellen. [...] In diesem Fall soll nach dem Willen von Zypries für eine Bestrafung ein konkreter Anschlagsplan nicht Voraussetzung für eine Verurteilung sein. Die grundsätzliche Bereitschaft oder Absicht, einen Anschlag auszuführen soll ausreichen.

Wenn man mal in der Kneipe gesagt hat: "Ein Widerstandskämpfer kann die Anwendung von Gewalt nicht prinzipiell ausschließen," und wenn man später zufällig jemanden trifft, der unter Beobachtung des BKA steht (das hieß früher Gestapo und später Stasi), wird man wegen Terrorismus verurteilt und eingesperrt.

 

22.4.2008: Gewinne und Verluste mit Derivaten von 2000 bis 2007 in den USA

http://images

Quelle: http://www.moneyandmarkets.com/issues.aspx?A-Monumental-Change-1686

 

22.4.2008: Merkelismen

In Indien etwa nähmen inzwischen rund 300 Millionen Menschen eine zweite Mahlzeit am Tag ein, sagte Merkel. "Wenn die plötzlich doppelt soviel Nahrungsmittel verbrauchen als sie das früher gemacht haben und dann auch noch 100 Millionen Chinesen beginnen Milch zu trinken, dann verzerren sich natürlich unsere gesamten Milchquoten und vieles andere" http://www.n-tv.de/Wenn_der_Inder_zweimal_isst_Merkel_findet_Erklaerung/170420081816/950504.html

Die Inder essen plötzlich das Doppelte, und die Chinesen trinken uns die Milch weg? Was für eine Vorstellung von der Welt offenbart sich da? Ungefähr vor einem halben Jahr hatte sie gesagt:

"Computer und Festplatten dürften kein Raum sein, auf den der Staat nicht zugreifen dürfe." http://www.heise.de/newsticker/meldung/96393

Ob das schon der Cäsarenwahn ist?

 

21.4.2008: Lidl-Methoden in Deutschland allgegenwärtig

http://www.stern.de/wirtschaft/unternehmen/unternehmen/:%DCberwachung-Systematische-Bespitzelung-Handel/617392.html

"Herr U. hat im Augenblick Probleme mit seiner Ehefrau" [...] "Frau K. und ihre Kinder sind zerstritten" [...] "Herr N. ist ein starker Raucher."

So wurde beim Autobauer Daimler in Stuttgart am runden Tisch mit Abteilungsleitern, Meistern, Werkärzten und Betriebsräten besprochen, was mit kranken Mitarbeitern zu geschehen habe. Die Meister sollen dort von Scheidung, Alkoholproblemen und psychiatrischen Behandlungen ihrer Untergebenen erzählt haben. Diese Informationen wurden dann in den Unterlagen der Personalabteilung schriftlich festgehalten.

Echte, also nicht gekaufte Betriebsräte sind den Discountern ein Gräuel, weil sie angeblich die Geschäftszahlen verhageln. "Wenn Sie in einer Filiale einen Betriebsrat haben, explodieren Ihre Personalkosten", behauptet der Manager. Denn wo ein Betriebsrat existiert, werden plötzlich Arbeitszeiten eingehalten, Überstunden aufgeschrieben.

Plus räumte ein, dass es "einzelne Fälle aus Norddeutschland" gebe, in denen Notizen "zu einzelnen Filialmitarbeitern erscheinen". Aber: "Diese haben wir weder ausgewertet noch genutzt."

Die sogenannten "Arbeitgeber" in Deutschland bespitzeln ihre Mitarbeiter mit allen technischen Mitteln und lügen darüber, was das Zeug hält. Die deutsche Wirtschaft ist nur noch ein riesiger Haufen Scheiße.

Bei den Detektiv-Firmen wird natürlich auch alles rundweg abgeleugnet. "Alles nur Einzelfälle, schwarze Schafe" behaupten sie. Das kommt nun leider extrem unglaubwürdig. http://www.stern.de/wirtschaft/unternehmen/unternehmen/:Mitarbeiter%FCberwachung-Detektive/617672.html

 

21.4.2008: Zehn Prozent Wirtschaftswachstum bei der Schnüffelbehörde

Wegen geplanter neuer Zuständigkeiten bei der präventiven Terrorismusbekämpfung sowie der aufwendigen Ermittlungen im islamistischen Milieu will Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) rund 500 neue Stellen beim BKA schaffen. Das entspricht einer Aufstockung des derzeitigen Personals um rund zehn Prozent. http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=56479808

 

20.4.2008: Keine neuen Computer für den Verfassungsschutz

Aus Geldmangel werden die Pläne für das neue Computersystem "Nadis - neu" (jetzt noch verfassungsgemäßer?) für zwei Jahre zurückgestellt. Es geht um Beträge in der Größenordnung von elf Millionen. http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,548461,00.html Ich sag ja seit Jahren: der deutsche Staat ist längst pleite, nur eben noch nicht zahlungsunfähig. Aber solange jeder das Stillschweigen wahrt, kann weitergewurschtelt werden.

 

17.4.2008: Schuleschwänzen erster Schritt zur Kriminalität

Udo Nagel [Hamburger Innensenator] sagt: "Fast alle Kriminellen haben früher irgendwann mal die Schule geschwänzt. Wehret den Anfängen." http://www.spiegel.de/schulspiegel/leben/0,1518,druck-547676,00.html

Ja, weiß der Kerl denn gar nicht, daß "wehret den Anfängen" ein alter Nazi-Spruch ist?

 

15.4.2008: Schäublismen

"Wenn in den Supermärkten geklaut wird, was das Zeug hält, müssen wir uns nicht wundern, dass Videokameras installiert werden", sagte der CDU-Politiker am Samstag auf einem sicherheitspolitischen Kongress seiner Partei in Schleswig-Holstein. Das gelte auch für das Anbringen von Kameras in Banken, Parkhäusern und Unterführungen, da sich dort viele Menschen unsicher fühlen würden. Wo die soziale Kontrolle nicht mehr funktioniere, müsse sie durch technische Mittel ersetzt oder ergänzt werden. Das habe mit einem Überwachungsstaat nichts zu tun. http://www.heise.de/newsticker/Videoueberwachung-von-Mitarbeitern-und-Kunden-erregt-weiter-die-Gemueter--/meldung/106481

 

13.4.2008: Moschee im Iran explodiert

Left-over wartime ordnance is being blamed for an explosion which killed 12 people and injured nearly 200 inside a mosque in southern Iran.

At first last night's explosion was put down to a terrorist attack. But the local police chief said that has now been ruled out, and Iran's interior ministry is talking about an accident. One theory is that ammunition left behind from an exhibition commemorating the Iran-Iraq War detonated. http://www.euronews.net/index.php?page=info&article=480520&lng=1

Lagerung oder Ausstellung von scharfen Bomben oder Granaten? In einer Moschee? Ist das normal? Machen die das hier auch?

 

13.4.2008: Flatrate-Kunden: erst geködert - dann gekündigt

"International-Flat nur 19,95 EURO mtl. zusaetzlich. Endlos telefonieren ins Festnetz nach: Tuerkei, Polen, Russische Foederation, Kroatien, USA, Grossbritannien, Argentinien, Australien, Brasilien, China, Japan, Kanada, Slowenien, Ungarn, Belgien, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal, Spanien + Schweiz!" http://www.arcor.de/kontakt/files/pdf/DSL_Preselect_MC.pdf

"Der Festnetzanbieter Arcor droht Nutzern einer Auslands-Flatrate mit Kündigung, wenn sie zu viel telefonieren. Einem Bericht zufolge verschickt das Unternehmen Mahnschreiben an Kunden, die mehr als zwei Stunden täglich über Deutschlands Grenzen telefonieren." So zitiert der "Spiegel Online" aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,547081,00.html

"Ein Arcor-Sprecher verteidigte das Vorgehen gegenüber der Zeitung: Arcor erlaube den Kunden seiner Flatrates laut den Allgemeinen Geschäftsbedingungen nur, privat zu telefonieren. 'In der Vergangenheit haben wir immer wieder Missbrauch festgestellt'" http://www.heise.de/newsticker/Arcor-droht-Vieltelefonierern-mit-Kuendigung-von-Auslands-Flatrate--/meldung/106420

"Verbraucherschützer werfen Arcor vor, mit der Flatrate Vieltelefonierer zu ködern - und ihnen im Nachhinein Schranken aufzuerlegen. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen habe bereits Klage gegen das Unternehmen erhoben, schreibt die Zeitung."

Der "Sprecher" sagte also nicht: "Wir kündigen nur Kunden, bei denen wir einen begründeten Verdacht haben, daß sie den privaten Tarif gewerblich nutzen," er macht nur vage Andeutungen. Das rechtfertigt den Verdacht, daß es sich um eine reine Schutzbehauptung handelt. Arcor hat sich verkalkuliert, das ist alles. Weil diese Idioten nicht rechnen können, versuchen sie jetzt im Nachhinein, Kunden einzuschüchtern und zu vertreiben.

Wir erinnern uns an die Hausdurchsuchung bei Unschuldigen, die Arcor durch schlampige Auskünfte verursacht hat? Was bin ich froh, daß ich kein Arcor-Kunde bin.

 

9.4.2008: Verfassungsfeindliches Symbol

Jemand hat ein Bild von Schäuble hochgehalten mit der Bildunterschrift "Stasi 2.0". Daraufhin wurde ihm mit einem Polizeieinsatz gedroht "wegen eventueller Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole". http://www.gulli.com/news/schalke-04-ermittlungen-wegen-2008-04-08/

 

9.4.2008: "Ungläubige sind Hunde" - oops?

Was ein lehrsamer Schulausflug in eine Moschee sein sollte, ist für 10-jährige Schüler der Amsterdamer öffentlichen Grundschule De Horizon zu einer Tirade über Ungläubige aus dem Ruder gelaufen. Die baff erstaunten Kinder aus Gruppe 7b und ihre Begleiter bekamen vom Vorsitzenden der Moschee El Mouchidine im Stadtteil Osdorp zu hören, dass Ungläubige "Hunde" seien. Die multikulturelle Schule organisiert im Zusammenhang mit dem Projekt Geistliche Strömungen Ausflüge zu diversen religiösen Einrichtungen, weil die Schulleitung es als wichtig erachtet, dass Schüler die Hintergründe von Religionen mitbekommen. http://www.pi-news.net/2008/04/schockierender-schulausflug-in-moschee/#more-8419 und http://www.telegraaf.nl/binnenland/3737855/_Moskee_noemt_ongelovigen honden _.html?p=3,2 und http://www.google.de/search?hl=de&q=%22el+Mouchidine%22+honden&btnG=Google-Suche&meta=

Er dachte wohl, da säßen lauter kleine Moslems vor ihm. Dummerweise war es eine Schulklasse von überwiegend Ungläubigen, die mal wissen wollten, wie es bei Moslems so zugeht. Jetzt wissen sie es. Wir danken für die Offenheit.

Update: Nun will er es nicht mehr gesagt haben. Er sei falsch verstanden worden, er habe gesagt: "Hunde sind Ungläubige" (an anderer Stelle: "Extremisten sagen: 'Ungläubige sind Hunde'"), und sein Niederländisch sei schlecht. Die Stadt und die Schule glauben ihm jedes Wort. http://news.google.com/news?ned=nl_nl&hl=nl&ned=nl_nl&ie=UTF-8&ncl=1171833059

Wie ein Schulkind, das sich herausreden will und sich dabei in immer mehr Lügen und Widersprüche verstrickt. In einigen Zeitungen heißt es, er habe sonst einen Dolmetscher dabeigehabt, aber diesmal nicht. Ich nehme an, der Dolmetscher hat wahrscheinlich immer solche Schnitzer stillschweigend weggelassen oder entschärft, aber der Chef hat es nicht bemerkt. Und diesmal hat er einfach denselben Vortrag gehalten wie immer, aber diesmal gleich auf Niederländisch. Ich denke, so oder so ähnlich muß es wohl passiert sein.

 

2.4.2008: Glatze durch Vitamine

Die US-Behörde FDA (Food & Drug Administration) hat eine Warnung vor dem Nahrungsergänzungsmittel "Total Body" herausgegeben. Es sei zu "ernsten nachteiligen Reaktionen" gekommen, und zwar bei den Geschmacksrichtungen "tropische Orange", "Pfirsichnektar" und "Orange/Mandarine", unter anderem zu "deutlichem Haarausfall", "Muskelkrämpfen", "Durchfall", "Gelenkschmerz" und "Müdigkeit". Was da wohl drin ist? http://junkfoodscience.blogspot.com/2008/03/bald-vitamins.html

 

31.3.2008: "Ein schwarzes Loch könnte die Erde verschlingen"

Ein amerikanischer Botaniker (und Experte in diversen anderen Disziplinen) hat Klage eingereicht, um das europäische Forschungsprojekt "Large Hadron Collider" (ich habe die deutsche Übersetzung gerade nicht griffbereit) zu stoppen, bis der für Januar 2008 versprochene Sicherheitsbericht tatsächlich vorgelegt wird. Er argumentiert unter anderem damit, daß die enormen Energien, mit denen dort Teilchen aufeinanderprallen, zu einer Implosion führen könnten, die er "Tiny Black Hole" nennt, und daß diese weiter Massen ansaugen könnten, bis sie die ganze Erde verschlungen hätten. http://news.google.com/news?hl=en&ned=us&ie=UTF-8&ncl=1146566058 und http://www.lhcdefense.org/ und dort http://www.risk-evaluation-forum.org/

Ich halte das - nach Gefühl - für sehr unwahrscheinlich. Allerdings liest man, sie würden Verhältnisse erzeugen, die zuletzt eine milliardstel Sekunde (oder so) nach dem Urknall aufgetreten seien. Die Forscher halten dagegen, daß vergleichbare Energien von kosmischer Strahlung die obersten Schichten der Atmosphäre seit Milliarden Jahren ständig träfen, und daß die Erde bekanntlich trotzdem immer noch da sei. Der Kläger hält wiederum dagegen, daß erstens die Energie der kosmischen Strahlung noch nie direkt gemessen, sondern nur indirekt erschlossen wurde, und daß zweitens durch die hohe Energie die Treffer sich nicht lange genug innerhalb der Erde aufhalten könnten, um Wechselwirkungen zu erzeugen.

Die Frage ist wirklich interessant. Ein Argument, das mir spontan einfällt, das mir aber in der Diskussion noch gar nicht aufgefallen ist: Wenn Verhältnisse erzeugt werden, die nur den Bruchteil einer Sekunde nach dem Urknall geherrscht haben, dann halte ich es nur für allzu wahrscheinlich, daß Ereignisse auftreten werden, die seit kurz nach dem Urknall nie wieder aufgetreten sind. Dafür sind mir die Forscher dann aber doch ein bißchen zu sorglos und zu forsch.

Auf der anderen Seite leben wir in einer Zeit, wo zwei komplette Zivilisationen kurz vor dem Zerfall stehen: zuerst die "Neue Welt" (USA) und dann die "Alte Welt" (Europa). Und in solchen Zeiten - so ähnlich wie am Ende des römischen Reiches - beherrschen immer Endzeitphantasien das Denken der Menschen. Das wahrscheinlichste Szenario ist also, daß ein zweiter Jahr-2000-Zusammenbruch passiert: gar nichts.

Hier, noch ein schönes Interview dazu, da stehen einem die Haare zu Berge, wirklich gruselig: http://www.golem.de/0802/57477.html

 

28.3.2008: "Fitna" von Geert Wilders

Guter Artikel in der FAZ: http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E8D0F82E79194489D98827BDD0155C162~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Der Film ist schwer zu ertragen für jemanden, der von Gewaltszenen schnell geschockt ist. Die Aussage ist: Der Islamismus ist heute das, was der Nationalsozialismus 1939 war, so ungefähr nach dem Einmarsch in Polen.

Noch ein guter Artikel, im Kölner Stadt-Anzeiger: http://www.ksta.de/html/artikel/1206658858185.shtml Das ist eine interessante Sichtweise: Wilders Film wäre wirksamer gewesen, wenn er nie existiert hätte.

Solange Geert Wilders' Islam-kritischer Film Fitna nur als Androhung existierte, war er ein großartiges Beispiel für den Wahnsinn, in den die islamistische Bedrohung freie Gesellschaften stürzen kann. [...]   Wilders hätte dies auf die Spitze treiben können. Er hätte, statt den Film ins Netz zu stellen, eine Pressekonferenz einberufen und sagen können: "Ich habe nur ein paar Clips aus dem Internet zusammengeschnippelt, die ich niemandem gezeigt habe - und jetzt guckt, wie Ihr Euch ins Hemd macht. Wie Ihr Euch echauffiert und wie Ihr beschwichtigt. Das soll der freie Westen sein, das strahlende Vorbild, mit dem wir den Rest der Welt von unseren Werten überzeugen wollen? Und Ihr Muslime, die Ihr Euch empört über eine Provokation, die es nur theoretisch gab, glaubt im Ernst, einen überlegenen Gegenentwurf darzustellen?"

 

27.3.2008: Kosten der Kreditkrise steigen und steigen

Anfang Februar wurden die weltweit nötigen Abschreibungen noch auf 400 Milliarden Dollar geschätzt, Anfang März auf 600 Milliarden, jetzt Ende März auf 1.200 Milliarden, Tendenz steigend. Ich bleibe bei meiner Schätzung: 450.000 Milliarden Dollar, 14 Jahre Bruttosozialprodukt der Welt.

 

22.3.2008: "Mehr als 60 Prozent der Wähler leben vom Staat"

Deutschland als Unrechtsstaat, Steuerhinterziehung als Notwehr, der Steuerstaat als Mafia, interessanter Artikel: http://www.weltwoche.ch/artikel/default.asp?AssetID=18542&CategoryID=91

"Aufgrund der desolaten Situation des Sozialstaats wird sich der Druck verstärken. Es fehlt die Kraft, die Misere selber zu drehen. Mehr als 60 Prozent der deutschen Wähler leben vom Staat. Sie finden keine Mehrheiten für Staatsabbau mehr."

"Überspitzt sagen Sie: Deutschlands Fiskalstaat ist ein Unrechtsstaat... ... genau, und deshalb ist die Kapitalflucht Notwehr."

"Bewegt sich denn ein Rechtsstaat noch auf der Grundlage der Legitimität, wenn er beispielsweise eine Staatsverschuldung produziert, die auf Generationen hinaus die Noch-nicht-Geborenen belastet? Für mich gibt es da keinen Zweifel."

"Der Staat leistet immerhin Schutz und Sicherheit."

"Das macht die Mafia auch. Bitte seien Sie vorsichtig, wenn Sie das zitieren. Es wird leicht falsch verstanden, vor allem wenn ich noch hinzufüge: Ich würde sogar meinen, dass die Hege und Pflege durch gewisse Mafiaorganisationen besser ist als durch den Staat."

Mehr als 60 Prozent der Wähler leben vom Staat? Ist das wirklich wahr? Angenommen, es stimmt, das würde ja so manches erklären. Dann muß es wohl in der DDR ganz ähnlich gewesen sein.

 

21.3.2008: Was England kann, können wir schon lange: Daten verlieren

Seit 2005 sind aus deutschen Bundesbehörden 500 Computer "verschwunden", meistens durch Einbrüche. http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,542632,00.html

 

18.3.2008: Steckrübe als Bombe entschärft

http://ap.google.com/article/ALeqM5g5qxveGlCNPGT6iLRlEhEUbZcepAD8VDF0AO0 und http://www.journalgazette.net/apps/pbcs.dll/article?AID=/20080315/LOCAL07/803150407/1002/LOCAL

 

18.3.2008: Kalifornien entläßt 20.000 Lehrer

  School districts are required by law to notify teachers and other certificated staff members that they could be laid off by March 15. The recent layoffs - including dozens in Placer County districts - have been spurred by $4.8 billion in cuts to education contained in Gov. Arnold Schwarzenegger's January proposed state budget. http://www.howestreet.com/articles/index.php?article_id=5973

Klarer Fall, der Staat braucht das Geld für CO2-Zertifikate.

 

17.3.2008: Mächtiges Bankhaus, gegründet 1923, Filialen weltweit, 9 Milliarden Umsatz - Plopp

Mittwoch werden noch die Warner verbellt: "absolut lächerlich" http://www.manager-magazin.de/geld/artikel/0,2828,541544,00.html , am Wochenende kriegen die Chinesen kalte Füße: "Wir werden den Deal nicht ausführen", sagte Kong Dan http://www.boerse-online.de/tools/ftd/331934.html und am Sonntag kauft JPMorgan Chase den Konkurrenten zum Schnäppchenpreis, zusammen mit einer staatlichen 30-Milliarden-Garantie, etwaige Verluste zu übernehmen: "Der amerikanische Finanzminister Henry Paulson zeigte sich zufrieden" http://www.nzz.ch/nachrichten/Wirtschaft/Aktuell/jp_morgan_chase_bear_stearns_1.690523.html Und was machen sie als Erstes: Die halbe Belegschaft entlassen. http://newsticker.welt.de/index.php?channel=new&module=dpa&id=17239878

Die Dominosteine werden größer. Prima. Die drohende Inflation nehme ich in Kauf, das Opfer bringe ich, und ich wünsch mir, daß dafür die Haie verschwinden.

 

16.3.2008: Arcor nennt falsche IP - Hausdurchsuchung bei Unschuldigen

http://www.heise.de/newsticker/IP-Verwechslung-fuehrt-zu-falschem-Kinderporno-Verdacht--/meldung/105094

Das Bundeskriminalamt (BKA) hatte den Stein ins Rollen gebracht. Deren anlassunabhängige Recherche hatte einen Tauschbörsennutzer ausfindig gemacht, der illegales Material feilbot. Das BKA sicherte den Datenverkehr und stellte binnen Minuten eine Anfrage an Arcor, zu deren Adresspool die IP-Adresse der Datenquelle gehörte. Das Unternehmen nannte daraufhin Schmidts Namen und Adresse, was dann einige Monate später zu der Hausdurchsuchung führte.

"Binnen Minuten" und "Monate später"? Wenigstens wissen wir jetzt, welcher Schlampenladen die falsche Auskunft gegeben hatte: Arcor. Auf Lawblog hatte es nur geheißen: "ein Provider".

 

16.3.2008: Firewire - die Schnittstelle für Hacker (und Bundestrojaner?)

Eine Steckdose an der Außenseite von Wohnhäusern ist gedacht für den elektrischen Rasenmäher, eine Heckenschere oder für Beleuchtung. Sie ist natürlich nicht gedacht für die Bohrmaschine des Einbrechers. Deshalb hat man drinnen einen Schalter, und normalerweise steht der auf "Aus".

Der PC hat etwas, das einer Außensteckdose vergleichbar ist: Firewire. Auch da gibt es einen Schalter: im BIOS. Aber der steht normalerweise auf "Ein". Sehen Sie am besten gleich mal in Ihrem BIOS nach.

Ein Computerexperte hat kürzlich ein Software-Werkzeug veröffentlicht, mit dem man über ein Firewire-Kabel innerhalb von Sekunden einen Windowsrechner übernehmen kann, an sämtlichen Passwort- und anderen Schutzmechanismen vorbei - direkt in den Speicher hinein. Das Auslesen des aktiven Passworts ist eins von den kleineren Risiken. Offenbar kann man auch ein Rootkit oder einen Trojaner installieren.

Firewire (und auch PCMCIA) sind Bus-Erweiterungen ähnlich PCI, PCI-e, AGP oder ISA. Sie sind dazu gedacht, direkt auf den Arbeitsspeicher zuzugreifen, lesend und schreibend.

Seriell, Parallel, PS/2, Ethernet und USB sind im Gegensatz dazu darauf angewiesen, daß "drinnen" und "draußen" Software läuft, die sich über die Leitungen miteinander verständigt. Um darüber in einen PC einzudringen, muß drinnen etwas laufen, das einen hereinläßt, absichtlich oder durch eine Sicherheitslücke.

http://www.zdnet.de/security/news/0,39029460,39188051,00.htm und http://www.schneier.com/blog/archives/2008/03/physically_hack.html

 

15.3.2008: "IP-Billing"

Eine neuartige Betrugsmöglichkeit, die es in Österreich bereits gibt und die in Deutschland wahrscheinlich auch bald eingeführt wird, heißt "IP-Billing". http://www.computerbetrug.de/dialer-und-mehrwertdienste/ip-payment-bezahlen-ueber-die-ip-adresse/ Auch hier wird vorbeugend dazu geraten, Aktive Inhalte wie ActiveX und Javascript nicht einzuschalten. Webseiten, die zum Einschalten von Javascript auffordern, sind mit einer gewissen - wenn auch nicht sehr hohen - Wahrscheinlichkeit betrügerisch.

 

12.3.2008: Provider gibt falsche Auskunft - Hausdurchsuchung bei Unschuldigen

Es ging mal wieder um Kinderpornographie: http://www.lawblog.de/index.php/archives/2008/03/11/provider-liefert-falsche-daten-ans-bka/#comments

Für den benannten Kunden hatte die Auskunft dramatische Folgen. Hausdurchsuchung, Beschlagnahme des Heim-PCs und des Firmennotebooks, Vernehmung und sicherlich auch einige nicht sehr lustige Gespräche im Familienkreis. Das volle Programm eben, mit all seinen mitunter katastrophalen Folgen.

 

11.3.2008: Finanzversicherer verklagen Banken - Banken verklagt Banken - Hedgefonds gehen pleite

Die IKB (Industriekreditbank) war ein frühes Opfer der Kreditkrise. Die FGIC (Financial Guaranty Insurance Company) hat unerwartete Verluste aus den Verlusten der IKB und klagt nun. Die HSH Nordbank hatte schon gegen die UBS (Union Switzerland Bank) geklagt. http://www.ft.com/cms/s/0/0b8d5e6c-ef0b-11dc-97ec-0000779fd2ac.html?nclick_check=1

Jahrzehntelang haben die Finanzbosse praktisch immer neues Geld aus dem Nichts erschaffen. Immer neue Konstruktionen von Wertpapieren, die mit anderen Wertpapieren "besichert" waren, von den Rating-Agenturen mit "bestens" bewertet, von den Kreditversicherern versichert und mit traumhaften Gewinnen verscherbelt, das war das geniale Geschäftsmodell.

Die Finanzbosse selbst waren die Einzigen, die wußten, was für einen Schmu sie da veranstalten. Und sie haben alle geschwiegen. Nun ist Schluß mit Schweigen, jetzt ist Bezichtigen angesagt, Hauen und Stechen.

 

6.3.2008: Korea: Erneut Wissenschaftsfälschungen in "Nature" und "Science"

Es wirft kein sehr gutes Licht auf Korea, auf die Prüfmechanismen der wissenschaftlichen Zeitschriften und letztlich auf den Wissenschaftsbetrieb insgesamt. http://www.zeit.de/online/2008/10/skandal-science-nature

 

6.3.2008: Stasi 2.0

http://www.jungewelt.de/2008/03-05/057.php

Im vergangenen Jahr sind in Berlin knapp eine Million Telefongespräche abgehört worden. Wie der Senat am Dienstag mitteilte, stieg die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Prozent von 922000 auf 937000.

Das ist ein Anstieg von 1,63 Prozent. Richtig auf- und abrunden kann der Senat auch nicht mehr. Aber was bedeutet "eine Million Telefongespräche" konkret: Eine Million Minuten sind bei einer Vierzig-Stunden-Woche und sechs Wochen Urlaub neun Mannjahre. Die Berliner Stasi-Abteilung nur für das Abhören und Abtippen von Telefongesprächen umfaßt also - vorsichtig geschätzt - mindestens zwanzig Personen. Bezogen auf die Bundesrepublik wären das mindestens fünfhundert. Wenn man dann noch mitrechnet, daß es in einer Behörde immer zahlreiche Stellen gibt, die für das Verwalten und Führen der eigenen Tätigkeiten zuständig sind und nicht für die eigentliche Aufgabe der Behörde, kommt man auf 5.000 Mitarbeiter. Die Stasi 1.0 hatte das Zwanzigfache. Da steckt noch mindestens zehnfaches Potential. In ein paar Jahren hören sie in Berlin dann jährlich zehn Millionen Telefongespräche ab. Das wären praktisch alle.

Eine Minute Gesprächstext sind, so ganz grob, tausend Zeichen, 1 Kilobyte. Eine Million Minuten wären dann 1 Gigabyte. Das paßt auf zwei CDs. Von England haben wir ja letztens gelernt, daß sich nichts besser dazu eignet verlorenzugehen als zwei CDs. Auch da steckt noch Potential.

 

5.3.2008: "Haste mal 18 Milliarden, ey?"

Citi hatte letztens 30 Mrd US$ aus Dubai bekommen (neues Kapital, nicht als Kredit) und verkündet, das sei nun aber wirklich alles. Und nun brauchen sie angeblich nochmal 18 Milliarden. Außerdem haben sie die Gewinnerwartung für das erste Quartal von plus 55 Cent auf minus 1.66 Dollar pro Aktie geändert. Sie sagen, es war ein Rechenfehler. http://www.businessweek.com/investor/content/mar2008/pi2008034_305072.htm?chan=top+news_top+news+index_businessweek+exclusives

Citi has already raised almost $30 billion in an effort to heal the damage from the credit crisis. And executives reportedly said Mar. 4 that they are confident in the company's capital levels and aren't seeking more funds.

But Ansari, the CEO of Dubai International Capital, insisted Citi must do more.

Citi's bleeding from the credit crisis won't seem to stop. This quarter alone, Merrill's Guy Moszkowski expects Citi to record another $15 billion in losses from subprime-related debt, and another $3 billion from other troubled loans and investments.

Moszkowski now expects a first quarter loss of $1.66 per share, vs. a 55-cent profit previously, and full-year earnings of just 24 cents per share.

Die Wahrheit kommt nur stückchenweise ans Licht. Meine Schätzung ist immer noch, daß die Verluste sich am Ende zu 450.000 Milliarden US$ addieren werden. Und ich erwarte den großen Zusammenbruch noch in 2008.

 

5.3.2008: Domino: "The Sharper Image"

Sharper Image, das ist in den USA anscheinend sowas Ähnliches wie Tchibo, nur mit Steak statt Kaffee, 500 Mio. US$ Umsatz. Die haben gerade Konkurs angemeldet. Nur damit es hier nicht völlig unbemerkt bleibt. http://www.csmonitor.com/2008/0305/p02s01-usec.html und http://www.sharperimage.com/

 

2.3.2008: Vista wird billiger

Microsoft senkt die Preise für Vista um fast 50 Prozent. http://www.zdnet.de/news/software/0,39023144,39187764,00.htm

Anfang Januar hatten sie gemeldet, sie hätten bereits 100 Millionen Lizenzen verkauft und Vista schlüge alle Rekorde. http://www.microsoft.com/germany/presseservice/detail.mspx?id=532074

Bei heise.de ist man nicht überzeugt, daß die User wirklich zufrieden sind. http://www.heise.de/newsticker/meldung/102682/from/rss09

Interessant. Erst gibt man hohe Verkaufszahlen bekannt, und anschließend setzt man die Preise drastisch herab. Mir scheint eher, man hat vielleicht aus den täglichen Updates herausgelesen, daß die User massenhaft ihr Vista löschen und XP wieder installieren.

 

29.2.2008: Linux-Server wachsen etwas stärker als der Gesamtmarkt

Laut Marktforscher Gartner stieg der weltweite Umsatz mit Server-Systemem 2007 um 10 Prozent, mit Linux-Servern um 11 Prozent und der Marktanteil für Linux liegt jetzt bei 13 Prozent. http://www.heise.de/newsticker/meldung/104182

 

28.2.2008: "Steuerskandal" - das Schlimmste ist die Heuchelei

In Liechtenstein ist Steuerhinterziehung nur eine Übertretung, keine Straftat, sieh mal an. Jetzt, wo die deutsche Politik davon erfährt, ist der ganze Kindergarten mal wieder hell empört. Der ehemalige Juso-Chef Böhning fordert "Wirtschaftssanktionen" gegen Liechtenstein. http://www.nzz.ch/nachrichten/startseite/abenteuerliche_agenten-story_live_in_berlin_1.673363.html   Mal sehen, wann "Krieg" ins Gespräch gebracht wird (vor allem: von wem) oder zumindest Abbruch der diplomatischen Beziehungen.

In Deutschland sehen nun wirklich alle, ob Täter oder nicht, Steuerhinterziehung genauso wie die Liechtensteiner: ungefähr auf einer Höhe mit "Autobahnraserei" und "Rechtsüberholen". Nur unsere kleinen Gesinnungs-Nazis in Politik, Medien und Umfeld der Grünen heucheln moralische Empörung - meterdick aufgetragen - und denken auch noch, niemand würde ihre wahren Motive durchschauen: Haß, Neid, Mißgunst und die Angst, am Ende noch selber erwischt zu werden.

Ich denke, Liechtenstein kann das Ganze sehr gelassen sehen. Notfalls treten sie einfach aus der EU aus. Und auch dann verlieren sie nichts, insbesondere nicht den Zuspruch deutscher Steuerhinterzieher.

Wie war das noch mit dem "Zehnten", den man abgeben mußte? Damals mußte man mindestens elf Prozent "Gewinn vor Steuern" machen, um auf dem gleichen Stand zu bleiben. Das war nur bei Mißernten ein Problem, in normalen Zeiten nicht.

Menschen haben eine Tendenz, nach ihrem eigenen Gerechtigkeitsgefühl zu handeln. Massenhafte Steuerhinterziehung ist auch immer ein Zeichen dafür, daß die Steuern zu hoch sind. Wenn ich darüber mit Leuten rede, sagen sie immer sowas wie: "Der Staat kann doch nicht noch weniger Einnahmen haben, es reicht doch schon jetzt vorn und hinten nicht." Wenn ich ihnen dann antworte, daß der heutige Deutsche Staat relativ zum Bruttosozialprodukt (und auch absolut) mehr Geld einkassiert als jedes andere Land zu jeder anderen Zeit, und auch als Deutschland zu jeder anderen Zeit, dann sagen sie nichts mehr.

Von ungefähr 1,35, die ein Arbeitgeber heute "ausspuckt", um einen Angestellten, seine Steuern und Abgaben und die fälligen Gebühren und Zwangsmitgliedschaften zu bezahlen, kommen nur ungefähr 0,49 als Umsatz wieder zu ihm zurück, das sind 36 Prozent. 64 Prozent kassiert der Staat bei jedem Umlauf. Heute muß also ein Arbeitnehmer für das, was er "kostet", 64 Prozent "Gewinn vor Steuern" erwirtschaften, damit der Betrieb auf dem gleichen Stand bleibt. Das ist im produzierenden Gewerbe so gut wie unmöglich. Kein Wunder, daß der Mittelstand am Absterben ist, daß nur noch multinationale Konzerne, Familienbetriebe und Einzelkämpfer überleben.

Diesen Mißstand zu beheben ist eine Aufgabe der Politiker, die sie freiwillig übernommen haben, für die sie fürstlich bezahlt werden, die sie aber nicht schaffen, es noch nichtmal versuchen. Stattdessen beschimpfen und bedrohen sie ein kleines Nachbarland.

Alle in einen Sack und draufhauen.

(Rechnung: 0,13 Gebühren und Mitgliedschaften, 0,42 Sozialabgaben, 0,20 Lohnsteuer, 0,11 Mehrwert- und andere Konsumsteuern, Rest: 0,49. Was bei uns dabei "Brutto" heißt, ist hier die fiktive Rechengröße von 1,00, damit die Abzockerei nicht so auffällt. Bezogen auf sein Brutto muß der Angestellte also sogar 86 Prozent Gewinn erwirtschaften.)

 

27.2.2008: Das Ende des rechtsstaatlichen Verfahrens

Bei einer Hausdurchsuchung muß der Verdächtige oder ein Bevollmächtigter anwesend sein und die beschlagnahmten Sachen müssen quittiert werden. Für die Durchsuchung des privaten Computers gilt das nun nicht mehr. Der Eingriff in die Privatsphäre ist schwerwiegender und der Einblick in die Persönlichkeit ist tiefer als bei einer Hausdurchsuchung, aber die Offenheit des Verfahrens ist für Computer aufgehoben worden.

Der Euphemismus "Online-Duchsuchung" bedeutet: Der Staat installiert heimlich Software auf dem Rechner eines Verdächtigen und durchsucht damit die Festplatte. Das hat das Bundesverfassungsgericht jetzt erlaubt. Das juristische Geschwafel von "hohen Hürden" oder "tatsächlichen Anhaltspunkten", alles Papperlapapp. Das Entscheidende ist: Der Computer darf heimlich durchsucht werden, ohne daß der Beschuldigte davon erfährt oder gar Rechtsmittel hat.

 

26.2.2008: Endlich in Sicht: ein kleiner Staatsbankrott

Zahlungen an Beamte verzögern sich, und Beamte gehen kollektiv auf die Barrikaden (sie gehen natürlich nicht wirklich auf die Barrikaden, sondern artig vor Gericht). Wenn Zahlungen an Beamte sich um zwei Monate und mehr verzögern, das ist ein untrügliches Zeichen dafür, daß bald Schluß ist. Zum Vergleich: In den achtziger Jahren waren die Budgets eng, und es kam manchmal zu Kürzungen, sogar zu Haushaltssperren, aber immer nur für Sachmittel. Die Zahlungen an die Beamten waren nie von Verzögerungen oder gar Kürzungen betroffen. Mittlerweile gibt es beides: http://www.lawblog.de/index.php/archives/2008/02/25/beamte-wollen-amt-lahmlegen/

Doch das LBV [Landesamt für Besoldung und Versorgung] steht vor dem Kollaps. Das bekommt auch Per S. aus Essen zu spüren. Der pensionierte Oberstaatsanwalt berichtet, er warte nach einem Arztbesuch auf die Erstattung "zwei Monate und länger". Das gelte auch für alle anderen Antragsteller. [...] Doch er und ehemalige Kollegen wissen von "Riesen-Rückständen". Bei telefonischen Beschwerden bekomme man aus dem LBV zu hören, dass "hier alles den Bach runtergeht". [...] "Dieser Zustand ist nicht schön zu reden", gibt die Sprecherin von Finanzminister Helmut Linssen (CDU) zu. Stephie Hagelüken räumt "extreme Rückstände" ein, will aber nichts zu den Ursachen sagen.

Ich muß zugeben, mein Mitleid mit den Beamten hält sich in Grenzen. Niemand hat sie gezwungen, Beamte zu werden. Sollen sie kündigen und sich einen Job suchen. Keiner von denen weiß, wie es sich anfühlt, wenn der eigene Job eben nicht "garantiert auf Lebenszeit sicher" ist. Wenn sie es wüßten, wären sie wohl etwas bescheidener und würden nicht so große Töne spucken. Ich freue mich aber, daß es endlich mal anfängt zu knirschen im Gebälk. Es wird so langsam höchste Zeit.

Auch die zunehmenden Übergriffe durch die Polizei, z.B. die leichtfertigen und häufig ungerechtfertigten Hausdurchsuchungen oder auch die ausufernde Überwachung der Bevölkerung, sind im Grunde nur Vorzeichen eines nahenden Zusammenbruchs. Tatsächlich oder vermeintlich Privilegierte reagieren immer wie die sprichwörtlichen Radfahrer: "nach oben buckeln, nach unten treten". Wenn sie sich von ihrem Arbeitgeber schlecht behandelt fühlen, rächen sie sich an denen, die ihnen (tatsächlich oder vermeintlich) untergeordnet sind.

Ich weiß das aus Erfahrung, ich war so ungefähr zehn Jahre lang selbst Beamter (Lehrer). Die kleinen Vorteile, die man genießt, geben einem das Gefühl, unverdient privilegiert zu sein. Es ist eine Mischung aus Besitzerstolz und schlechtem Gewissen. Die Versuchung, innerlich ein überhebliches Arschloch zu werden (und die Bescheidenheit nur noch zur Schau zu tragen, damit man nicht überall aneckt), ist überwältigend. Ich kenne nur wenige Kollegen, die nicht in diese Falle gegangen, oder die wieder herausgekommen sind. Und ich bin froh und dankbar, daß das Schicksal mir ermöglicht hat, damals dann doch wieder zu kündigen.

 

26.2.2008: Einzelheiten zu Microsofts "Verschlüsselung" mit XOR

http://www.heise-online.co.uk/security/Enclosed-but-not-encrypted--/features/110136/0

 

26.2.2008: Interessanter Performance-Test

Bearbeitete Requests pro Sekunde: Linux 87.000 (und mehr), Windows 22.000 (und weniger) http://blog.fefe.de/?ts=b93c7bd2 und http://www.isc.org/index.pl

 

22.2.2008: Geheime Muster auf Geldscheinen

"Eurion" (abgeleitet aus EU und Orion) heißt ein Muster aus fünf Kreisen, das auf Geldscheinen abgedruckt wird. Scanner und Bildbearbeitungssoftware benutzen dieses Muster (und ein paar andere, die der Öffentlichkeit noch nicht bekannt sind) um die Bearbeitung von Banknoten zu verweigern. Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung schlägt vor, dieses Muster auf Kleidungsstücke zu drucken, um die Bearbeitung von z.B. Demonstrationsfotos zu erschweren. (Gefunden bei dauerfeuerverarsche.de CCC: http://www.ccc.de/colorcopy/?language=de )

 

22.2.2008: Nichtraucher in Raserei

Ein 42jähriger Mann hat eine brennende Zigarette mit einem Feuerlöschers gelöscht, dabei die vollen sechs Kilogramm Löschpulver verbraucht, die Raucherin (seine Freundin) anschließend beschimpft und in der gemeinsamen Wohnung randaliert.

http://www.netzeitung.de/vermischtes/905817.html und http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/12522/1137904/polizei_bielefeld

 

17.2.2008: Hartz-IV für Sarrazin - die einzig logische Konsequenz

http://www.tagesspiegel.de/berlin/Landespolitik-Thilo-Sarrazin-Hartz-IV;art124,2476724

Nach den Worten Hoffmanns blendet das Rechenbeispiel des Finanzsenators zudem die Lebenswirklichkeit vieler Empfänger von Arbeitslosengeld II aus. Experten hätten die von Sarrazin angegebenen Mengen überprüft und festgestellt, dass diese nach vier Wochen zu Unterernährung führen würden.

Ich hatte irgendwie auch das Gefühl, das ist alles zuwenig Substanz, davon kann man nicht richtig leben. Sehr kohlehydratlastig, sehr wenig Eiweiß, sehr wenig gesunde Fette, überhaupt kein Fisch, und Getränke hat er fast völlig vergessen.

Interessanterweise werden in den Tabellen, die man im Internet findet, die Kalorien anders berechnet als in dem Buch, das z.B. Heiner Geißler benutzt hat. Nach dem Internet liegen die Sarrazin-Werte so bei 2200, 2400 Kalorien, in dem besagten Buch aber bei 1500, 1700 Kalorien, und das ist tatsächlich zuwenig.

Und die Mengen hat er einfach stur und ohne Nachdenken umgerechnet auf eine Mahlzeit. Seine "200 g Kartoffelsalat" für einen Ein-Personen-Haushalt würden z.B. bedeuten, daß man fünf Tage an einer 1000-Gramm-Packung essen müßte. Aber der Kartoffelsalat ist "ohne Konservierungsstoffe", d.h. daß er sich im Kühlschrank nach dem Öffnen höchstens ein oder zwei Tage hält.

Wie zu erwarten war, nimmt Sarrazin seinen Speiseplan gegen jede Kritik in Schutz: Voraussetzung sei, daß man selber koche. Das stand da vorher nicht, das ist nachgeschoben. Und natürlich kann er auch nicht verstehen, warum sich alle aufregen.

Der Mann ist so richtig schön typisch für einen SPD-Funktionär: von nichts eine Ahnung, aber die Klappe aufreißen und alles besser wissen wollen. Er verhöhnt die Allerärmsten unter der Bevölkerung und merkt es nicht. Nicht nur, daß er keine Moral und keinen Charakter hat, er hat auch kein Fingerspitzengefühl. Ich finde, den muß die SPD rauswerfen, und er muß Hartz-IV beantragen.

"Thilo Sarrazin" Speiseplan: 6.200 Treffer (22.2.: 12.200 Treffer)

Update: Er empfiehlt Leitungswasser als Getränk. http://www.bz-berlin.de/BZ/berlin/2008/02/17/sarrazin-trifft-harz-IV-empfaenerin/sarrazin-trifft-harz-IV-empfaenerin,geo=3787036.html "Ich sage Ihnen, und das nicht nur als Aufsichtsrat der Berliner Wasserbetriebe, das gesündeste, was man trinken kann, ist das Berliner Leitungswasser. Das ist ausgezeichnet, ich trinke das auch. Zu Hause haben wir immer einen Glaskrug mit frischem Leitungswasser auf dem Tisch stehen."

Ich finde es irgendwie komisch, daß er auf jeden Einwand entweder sich selbst oder einen Bruder als passendes Beispiel aus dem Hut zieht. Einer seiner Brüder hat angeblich Diabetes (wie der Bekannte der Gesprächspartnerin) und braucht trotzdem keinen anderen Speiseplan als jeder andere, ein anderer seiner Brüder war angeblich lange arbeitslos (wie die Gesprächspartnerin selbst), seine ganze Familie trinkt angeblich Leitungswasser, und es ist angeblich das gesündeste Getränk, das es gibt. So ein Zufall. Wenn man sich auf Fotos sein Gesicht ansieht, fragt man sich, ob das vom Leitungswasser kommt?

 

16.2.2008: Zumwinkel bestens qualifiziert für Unicef

Nach http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,535686,00.html war er als Vorstandschef vorgesehen. Da hätte er sich vom Steuerhinterzieher zum Spendenveruntreuer hocharbeiten können. Jetzt wollen sie ihn plötzlich nicht mehr. Wieso eigentlich? Al Capone war nicht annähernd so wählerisch.

 

12.2.2008: Bestätigt: Süßstoffe machen dick

http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/288209.html

Durch den süßen Geschmack ohne Kalorienzufuhr gerät die Nährstoffverarbeitung aus dem Takt

Die Verwendung von künstlichen Süßstoffen statt Zucker kann zu Schwierigkeiten bei der Kontrolle der Essensmenge und damit zu Übergewicht führen. Der Körper wird durch die Kombination von Süße und fehlenden Kalorien so verwirrt, dass er danach kalorienreiche Gerichte weniger effektiv abbaut und mehr davon verlangt. Das schließen Susan Swithers und Terry Davidson von der Purdue-Universität in West Lafayette aus Experimenten mit Ratten.

Wieder eine von den naiven Beamtenweisheiten zum Teufel. Ist es nicht toll, wie sich dieser ganze Schwachsinn, das angebliche Expertenwissen, in Rauch auflöst? Und die Halbwertszeit der angeblich wissenschaftlichen Erkenntnisse wird immer kürzer.

Man soll einfach mehr auf seine Instinkte vertrauen. Nahrungsmittel und Getränke mit Süßstoff schmecken mir tatsächlich immer viel zu künstlich, fast schon eklig. Aromastoffe, Farbstoffe und fettreduzierte Nahrung sind mit großer Wahrscheinlichkeit genauso schädlich. Es kann nicht mehr lange dauern, bis sich Acrylamid und Zigaretten als gesundheitsfördernd herausstellen. Das Knäckebrot, das man heute kaufen kann, schmeckt mir etwas unfertig, nicht richtig gebacken.

 

11.2.2008: Kaspersky-Firewall filtert lawblog.de als "jugendgefährdend"

Da sieht man mal, wie problemlos "Jugendschutzfilter" funktionieren. Mehr Schaden als Nutzen, wie bei jeder Art von Zensur. http://www.lawblog.de/index.php/archives/2008/02/10/jugendgefahrdend/

 

9.2.2008: Einkaufstipps vom Senator

Der Berliner Finanzsenator, Dr. Thilo Sarrazin (SPD) hat einen dreitägigen Speiseplan für Hartz-IV-Empfänger entworfen, der beweisen soll, daß man sich mit 4,25 "vollständig, gesund und wertstoffreich ernähren" kann, vorausgesetzt natürlich, man wirft das Geld nicht für alkoholische Getränke hinaus: http://www.welt.de/berlin/article1649762/SPD-Politiker_entwickelt_Hartz-IV-Speiseplan_.html

Woran liegt es wohl, daß praktisch jeder es spontan als frech, unangemessen und zynisch empfindet, wenn den Leuten da vorgerechnet wird: "3 Scheiben Vollkornbrot 12 Cent, usw."? Sind es die sprachlichen Fehlgriffe, wenn er "vollständig, gesund und wertstoffreich" nennt, was eigentlich "vollwertig, ausgewogen und abwechslungsreich" heißt? Ist es die Tatsache, daß er selbst von Armut oder Arbeitslosigkeit niemals betroffen sein wird, solange keine Revolution ausbricht? Ist es der Zweifel an der ernährungswissenschaftlichen Kompetenz eines Dr. rer. pol. mit Werdegang Universität, Friedrich-Ebert-Stiftung, Öffentlicher Dienst, Politik? Sind es die Industrieprodukte wie Fertigsauce, Kartoffelsalat oder Kartoffelbrei, die an der Vollwertigkeit und Ausgewogenheit zweifeln lassen? Ist es die Peinlichkeit, wenn ein Wohlhabender den Armen vorrechnet, wie gut sie es haben? Nichts von alledem.

Es ist die Überheblichkeit, der Mangel an Anstand und an Respekt vor Menschen, die durch unglückliche Umstände von Armut betroffen sind. Wer arm ist, hat am Ende nur noch eins: seine Würde. Es ist die Mißachtung der Menschenwürde, die uns hier empört. Es ist die SPD-Version von: "Bei sonnigem Wetter ist das Leben im Stadion recht angenehm".

 

Update 10.2.2008: Umgekehrt wird ein Schuh draus

Es ist nicht Aufgabe von Politikern, Arbeitslosen vorzurechnen, wie sie ihren Speiseplan nach der Sozialhilfe ausrichten. Es ist auch nicht ihre eigentliche Aufgabe, überhaupt die Arbeitslosigkeit zu verwalten. Ihre Aufgabe - um die sie sich wohlgemerkt freiwillig beworben haben - ist die Herstellung eines wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Umfeldes, in dem jeder erwachsene Mensch Arbeit finden und eine Familie ernähren kann.

Stattdessen wird mehr und mehr Unternehmern erlaubt, ihre Angestellten unterhalb des Existenzminimums zu bezahlen, damit sie mehr Gewinn machen können. Und dafür wird auch noch das Geld der Steuerzahler mißbraucht.

Insofern geht der unsägliche Vorstoß des Finanzsenators in eine völlig falsche Richtung. Er vertut seine Zeit mit Milchmädchenrechnungen, anstatt - als Beamter auf Zeit - seine verdammte Pflicht zu tun.

 

Update 11.2.2013: Bekanntmachung

Das Revolutionskommitee "Umerziehung von Beamten und Politikern mit Menschenrechtsproblemen" gibt bekannt: Die Häftlinge im Trakt H4 (Hartz-IV-Täter) erhalten ab sofort den folgenden Speiseplan:

Werktage Sonn- und Feiertage
   
Frühstück Frühstück
1 Scheibe Schwarzbrot 1 Scheibe Graubrot
1 Scheibe Graubrot 1 Scheibe Rosinenstuten
20 g Halbfettmargarine 20 g Butter
20 g Magerquark 1 Scheibe Käse
10 g Leberwurst 1 Scheibe Mettwurst
10 g Marmelade 10 g Honig
1 Radieschen 1 Walnuss
200 ml Ersatzkaffee 2 Tassen Tee
4 Glas Leitungswasser 4 Glas Leitungswasser, gefiltert
   
Mittag Mittag
1/2 Matjeshering 1 Würfel Gulasch
1 Kartoffel 4 Pommes Frites
1 Möhre 10 g Ketchup
1 Blatt Petersilie 1 g Salz
1 Scheibe Gurke 1 Spargel
1 Brühwürfel 7 Erbsen
1/2 l Wasser 1 Joghurt mit Waldfrüchten
1/2 g Salz  
1 Pfefferkorn  
   
Nachmittag Nachmittag
1 Tasse Früchtetee 1 Tasse Bohnenkaffee
1 Keks 1 Glückskeks
   
Abend Abend
2 Pellkartoffeln 1 Baguette
1 Fischstäbchen 1 Franzbrötchen
2 Tassen Kräutertee 60 g Corned Beef
1 Stück Würfelzucker 20 g Butter
2 Glas Leitungswasser 2 Glas Mineralwasser, light

 

9.2.2008: Besser als ein Horrorfilm

Ich finde es ja im Augenblick spannend wie im Kino, wie in Amerika die Wirtschaft implodiert. Hier, von blog.fefe.de: http://www.informationclearinghouse.info/article19307.htm Da steht einmal mehr die Zahl von geschätzten 450 "Trillions" (450 000 Milliarden) US-Dollar in Wertpapieren, die nun wahrscheinlich wertlos geworden sind.

In letzter Zeit liest man z.B. auch gar nichts mehr von spektakulären Firmenübernahmen, das Finanzierungsmodell funktioniert offenbar nicht mehr: Man leiht sich 100 Milliarden, kauft sich die Aktienmehrheit, übernimmt den Vorstand und läßt ihn beschließen, die 100 Milliarden für einen zurückzuzahlen, und dann hat man die Firma für umme. Daß sowas nicht mehr funktioniert, ist doch schon mal ein Hoffnungsschimmer.

Wenn man heute zufällig genug Geld gespart hat, sollte man sich ein Haus kaufen oder Gold. Alles andere ist ein unsicherer Hafen geworden, Aktien, Sparbücher, Bausparverträge, Kapitallebensversicherungen oder Rentenversicherungen. Da kriegt man nachher einen Wert von zwanzig Cent im Monat raus.

Man sollte aber möglichst keine Hypothek oder andere Kredite laufen haben, und falls doch, so schnell wie möglich ablösen. Google: Lone-Star und den Schalter auf "Seiten aus Deutschland".

 

7.2.2008: Umfangreiche Durchsuchung wegen 75 Euro

Ein paar wilde, aus der Luft gegriffene Behauptungen mit dem Ziel, eine Rechnung nicht bezahlen zu müssen, reichen jetzt aus, um eine Durchsuchung zu rechtfertigen. http://www.bundesverfassungsgericht.de/pressemitteilungen/bvg08-014.html

Die Beschwerdeführerin ist Ärztin. Sie rechnete gegenüber einer Patientin unter anderem Kosten für Ultraschalluntersuchungen in Höhe von 74,71 Euro ab. Auf den Widerspruch der Patientin, die geltend machte, dass die Untersuchungen bei dem fraglichen Termin nicht erbracht worden seien, übersandte ihr die Beschwerdeführerin Abdrucke von Ultraschallbildern, auf denen der Name der Patientin, das Datum und die Uhrzeit der Untersuchung aufgedruckt waren. Die Patientin zweifelte die Echtheit der Bilder an, weil sie vermutete, dass es sich entweder um Bilder der Vorjahresuntersuchung handelte, bei denen nachträglich das Datum ausgetauscht worden sei, oder aber um Bilder einer anderen Patientin, bei denen der Name ausgetauscht worden sei. Auf Anzeige des Ehemannes leitete die Staatsanwaltschaft gegen die Ärztin ein Ermittlungsverfahren wegen versuchten Abrechnungsbetrugs ein und erwirkte beim Amtsgericht einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohn- und Praxisräume der Beschwerdeführerin sowie ihrer Person und ihrer Kraftfahrzeuge. Daraufhin wurden die Praxis- und Laborräume der Beschwerdeführerin durchsucht. Hiergegen eingelegte Rechtsmittel wies das Landgericht zurück.

 

7.2.2008: Ein fünftes Kabel gerissen?

http://www.khaleejtimes.com/DisplayArticle.asp?xfile=data/theuae/2008/February/theuae_February155.xml&section=theuae

A total of five cables being operated by two submarine cable operators have been damaged with a fault in each.

These are SeaMeWe-4 (South East Asia-Middle East-Western Europe-4) near Penang, Malaysia, the FLAG Europe-Asia near Alexandria, FLAG near the Dubai coast, FALCON near Bandar Abbas in Iran and SeaMeWe-4, also near Alexandria.

 

4.2.2008: Alles ist "zumutbar" geworden

Jetzt, wo für Arbeitslose jede Arbeit, jede Entlohnung und jede Entfernung zumutbar geworden ist, ist auch Obdachlosigkeit zumutbar geworden. Natürlich nur für die, die mit jeder zumutbaren Arbeit, Entlohnung und Entfernung aus welchem Grund auch immer nicht fertig werden.

http://oraclesyndicate.twoday.net/stories/4667843/

Man strich ihm alles einschliesslich des Mietzuschusses und als er empört fragte, wie der denn noch leben sollte, beschied man ihm (vor Zeugen): "Die Stadt Duisburg erklärt, dass es sanktionierten alleinstehenden ALG II-Beziehern zuzumuten ist, obdachlos zu werden."

Ein großer Teil des Problems, unter dem Deutschland leidet, ist die Arroganz des Staatsapparates.

 

4.2.2008: Vier Internetkabel gerissen

Innerhalb von fünf Tagen sind im Mittelmeer und im persischen Golf vier Internet-Unterseekabel ausgefallen. Auf http://www.dailypaul.com/node/33175 zieht jemand den Schluß, sämtlicher Internet-Traffic des mittleren Ostens laufe nun zwangsläufig über die USA. "Sie wollen abhören" wäre eine bessere Erklärung als die gängige, sie planten einen Angriff auf den Iran und wollten Berichterstattung verhindern. Interessant ist es allemal.

 

27.1.2008: "School of the Americas"

Kein Wunder, daß die USA Terroristencamps bombardieren, sobald sie eins finden, offenbar haben sie selber eins und wissen nur zu gut, was den Leuten da beigebracht wird. Die folgende Meldung ist allerdings unbestätigt und wird nur ein einziges Mal zitiert. Der Wahrheitsgehalt ist also im Augenblick schwer einzuschätzen.

The Colombian Public Ministry is investigating Colonel Horacio Arbelaez, former director of the Army's Joint Intelligence Center; Major Javier Efrén Hermida Benavides; and Captain Luis Eduardo Barrero for orchestrating placement of bombs in a Bogota shopping mall and other sites in July 2006, on the eve of President Uribe's inauguration for his second term. At the time of the bombing and false attacks, they were attributed to guerrillas of the FARC. In most cases, the bombs were not detonated, but were denounced by the accused officers and deactivated to demonstrate the FARC threat and show military intelligence was doing its work.

Hermida took two courses at the School of the Americas, including a three-month military intelligence intensive in 2000, while Arbelaez took an infantry course at the School in 1981. A statistical study by sociologist Katherine McCoy found that the more courses Latin American officers took at the School, the more likely they were to commit abuses. (Latin American Perspectives, 2005, http://lap.sagepub.com )

http://upsidedownworld.org/main/content/view/1102/68/ und http://www.soaw.org/article.php?id=205

 

22.1.2008: Bankendomino: Kreditversicherer Ambac verliert Top-Rating

http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:Bondversicherer%20Ambac%20Topnote/305917.html

Die Lage der US-Bondversicherer hat sich dramatisch zugespitzt. Die Ratingagentur Fitch senkte das Versichererrating des Branchenzweiten Ambac um zwei Stufen auf "AA" und prüft eine weitere Absenkung.

Die Krise der Anleiheversicherer könnte gravierende Folgen für Banken und Versicherer haben. Viele Institute besitzen Anleihen und komplexe Finanzprodukte, die von diesen Gesellschaften garantiert worden sind. Sinken die Ratings der Monoliner, verlieren auch die von ihnen garantierten Bonds ihre sehr guten Bonitätsnoten.

So langsam kommt Schwung in die Sache.

 

18.1.2008: "Aldi muß mitziehen"

Ich: "Immer wenn ich Preise sehe, die schon wieder erhöht sind, ärgere ich mich so, daß ich vergesse, was ich sonst noch kaufen wollte."

Kassiererin: "Alles wird teurer, und da muß Aldi eben auch mitziehen."

Und wenn ich selbstgerechte Antworten kriege, ärgere ich mich gleich nochmal.

Wenn das mein Laden wäre, oder ich wäre derjenige, der an der Kasse arbeitet, würde ich wahrscheinlich sowas antworten wie z.B. "Oh, das tut mir jetzt leid. Ich finde es auch nicht gut, wie die Preise immer steigen. Ich kann es aber nicht beeinflussen. Auf mich hört keiner."

Aldi prescht ja meistens vor mit den Preiserhöhungen, und die Anderen sind die, die nachziehen. Aber ich war so perplex über die freche Antwort, daß mir das nichts mehr eingefallen ist. Im Augenblick ist Aldi sogar der Preistreiber Nummer eins in Deutschland, schlimmer als die Strom-, Gas- und Ölkonzerne, sogar schlimmer als der Staat.

 

16.1.2008: Das BKA hat SQL-Injection auf seiner Homepage

"Eine Such-Webseite des Bundeskriminalamts (BKA) wies eine Schwachstelle auf, über die sehr wahrscheinlich per SQL-Injection Zugriff auf die zugrunde liegende Datenbank möglich war. Ursache des Problems war offenbar die fehlende Filterung der übergebenen Parameter, die das zuständige PHP-Skript direkt in die SQL-Query einbaute. Ein Angreifer hätte damit möglicherweise direkten Zugriff auf die Datenbank gehabt." http://www.heise.de/newsticker/meldung/101776

Wenn sie sowas übersehen, sind wir vor dem Bundestrojaner noch auf Jahre sicher.

 

15.1.2008: Genfood - es darf gelogen werden

"SPD und Union sind sich einig: Auf bestimmten Lebensmitteln dürfen "Ohne Gentechnik"-Aufkleber prangen - auch wenn genveränderte Stoffe drin sind." http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/bahn-frei-fuer-genfood/?src=SZ&cHash=096e7adfc4

Siehe auch: http://www.lawblog.de/index.php/archives/2008/01/14/ohne-ist-mit/

 

14.1.2008: Feindbild Demonstrant

"Der Anwaltliche Notdienst des Republikanischen Anwaltsvereins hat eine Dokumentation des G8-Gipfels in Heiligendamm und der Arbeit dort tätiger Anwälte verfasst. Beängstigendes Fazit: Dass Demonstranten Grundrechte haben, wird vor allem als 'Behinderung der Polizeiarbeit' gesehen."

"denn die Ereignisse um Heiligendamm haben gezeigt, dass elementare Grund- und Bürgerrechte in Deutschland nicht etwa in Gefahr sind, sondern in aller Öffentlichkeit nach Belieben ausgesetzt werden können - ohne Folgen für die Täter, mit voller politischer Rückendeckung und einer medialen Inszenierung, die einmal mehr die Opfer zu Tätern macht." http://www.gulli.com/news/feindbild-demonstrant-2008-01-13/

 

12.1.2008: Polizei und Staatsanwaltschaft vertrauen falscher Zeugin blind

Die Frau, die vor 26 Jahren als Neunjährige einen Mord beobachtet haben will, und aufgrund deren Aussagen der angeblichen Mörderin heute der Prozeß gemacht wird, hat sich alles nur ausgedacht. Herausgefunden haben das aber nicht die Ermittlungsbehörden, sondern der Richter. Das Einkaufszentrum, durch das die Neunjährige am Tag der Tat geradelt, und die Bushaltestelle, an der sie von der angeblichen Mörderin bedroht worden sein will, existierten damals noch nicht.

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,528162,00.html

http://www.welt.de/vermischtes/article1543902/Glaubwuerdigkeit_der_wichtigsten_Zeugin_fraglich.html

Da sieht man mal, wie dringend wir die Folter brauchen: dann hätte man jetzt ein Geständnis und könnte stracks zur Verurteilung schreiten.

 

9.1.2008: Voll ausgereift, ey

Chinesische Forscher hatten bereits im Dezember 2006 drei Schweinen kurz vor ihrer Geburt ein fluoreszierendes Protein gespritzt. Das Ergebnis: Unter einer UV-Lampe leuchteten sie grün. [...] Eines der chinesischen Leuchtschweine hat nun elf Ferkel zur Welt gebracht - und zwei von ihnen fluoreszieren ebenfalls [...] Bei den Ferkeln leuchten der Rüssel, das Maul und die Zunge grün, wenn sie ultravioletten Strahlen ausgesetzt sind, sagte Liu Zhonghua von der landwirtschaftlichen Universität Nordost in Harbin. "Das bedeutet, dass die Technologie zur Züchtung transgener Schweine mit Hilfe des Zellkerntransfers ausgereift ist." In Zukunft könne es unter anderem möglich sein, spezielle Schweine zu züchten, um ihnen Organe für die Verpflanzung in Menschen zu entnehmen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,527555,00.html

 

6.1.2008: "in die Hände der Polizei gefallen"

http://images.zeit.de/text/2008/02/Fall-Robert

Zwei Polizisten setzen einen volltrunkenen Schüler in einer Winternacht an einem unbewohnten Ort nahe Lübeck ab. Kurz darauf wird er überfahren.

[...]

Mit dem Auftauchen der Beamten nimmt die Sache in den Augen der Eheleute B. eine befremdliche Wendung. "Ich bin der Präsident der Vereinigten Staaten", stellt M. sich dem inzwischen unruhig hin und her trippelnden Robert vor, "und das", er weist auf den Kollegen, "ist Micky Mouse." Robert lächelt. Er scheint das Abwertende dieser Ansprache nicht zu begreifen. Die Beamten weisen ihn vom Gelände der B.s, und als Robert sich zum Gehen wendet, fahren auch sie ab.

Gleich danach kehren sie zurück, um zu prüfen, ob Syrokowski sich an das Verbot hält. Der hat inzwischen wieder versucht, von hinten in sein vermeintliches Elternhaus zu gelangen, und kommt den Beamten jetzt aus der Zufahrt zur Deponie entgegengelaufen. Dabei stürzt er schwer über die armdicke Stahlkette, die den Weg zur Sondermülldeponie absperrt. Trotzdem erhebt er sich sofort und rennt wie ein Automat weiter, ohne auf Verletzungen zu achten oder sich den Staub abzuklopfen. Alexander M. erwischt Robert am Arm: "Jetzt ist Schluss, Freundchen, du kommst jetzt mit und kannst dich ausnüchtern." Sie setzen den Jungen in den Fond des Polizeiwagens und fahren ab.

Das geschieht um 4.15 Uhr. Um 5.30 Uhr wird Robert zehn Kilometer nördlich, mitten in der stockdunklen Verlassenheit der Krummesser Heide, von einem Pkw erfasst und getötet werden. Doch wie ist er an diesen Ort gelangt?

Die beiden Polizisten bekamen in der dritten Instanz neun Monate auf Bewährung. In den ersten Instanzen war das Verfahren eingestellt worden.

 

2.1.2008: Hausdurchsuchung ohne Grund - Behörden lügen sich heraus

Vor zwei Monaten hat die Polizei ein Ferienhaus in der Lüneburger Heide gestürmt - ohne Grund und ohne Anlaß. Nachbarn hatten die Bewohner angeschwärzt, weil sie arabisch aussahen und die Vorhänge nicht öffneten. Flitterwöchner, halt.

Nun wollen die Beiden dagegen vorgehen, und die beteiligten Behörden, Minister, Ortsvorsteher, Polizei reagieren total beleidigt, stellen sich selbst als die eigentlichen Opfer dar. Kein Verdrehen von Tatsachen, kein Worte-in-den-Mund-Legen, keine erfundenen Zusammenhänge sind ihnen zu dumm oder zu offensichtlich.

Fragwürdig erscheint den Dettmers eher, was die Polizei an vermeintlichen Indizien gegen das Pärchen gesammelt hat. Zum Beispiel, dass die Wohnung gleich nach der Anreise bezahlt worden sei. "Unsinn!", ruft Günter Dettmer. "Wir kassieren nie am Anfang." Und wie kommt die Polizei darauf, es gebe einen "direkten" Zugang von ihrem Ferienhaus zum Autobahnrastplatz? Wer den Parkplatz erreichen will, muss ein gutes Stück die Landstraße hinunter laufen, dann einen Waldweg entlang und schließlich über einen Zaun klettern. Rätselhaft auch, wieso das Innenministerium in seiner Stellungnahme zu dem Fall erklärt, die Polizei habe am Ferienhaus geklingelt. Die Hütte hatte nie eine Klingel.

Seine Frau müsse sich erst noch "im islamischen Sinne vollständig ankleiden", heißt es in dem Papier des Ministeriums. In diesem Moment hätten die Beamten gesehen, wie drinnen jemand die Treppe hinaufgelaufen sei. Diese "unerwartete Bewegung einer Person im Hausinnern" habe eine "mögliche Gefahrenerhöhung" dargestellt, erläutert das Innenministerium. Deshalb seien die Beamten spontan "zur Eigensicherung" ins Haus vorgerückt.

  "Ich finde das hinterhältig, was die jetzt machen." Ihr Mann habe nur gesagt, seine Frau müsse sich etwas anziehen.

http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/terror-im-liebesnest/?src=TE&cHash=18430f9486

 

1.1.2008: Hausdurchsuchungen oft unbegründet

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,524711,00.htm Mehrfach rügte das Bundesverfassungsgericht jüngst Behörden, die wegen des Verdachts einer Ordnungswidrigkeit Privatwohnungen von Handwerkern rechtswidrig durchsucht hatten. [...] So bezeichneten die Richter im Oktober 2006 die Durchsuchung einer Aachener Anwaltskanzlei wegen zweier Bußgeldbescheide über je 15 Euro als "grob unverhältnismäßig und willkürlich".

Manchmal beruht der Verdacht, der zu einer Hausdurchsuchung führt, sogar nur auf Gerüchten und Denunziationen. So habe die Polizei die Wohnung eines Mandanten allein deswegen durchsucht, weil ein Zeuge den Beamten berichtete, ein anderer Mann habe ihm in einer Kneipe erzählt, Vetters Mandant sei ein Dealer.

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