27.7.99

Linux-Installierung


Installierung des Basis-Systems

Ein neues Kernel kompilieren

Installierung:

  • Von der CD: Beim Booten der CD startet ein Installations-Programm im Textmodus. Nicht annähernd so professionell wie die gewohnten Windows-Installations-Programme. Manchmal kann man von da aus, wo man gerade ist, einen Schritt zurück gehen, und manchmal nicht. Jeder der im Installations-Menü aufgeführten Schritte muß einmal ausgeführt werden.
  • Von der Festplatte: Falls man ein besonderes CD-Laufwerk hat, z.B. eins das nicht an IDE, sondern an die Soundkarte angeschlossen ist, kopiert man unter Windows die folgenden 7 Dateien von der CD (aus /debian/dists/frozen/hamm/disks-i386/current) z.B. in einen Ordner 'debian' auf C: resc1440.bin, drv1440.bin, base2_0.tgz, root.bin, linux, loadlin.exe, install.bat. Dann Windows herunterfahren in den DOS-Modus und install.bat aufrufen.
  • 'Partition a Hard Disk': Man löscht die Partition, die fips eben abgeteilt hat, und richtet statt dessen eine Linux-Partition ein. Man wählt sie etwas kleiner (16 bis 128 MB), und richtet auf dem freien Platz noch eine Linux-Swap-Partition ein. Beide Partitionen sind primär. Für die Swap-Partition muß man den Typ auf 'Linux-Swap' (82) ändern.
  • 'Install Operating System...': Hier muß man sich merken (aufschreiben), wie die CD heißt, von der man installiert (z.B. /dev/hdc). Diese Information braucht man später wieder. Falls man ein besonderes CD-Laufwerk hat (s.o.), gibt man hier 'harddisk' und '/dev/hda' (bei IDE-Platten) oder '/dev/sda' (bei SCSI) an.
  • 'Configure Device Drivers: Man muß alle Arten und alle Treiber einmal angesehen haben. Bei manchen Treibern denkt man gar nicht, daß man sie überhaupt braucht.
    • 'Block Devices': Linear
    • 'CD-ROM Drivers': Common Routines (plus spezifischer Treiber)
    • 'File Systems': Vfat, Windows95 Disk Sharing und Long Filenames
    • 'Misc': parallele und serielle Schnittstellen und die Maus
    • 'Net': NE2000 (vorher notierte E/A-Adresse und IRQ angeben)
    • 'SCSI': Generic (sofern SCSI überhaupt vorhanden ist)
  • 'Configure the Network': Falls Sie mehr als einen Computer haben
    • 'IP-Address': 192.168.1.1 (der zweite Computer bekommt z.B. 192.168.1.2)
    • 'Gateway': Der Computer, an den das Modem angeschlossen ist
  • 'Configure the Base System': MET (= MEZ), Europe, Ihre Stadt, GMT: No
  • 'Make Linux bootable': Nehmen Sie LILO nur für Linux, nicht für die ganze Platte

Nach der Installation kopieren Sie am besten loadlin.exe und Ihr Linux-Kernel (/boot/vmlinuz-2.0.34, kopiert und umbenannt in 'linux') auf Ihre Windows95-Partition und booten Linux, indem Sie in den DOS-Modus herunterfahren und dann 'loadlin linux' eingeben. Das geht schneller, als wenn Sie einen Bootmanager oder LILO dazu benutzen.

Ein neues Kernel kompilieren

Es handelt sich dabei nicht um Programmierung, sondern (nur) um Konfiguration.

Man braucht unbedingt eine Rettungsdiskette, bevor man anfängt, bzw. eine Möglichkeit, Linux mit der vorigen Konfiguration, dem vorigen Kernel zu booten (siehe Linux booten).

Das Compilerpaket (gcc) und das Kernelpaket (kernel-source-2.0.34) müssen installiert sein, um ein neues Kernel kompilieren zu können.

Folgende Befehle werden nacheinander eingetippt:

  • cd /usr/src/linux
  • make menuconfig
  • make dep
  • make clean
  • make zlilo (oder make zImage)
  • make modules
  • make modules_install

Schritt 2 ist die eigentliche Konfiguration. make menuconfig ist viel angenehmer als make config. Es ist menügeführt und enthält ausführliche Hilfetexte, die man auch lesen sollte.

Manche Optionen erscheinen erst, wenn man bestimmte andere Optionen angewählt hat. Man sollte also ruhig ein bißchen neugierig sein und sich alles ansehen.

Bei manchen Optionen hat man die Auswahl, sie entweder fest einzukompilieren oder nur als ladbare Module. Mit ladbaren Modulen hat man mehr Probleme als mit festen. Einige Sachen darf man überhaupt nicht als ladbares Modul kompilieren. Wenn man es trotzdem tut, startet Linux nicht mehr.

Ich habe mir zwei kleine Shell-Skripte geschrieben, weil ich keine Lust hatte, die 7 Befehle auswendigzulernen, und weil ich die Meldungen gern in Textdateien gesammelt haben wollte:

1.Shell-Skript "newkernel1":

#!/bin/sh
# /root/newkernel1
cd /usr/src/linux
make menuconfig

2. Shell-Skript "newkernel2":

#!/bin/sh
# /root/newkernel2
cd /usr/src/linux
make dep &> /root/newkernel1.txt
make clean &> /root/newkernel2.txt
make zlilo &> /root/newkernel3.txt
make modules &> /root/newkernel4.txt
make modules_install &> /root/newkernel5.txt

Man muß Shell-Skripte auf "executable" setzen (chmod -v +x newkernel1), bevor man sie ausführen kann.