23.11.2002

Linux von Null an


Auf dieser Seite:

Warum ich Linux "von Null an" selbst installieren möchte:

Die übliche Methode ist, sich eine "Distribution" zu kaufen (Suse, Debian, RedHat, Caldera, Corel,...) und das mitgelieferte Installationsprogramm zu benutzen. Das ist beinahe kinderleicht.

Der Haken ist:

Man bekommt damit noch längst kein funktionierendes Betriebssystem. Je nach der persönlichen Hardware-Kombination und je nach Distribution fehlen immer noch irgendwelche lebenswichtigen Elemente. Bei manchen Leuten funktioniert der Drucker nicht, bei anderen die Soundkarte, die Internet-Verbindung oder anderes, mindestens 20 oder 30 Prozent muß jeder User aus eigener Kraft nachträglich zum Laufen bringen. Ich habe im Laufe von 4 Jahren 4 Debian-Versionen, 3 von Suse, 1 RedHat, 1 Caldera und 1 Corel Linux installiert - keins von ihnen war "fertig", nachdem das Installationsprogramm fertig war.

Der Haken ist also:

Das Installationsprogramm nimmt einem nur die ersten Schritte ab. Wenn dann die Probleme losgehen, hat man - sozusagen - das Laufen nicht gelernt. Man sitzt davor - ohne Grundwissen - und kann nichts. Ich komme mir dann immer vor, wie einer, der im Nebel stochert, der nichts weiß, nichts kann und der noch nicht einmal weiß, wonach er eigentlich sucht. Ich hasse dieses Gefühl.

Bei keiner der Distributionen war es "einfach", die auftretenden Probleme zu lösen: Bei Debian fand ich das Lösen von Problemen "ziemlich schwierig" (weil das Konzept der Boot- und Konfigurations-Skripten für mich undurchschaubar war), bei Suse fand ich es sogar "extrem schwierig" (weil man immer zusätzlich noch auf Yast Rücksicht nehmen mußte).

Jetzt, wo ich mit "Linux from Scratch" (mit dem Grundsystem) so weit durch bin, hat sich der "Nebel" tatsächlich ein bißchen gelichtet.

Die Anleitung für "Linux From Scratch" ist hier: http://www.de.linuxfromscratch.org/

Man findet dort eine Anleitung und eine Sammlung von Paketen - also im Grunde eine "halbe" Distribution - aber ohne Installationsprogramm. Statt dessen bekommt man das "Linux-From-Scratch-Book". Es ist jetzt die Version 4.0, und es ist so gut und verständlich, daß man es jedem empfehlen kann.

Die Anleitung läßt meistens so viel Spielraum, daß man sich aussuchen kann, wie sehr man in die Tiefe gehen und wie genau man alles verstehen möchte. Zum Beispiel kann man die Kommandos einzeln eintippen und sich jeweils das Ergebnis ansehen, oder man kann sie auch - alle Zeilen einer Sequenz auf einmal - mit Cut&Paste übernehmen und zum nächsten Punkt übergehen.

Der Schwierigkeitsgrad der Anleitung und des ganzen Projektes "Linux from Scratch" ist - meiner Meinung nach - genau richtig für Leute wie mich: "fortgeschrittene Anfänger", die im zusammenhanglosen Gestrüpp der kleinen und großen Linux-Probleme endlich mal so etwas wie "festen Boden unter die Füße" bekommen möchten.

Was hat man, wenn man mit "Linux From Scratch" fertig ist

Man könnte sagen: "nichts" (oder besser: "fast nichts"). Man hat ein rudimentäres Linux, das bootet und läuft, wo man sich als "root" einloggen, ein paar Befehle tippen, und sich wieder ausloggen kann. Mehr kann man eigentlich nicht damit machen. Und - natürlich - alles nur auf dem Textbildschirm.

Aber jetzt kann man anfangen, Software zu installieren. Und schon gehen die Probleme los.

(Dies wird fortgesetzt, sobald ich einen Schritt weiter bin)