29.10.2005

Linuxserver können mehr

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Ein Linuxserver bewahrt Ihre Daten ...

  • sehr sicher auf, ohne daß Sie täglich z.B. auf CDs sichern müssen
  • macht automatisch (nachts) eine Sicherheitskopie auf die zweite Platte
  • bewahrt z.B. die letzten 7 Versionen von geänderten oder gelöschten Dateien 30 Tage lang auf

Ich selbst bin z.B. viel zu bequem, um Backups von Hand zu machen. Mein Linuxserver läuft jetzt seit 1999 und hat noch nie Daten oder Einstellungen verloren. Nur die Hardware mußte inzwischen einmal komplett erneuert werden. Ähnliches kann ich von den Servern sagen, die bei Kunden installiert sind. Auch da sind, trotz Stromausfällen und gelegentlichen Festplattendefekten keine Daten oder Einstellungen verlorengegangen. Festplatten führen seit einigen Jahren intern ein Protokoll mit Betriebs- und Fehlerdaten. Dadurch kann der Alterungsprozeß beobachtet, und überraschende Ausfälle können weitgehend vermieden werden. Ich hatte bisher nur einen Fall, wo einer Firma durch einen Festplattenausfall, der sich nicht vorher angekündigt hatte, die Arbeit eines Vormittags verlorenging.

(Die einzigen Backups, die ich von Hand mache: Wenn ein Projekt abgeschlossen ist, dann brenne ich die zugehörigen Daten und Dokumente auf CD. Weil der Kunde nämlich meistens eine CD haben möchte. Und dann behalte ich eine Kopie.)

Warum ich die Kopie nur einmal nachts mache, und nicht "laufend", hat seine Gründe: Wenn ich z.B. eine meiner Webseiten verändere, dann mache ich sehr viele kleine Zwischenversionen, 20, 30, oder noch mehr. Ich würde "die Version von gestern" (und vorgestern, und vorvorgestern,...) verlieren, wenn ich laufend sichern lassen würde.

Die 7 Versionen, die 30 Tage aufbewahrt werden, kosten etwa 20 bis 30 Prozent zusätzlichen Speicherplatz auf der zweiten Platte. Wenn ich nicht 7, sondern z.B. 40 Versionen aufbewahren würde, bräuchte ich nicht eine, sondern drei Spiegelplatten.

 

Auf einem Linuxserver installieren Sie Hardware und persönliche Einstellungen, z.B. ...

  • Drucker
  • Scanner
  • Internetverbindung
  • Email-Postfächer
  • Faxmodem

zum ersten und letzten Mal. Dann kann Windows abstürzen oder nach Neuinstallierung verlangen, so viel es will. Was im Server einmal drin ist, verschwindet dadurch nicht.

 

Ein Linuxserver kann Ihre Email vorsortieren und z.B.

  • Mails, in denen für bestimmte Domains geworben wird
  • Mails, die von bereits bekannten Spammern kommen
  • Mails, die aus spamfreundlichen Gegenden der Welt kommen
  • Mails, die von spamfreundlichen Providern kommen
  • Mails, an die ausführbare Dateien angehängt sind
  • Mails, die aktive Inhalte enthalten, z.B. HTML oder Javascript

nach Wunsch in Quarantäne oder in getrennte Mailordner stecken, oder auch ganz entsorgen.

 

Ein Linuxserver schützt Ihr lokales Netz ...

  • vor Angriffen von außen (was Windows XP auch kann)
  • auch vor den meisten Sendeversuchen "von drinnen"

Wenn Sie also z.B. einen Virus, einen Trojaner oder Spyware "erwischt" haben, und diese wollen "nach Hause telefonieren" und z.B. ausspionierte Daten oder Paßwörter senden, oder z.B. von "zu Hause" weitere Schadsoftware installieren, dann kommen sie in den meisten Fällen nicht durch.

Nicht einmal, wenn Sie surfen, bekommt Ihr Windowsrechner eine direkte Verbindung ins Internet. Der Linuxserver ist ab jetzt ihr "Proxy", dem Sie sagen, was Sie von wo haben wollen. Der Proxy geht dann für Sie ins Internet, holt die gewünschte Seite bzw. Datei und gibt sie Ihnen.

Nur für genau bekannte Dienste auf ganz bestimmten Rechnern werden einzeln von Hand Ausnahmen eingebaut, z.B. für das Windows-Update, für die Anti-Viren-Software oder für Online-Banking.

 

Die verbleibenden Möglichkeiten für Schadprogramme

  • Schwächen ihres Browsers auszunutzen, um Ihnen eine andere Webseite vorzugaukeln als sie tatsächlich besuchen und Sie zur Eingabe von Paßworten o.ä. zu verleiten ("Phishing").
  • Mail zu versenden mit Ihren Mail-Einstellungen, also über den Provider. Das kann auch Junkmail sein, die ein Schadprogramm aus Daten generiert, die es von einer Webseite heruntergeladen hat.
  • Dinge von Webseiten herunterzuladen mit Ihren Proxyeinstellungen in Windows. Das können auch Daten für ein Schadprogramm sein. Das kann auch illegale Pornographie sein. (Siehe z.B. http://www.heise.de/newsticker/meldung/57030 "Pädophilieverdacht durch infizierten Computer")

Aus diesem Grunde rate ich davon ab, mit Windowsrechnern überhaupt noch ins Internet zu gehen oder seine Email zu bearbeiten. Zumindest dafür sollte man einen Linuxrechner nehmen.

 

Und vollautomatische "Favoriten" können Sie auch haben

Hatte ich schon erwähnt, daß ich faul und bequem bin? Ich sortiere keine Favoriten mehr, ich gehe meistens über die Seite, die mein kleines Projekt generiert: sqaf.html

 

Ressourcen "ohne Ende" (fast)

Linux hat etwa 2000 Kommandozeilen-Tools für die verschiedensten Zwecke (Netzwerk-, Dateien-, Daten-, -information, -bearbeitung, -einstellung, etc.), die in der Regel auch verkettet, verknüpft und automatisiert werden können mit Hilfe kleiner "Skripten". Und man hat umfangreiche Skriptsprachen zur Verfügung, so daß man wiederkehrende Aufgaben, kleine und große, auch sehr spezielle und sehr komplexe Aufgaben, mit relativ wenig Aufwand - "mit Bordmitteln" - lösen kann.

(Zum Vergleich: Windows hat ca. 600 Kommandos, aber nur eine sehr schwache Kommandozeile, so daß man unter Windows meistens gezwungen ist, Software zu kaufen oder zu entwickeln, sobald irgend eine Aufgabe zu lösen ist, die nicht alltäglich und weit verbreitet ist.)

 

Ein Beispiel für "Linux-Bordmittel": Umwandeln von beliebigen Dokumenten in PDF-Dateien:

  • Auf den Arbeitsrechnern wird ein zusätzlicher Drucker als "Netzwerkdrucker" eingerichtet, der in "Postscript" druckt (z.B. "HP-Laserjet/PS").
  • Damit: "Drucken in Datei" - Dateiname (z.B.): "Angebot.prn" - Ordner: "U:\PRN-PDF auf Server".
  • Die umgewandelte Datei erscheint nach einigen Sekunden als "Angebot.pdf".

Mit Windows selbst können Sie nur einige wenige Dateitypen in PDF umwandeln, nämlich dann, wenn das Bearbeitungsprogramm sie "als PDF speichern" kann (z.B. Word). Mit Hilfe eines Linuxservers können Sie dagegen sämtliche Dokumente in PDF umwandeln, sie müssen nur "druckbar" sein, z.B. Word-Dateien, Webseiten, Excel-Tabellen, Präsentationen, Layouts, CAD-Zeichnungen. PDF-Dateien sind auf jedem Rechner lesbar, der Empfänger braucht nur einen Reader herunterladen, z.B. den "Acrobat Reader" von http://www.adobe.de

Aufwand: 1/2 Stunde für den Linuxserver, je 10 Minuten pro Windowsrechner, keine spezielle Windows-Software erforderlich, keine Lizenzkosten

 

Sie brauchen das, wenn Sie regelmäßig Dokumente per Email verschicken. Mit PDF-Dateien bekommen sie:

  • ein konstantes Erscheinungsbild
  • einen offiziellen Standard (keinen Privatstandard)
  • besseren Schutz vor Viren
  • besseren Schutz von Firmengeheimnissen (s.u.)

 

Word- und Excel-Dateien z.B. sind als Email-Anhänge üblich, aber problematisch

  • sie haben ein undokumentiertes, privates Datenformat
  • sie sind stark versionsabhängig (ärgerlich, wenn beim Kunden Ihr sorgsam gestaltetes Angebot plötzlich Zeilen- oder Seitenumbrüche an den falschen Stellen hat - z.B. zwischen Bild und Bildunterschrift - oder wenn der Empfänger es vielleicht überhaupt nicht öffnen und lesen kann, weil seine Word-Version älter ist als Ihre)
  • sie transportieren manchmal Informationen, die Sie wahrscheinlich nicht weitergeben wollen: Wer hat den Text wann geschrieben, geändert, was wurde geändert, was wurde gelöscht. Ärgerlich, wenn Sie ein Angebot in ähnlicher Form auch schon an die Konkurrenz des Kunden geschickt haben. (z.B. http://www.heise.de/newsticker/meldung/65249 "Indiskrete DOC-Datei macht Politik")
  • sie können Makro-Viren (in "Visual Basic") transportieren (z.B. http://www.heise.de/newsticker/meldung/65493 "Trojaner-Spammer missbrauchen Angst vor Vogelgrippe")
  • die Daten-Formate sind eigentlich nicht zum Datei-Austausch gedacht, sondern nur zum Speichern auf dem eigenen Rechner

 

Dagegen PDF-Dateien:

  • haben ein offen dokumentiertes Datenformat
  • können mit frei verfügbaren PDF-Readern gelesen werden
  • können zwar neuerdings auch Makroviren enthalten, die aber von einem "Reader" nicht ausgeführt werden können (sondern nur von "Acrobat", einem - relativ teuren - Windows-Programm zum interaktiven Erstellen von PDF-Dokumenten)
  • Das PDF-Format ist extra zum Austausch von Dateien entwickelt worden, PDF-Dokumente sehen auf jedem Rechner gleich aus.

(Word und Excel können inzwischen PDF-Dateien erzeugen mit "Speichern unter...", aber zahlreiche andere Programme können es nicht. Die übliche Windows-Lösung heißt dann: "Software kaufen", z.B. einen virtuellen PDF-Drucker für jeden Arbeitsplatz.)

 

Ein anderes Beispiel: Faxe verschicken

  • Auf den Arbeitsrechnern wird ein zusätzlicher Drucker als "Netzwerkdrucker" eingerichtet, der in "Postscript" druckt (z.B. "HP-Laserjet/PS").
  • Auf dem Linuxserver wird ein Ordner "FAXOUT" eingerichtet, mit einer Datei "faxnum.txt" darin (Empfängernamen und ihre Faxnummern).
  • Dann: "Drucken in Datei" - Dateiname (z.B.): "schulze.prn" - Ordner: "V:\FAXOUT auf Server".
  • Die Datei wird automatisch in das Format "G3" (Faxformat) umgewandelt und versendet. (Sie können festlegen, wie viele Sendeversuche der Linuxserver unternehmen soll, bevor er "unzustellbar" zurückmeldet.)
  • Ein bestimmter Arbeitsplatz wird zum "Fax-Administrator" ernannt, dieser bekommt die Sendebestätigungen bzw. Fehlermeldungen per Email.
  • Außerdem wird die Datei in ein gängiges Grafikformat umgewandelt, z.B. in TIFF oder in PDF, und in einem Ordner "FAXSENT" abgelegt ("versendete Faxe").

(Empfangene Faxe werden, ebenfalls im TIFF- oder im PDF-Format, in einem Ordner "FAXIN" abgelegt, und der Fax-Admin bekommt die Empfangsbestätigung per Email.)

Aufwand: 1 Stunde für den Linuxserver, je 10 Minuten pro Windowsrechner, keine spezielle Windows-Software erforderlich, keine Lizenzkosten

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